Guten Morgen liebe Leser!
Es ist wieder Freitag, Wochenende. Und wie jeden Freitag bin ich auch heute zuhause in Modiin geblieben. Das heutige Titelfoto zeigt Ihnen einen Teil der Stadt aus der Luft. Im Hintergrund kann man die Straße 443 erkennen, die nach Jerusalem führt. Jedesmal, wenn ich nachhause komme, habe ich das Gefühl, eine grüne Oase erreicht zu haben. Viele meinen, Modiin sei eine langweilige Stadt, nichts sei los, man würde nur Wohnhäuser sehen. Modiin sei eine „Schlafstadt“. Das mag stimmen, die meisten Bewohner der Stadt arbeiten entweder in Jerusalem oder Tel Aviv. Modiin liegt genau in der Mitte. Wenn ich aus Jerusalem komme, dann suche ich die Ruhe, ich liebe die vielen Parkanlagen, die Natur drum herum. Aber die Stadt wächst ständig weiter. Ein neuer Stadtteil wird bald bezogen werden und ein weiterer Stadtteil steht kurz vor dem Baubeginn. Sogar ein Stadtzentrum ist momentan im Bau, wo es dann auch Geschäfte am Straßenrand geben wird und nicht nur in den besonderen Einkaufszentren, die es in jedem Stadtteil gibt. Ich hatte Ihnen ja schon einmal erzählt, dass Modiin eine geplante Stadt ist. Mittlerweile haben wir um die 120000 Einwohner, als wir genau vor 5 Jahren hierher zogen, waren es gerade mal um die 89000.
Was das Wetter betrifft, so ist es hier in Modiin meistens wärmer als woanders. Oft ist es in Jerusalem fast 5 Grad kühler als hier bei uns. Dort hatten wir noch nicht einmal eine Klimaanlage. Hier in Modiin ist das undenkbar. Nicht, dass es in Jerusalem nicht sehr heiß sein kann, das haben wir ja in dieser Woche zu spüren bekommen. Aber es ist dort trockener als hier.
So, jetzt wird es Zeit für das Wetter für heute in Israel:
Heiter bis wolkig ohne Veränderung der Temperaturen. Folgende Höchsttemperaturen werden erwartet: Jerusalem 27 Grad, Tel Aviv 30 Grad, Haifa 28 Grad, Tiberias am See Genezareth 36 Grad, am Toten Meer 37 Grad, Eilat am Roten Meer 39 Grad. Der Wasserpegel des See Genezareth ist um einen weiteren Zentimeter gesunken und liegt jetzt bei -213.37 m unter dem Meeresspiegel.
Ab Sonntag sollen die Temperaturen wieder nach oben klettern, aber jetzt sollten wir die das angenehme Wetter am Wochenende genießen.
Gestern Abend haben wir uns im Fernsehen die Eröffnungszeremonie der Maccabiah angesehen. Es ist wirklich wie eine kleine Olympiade. Es war beeindruckend zu sehen, wie so viele jüdische Sportler aus 80 Ländern in das Stadion in Jerusalem einmarschierten. Überhaupt finde ich , dass die Maccabiah etwas gans besonderes ist. Dabei hatte mich ein Artikel in der Zeitung „Haaretz“ sehr verärgert. Dort bezeichnete der Autor die Maccabiah als ein rassistisches Ereignis, das nicht stattfinden dürfte. Er regte sich darüber auf, dass an der Maccabiah nur Juden teilnehmen dürfen und zum Beispiel nichtjüdische Israelis von den Wettkämpfen ausgeschlossen seien. Er rief sogar dazu auf, das Ereignis zu boykottieren. Ich habe nicht verstanden, was es will. Hat er denn den Sinn der Maccabiah nicht kapiert? Die Maccabiah ist eben eine jüdische Veranstaltung, sie wurde von der Makkabi-Sportbewegung ins Leben gerufen. Die erste Maccabiah, auf deutsch Makkabiade, hatte schon im Jahr 1932 in Tel Aviv stattgefunden. Es gibt übrigens auch eine europäische Makkabiade, die immer 2 Jahre nach der Makkabiade stattfindet. Sie als eine rassistische Veranstaltung zu bezeichnen, ist einfach nur armselig. Da wird nur mit Gewalt nach einem weiteren Grund gesucht, Israel als rassistisch zu bezeichnen. Traurig, dass es von einer israelischen Zeitung kommt. Aber wir kennen „Haaretz“ ja schon. Ich lese sie nicht, obwohl sie, wenn ich die politischen Artikel ignoriere, sehr gute Inhalte hat. Aber ich verstehe dies anti-israelische Obsessivität nicht. Oft gibt es Stände der Zeitung in den Einkaufszentren, wo uns ein Abo angeboten wird. „Bloss nicht“, ist dann meine Antwort.
Am Ende der Eröffnungszeremonie, die auch eine Hochzeit vor 30000 Zuschauern beinhaltet hatte, nachdem ein kanadischer Teilnehmer seiner Freundin einen Antrag gemacht hatte, wurde die „Hatikva“, die Nationalhymne gesungen.
Mit diesen Klängen wünsche ich Ihnen ein angenehmes Wochenende und einen gesegneten Shabbat. Machen Sie es gut.
Shabbat Shalom aus Modiin!
Dov




