Israel Heute Morgen

Heute konnte ich meinen Regenschirm wieder zuhause lassen. Ein paar Worte über Netanjahu und die Empfehlungen der Polizei, einen tragischen Unfall, Israels Vertreterin beim nächsten Eurovisions Wettbewerb und natürlich das Wetter für morgen in Israel.

Guten Morgen liebe Leser!

Heute konnte ich meinen Regenschirm wieder zuhause lassen. Draußen scheint schon wieder die Sonne. Und morgen soll es schon wieder überdurchschnittlich warm werden. Dafür verantwortlich sind diese östlichen Winde aus der Wüste, dieses Wetter nennen wie Chamsin oder Sharav. Dann wird es durch diesen Wind sehr warm und trocken. Normalerweise haben wir das im Frühling und im Herbst. Diese kleinen Chamsins, die wir jetzt haben, scheinen die Vorboten des Frühlings zu sein. Aber keine Sorge, ab Freitag Nachmittag soll es wieder deutlich abkühlen ind am Abend kann es dann wieder regnen und gewittern. Der Shabbat soll dann wieder überdurchschnittlich kalt werden, Ein ewiges hin und her.

Und hier ist das Wetter für heute in Israel:

Heiter bis wolkig mit einem leichten Anstieg der Temperaturen. Am Vormittag kann es noch zu leichten Regenschauern kommen. Folgende Höchsttemperaturen werden erwartet: Jerusalem 14 Grad, Tel Aviv 18 Grad, Haifa 16 Grad, Tiberias am See Genezareth 20 Grad, am Toten Meer 23 Grad, Eilat am Roten Meer 23 Grad. Der Wasserpegel des See Genezareth ist um weitere zwei Zentimeter gestiegen und liegt jetzt bei -213.84 m unter dem Meeresspiegel.

Auch politisch wird es jetzt immer heißer. Gestern veröffentlichte die Polizei ihre Empfehlungen bezüglich der sogenannten Akten 1000 und 2000, in denen Ministerpräsident Netanjahu der Korruption beschuldigt wird. Bei der Akte 1000 geht es um Geschenke, die er und seine Frau von Freunden bekommen haben soll, bei der Akte 2000 geht es um eine Absprache mit dem Herausgeber der Zeitung Jediot Achronot und einem geplanten Gesetz gegen die Gratis-Zeitung Israel Hayom. Hier wird Netanjahu der Bestechung beschuldigt. Die Polizei meint, ausreichend Beweise für eine Anklage in der Hand zu haben. Gestern Abend gab Netanjahu dann vor der Kamera eine Erklärung ab. Ich war erst etwas erschrocken, eine Sekunde dachte ich, dass er jetzt seinen Rücktritt bekanntgeben würden. Aber nein, es war nicht, es ist nichts und es wird auch nichts werden, könnte man seine Erklärung zusammenfassen. Mehr darüber und die Reaktionen darauf in unseren Meldungen.

Eine viel schlimmere Meldung gab es am späten Abend. Zwei Soldaten der Golani-Einheit, sind bei einem Verkehrsunfall auf der Schnellstraße 6 ums Leben gekommen. Sie waren in Jeeps der Armee auf ihrem Weg von einer Übung zurück in ihre Basis, als sie mit einem Lastwagen zusammenstießen. Der Fahrer des Lastwagens scheint die Kontrolle verloren zu haben. Weitere 10 Soldaten wurden bei dem Unfall verletzten einer von ihnen sogar schwer. Wieder ein unnötiger Unfall, der zwei junge Menschen, 19 und 21 Jahre alt, aus ihrem Leben gerissen hat. Die Armee untersucht jetzt die Ursache dieses tragischen Unfalls. Der Fahrer des Lastwagens, ein Araber aus Osten Jerusalems wurde nur leicht verletzt und wird jetzt von der Polizei verhört. Angeblich seien die Jeeps der Armee sehr langsam gefahren, der Fahrer des Lastwagens verlor die Kontrolle und fuhr in die Kolonne hinein. Wie kann so etwas passieren? Mein erster Gedanke war, und ich entschuldige mich dafür, wenn man mich jetzt beschuldigt, rassistisch oder gegen Araber zu sein, das bin ich nicht, dass es vielleicht, nur vielleicht, gar kein Unfall gewesen ist. Ich kann den Familien der Opfer nur viel Kraft wünschen, mit dem Verlust irgendwie fertig zu werden, wie, das weiß ich auch nicht.

Video vom Ort des Unfalls

Und zum Abschluss noch etwas ganz anderes. Gestern wurde der Sänger gewählt, der Israel beim nächsten Eurovision Song Contest vertritt. Es ist eine Sängerin, sie heißt Neta Barzilay, ist 25 Jahre alt und war bis jetzt eine Unbekannte. Ich weiß, dass nicht jeder diesen Wettbewerb der Eurovision mag. Ich habe ihn schon als Kind immer gesehen und gemocht. Warum? Keine Ahnung, die Atmosphäre, der Wettbewerb, die Punktwertung am Ende mit dem “Douze Point”. Israel hat den Wettbewerb bis jetzt dreimal gewonnen, 1977, 1978 und 1998. Jetzt haben wir 2018, es sind also wieder 20 Jahre vergangen, Zeit für einen weiteren Sieg. Aber wir sind nun mal Israel, da wird es um ein vielfaches schwerer sein, Punkte aus Europa zu bekommen. Da muss man schon etwas ganz besonderes bringen, etwas, wo man aufschaut und sagt “Hey, was ist denn das?”, man braucht diesen “Wow-Effekt”. Und den, so denke ich gibt es bei Neta Barzilay. Hier eine Kostprobe von gestern:

Ich hoffe, Sie denken jetzt nicht, ich sei verrückt, so etwas zu mögen. Aber ja, ich mag es, es ist was neues, etwas anderes. Jetzt muss noch ein passendes Lied ausgesucht werden, mit dem Neta dann am 12. Mai auf der Bühne in Portugal stehen wird. Viel Erfolg!

Und jetzt wünsche ich Ihnen einen angenehmen und ruhigen Mittwoch. Übrigens wird unsere neue Ausgabe von Israel Heute noch in dieser Woche in den Druck geschickt. Wie schnell die Zeit doch vergeht. Freuen Sie sich darauf (Abos gibt es hier). Und nicht vergessen: Heute ist der 14.2.! Machen Sie es gut.

Shalom aus Jerusalem!

Dov

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