Der Koordinator der Regierungsaktivitäten in den Gebieten (COGAT) teilte am Wochenende mit, dass Lebensmittel weiterhin auf den Märkten im Gazastreifen verfügbar seien. Damit wies er Behauptungen eines humanitären Zusammenbruchs zurück und argumentierte, das Hauptproblem für die zivile Versorgung sei die Hamas selbst.
In einer öffentlichen Stellungnahme erklärte die dem Verteidigungsministerium unterstellte Behörde, dass die in den Gazastreifen eingeführten Lieferungen weiterhin den internationalen Hilfsstandards entsprächen – und diese in einigen Fällen sogar überträfen. Laut COGAT erreichen Lebensmittel die lokalen Märkte, medizinische Einrichtungen bleiben funktionsfähig, und das Gesamtbild der humanitären Lage werde von der Hamas aus strategischen Gründen verzerrt dargestellt.
„Die Hamas will, dass die Welt Zusammenbruch und Mangel sieht“, heißt es sinngemäß in der Erklärung. „Doch die Bedingungen vor Ort erzählen eine andere Geschichte.“ COGAT betonte, die Terrororganisation zweige wesentliche Ressourcen ab und leite sie in ihre militärischen und logistischen Netzwerke um, anstatt sie der Zivilbevölkerung im Gazastreifen zugutekommen zu lassen.
Hamas wants you to see a collapse. The reality on the ground says otherwise.
Food is filling the markets,enough for sustained ammounts of time, medical centers are active, and aid is consistently exceeding international requirements.
The only real barrier? Hamas terror
They… pic.twitter.com/SiAUVKytPI
— COGAT (@cogatonline) April 17, 2026
Israelische Vertreter argumentieren seit Langem, dass die Hamas humanitären Druck als politisches Druckmittel nutzt – sowohl auf dem Schlachtfeld als auch auf diplomatischer Ebene. Die jüngste Erklärung ist Teil eines umfassenderen israelischen Versuchs, internationalen Darstellungen entgegenzutreten, die den Gazastreifen als vollständig von grundlegenden Versorgungsgütern abgeschnitten zeigen.
Das Thema spielt auch in den derzeit in Kairo geführten hochrangigen Verhandlungen eine Rolle. Laut einem in dieser Woche veröffentlichten Bericht von CNN führten hochrangige US-Vertreter erstmals seit dem Waffenstillstandsabkommen vom 10. Oktober 2025 direkte Gespräche mit Vertretern der Hamas.
Die amerikanische Delegation wurde demnach von Aryeh Lightstone, einem hochrangigen Vertreter der Trump-Regierung, geleitet und umfasste auch Nickolay Mladenov, der im Rahmen des „Board of Peace“-Ansatzes als Sonderbeauftragter des US-Präsidenten für Gaza fungiert. Den Angaben zufolge trafen sie sich am Dienstagabend mit dem ranghohen Hamas-Vertreter Khalil al-Hayya.
Während des Treffens drängte al-Hayya Berichten zufolge die US-Seite, Israels Umsetzung der ersten Phase der Waffenruhe zu überprüfen, und forderte ein Ende der Luftangriffe sowie eine Ausweitung der Hilfslieferungen, bevor Schritte in Richtung der nächsten Phase des Abkommens unternommen würden.
Der Waffenstillstand, der am 10. Oktober 2025 in Kraft trat, beendete zwei Jahre Krieg, ausgelöst durch den von der Hamas geführten Angriff auf den Süden Israels am 7. Oktober 2023. Im Rahmen der derzeitigen Vereinbarung kontrollieren israelische Kräfte weiterhin etwa die Hälfte des Gazastreifens.
Gleichzeitig haben Hamas-Führer zentrale Elemente des umfassenderen, von den USA unterstützten Rahmens weiterhin abgelehnt. Führende Vertreter, darunter Khaled Mashaal und Musa Abu Marzouk, haben Bestimmungen wie eine Entwaffnung öffentlich zurückgewiesen, obwohl die Hamas zuvor die Grundzüge des Abkommens akzeptiert hatte.
Dieser Widerspruch steht im Zentrum der israelischen Argumentation: Der Zugang zu humanitärer Hilfe werde nicht durch mangelnde Versorgung behindert, so Jerusalem, sondern durch eine herrschende Terrororganisation, die Hilfsgüter ausnutzt, sich in zivile Strukturen einbettet und anschließend anderen die Verantwortung für die daraus entstehenden Schäden zuschreibt.




