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Hat Russland nur auf eine Ausrede gewartet, um Syrien bewaffnen zu können?

Die Lieferung von mehr Waffen nach Syrien als Reaktion auf den versehentlichen Abschusses eines russischen Spionageflugzeugs trägt zu einer weiteren Anspannung der Situation bei.

Russland und Israel sind miteinander erstaunlich gut zurechtgekommen angesichts der Tatsache, dass sie auf den entgegengesetzten Seiten im syrischen Bürgerkrieg stehen.

Russland bleibt ein starker Verbündeter des syrischen Regimes, und im weiteren Sinne seiner Verbündeten im Iran und der Hisbollah. Israel bombardiert unterdessen eifrig Einrichtungen des Iran und der Hisbollah in Syrien, mit Moskaus stillschweigender Billigung.

Aber Russlands letzte Reaktion auf den versehentlichen Abschuss eines russischen Spionageflugzeugs in der vergangenen Woche während eines israelischen Luftangriffs auf Syrien deutet darauf hin, dass der Kreml sich nicht allzu sehr darüber gefreut hat, dass sich der jüdische Staat in sein Kriegsgebiet einmischt.

Entgegen der Aussagen von israelischen Amtsträgern hat Moskau Israel die Schuld dafür gegeben, dass syrische Luftabwehrgeschütze versehentlich ein russisches Aufklärungsflugzeug abgeschossen haben, welches nah der israelischen Flugzeuge und ihrer militärischen Ziele geflogen ist.

Um die Wiederholung eines solchen Unglücks zu verhindern, hat sich Russland bereit erklärt, sein am weitesten entwickeltes Luftabwehrsystem, die S-300, an das syrische Regime zu verkaufen.

Russland hat vor Jahren versucht, die S-300 an Syrien zu verkaufen, ist aber nach einem heftigen Aufschrei aus Israel und anderen westlichen Mächten davon abgewichen. Der Verlust von 15 russischen Soldaten hat Moskau schließlich die Entschuldigung gegeben, die es braucht, um das Geschäft abzuschließen.

Und das sind schlechte Nachrichten für Israel.

Die israelische Luftwaffe ist innovativ und wird mit Sicherheit Wege finden, weiterhin iranische Ziele in Syrien anzugreifen, trotz der S-300, welche Syrien wohl innerhalb der nächsten Monate einsetzen wird.

Besorgniserregender ist jedoch, dass Russland einen Anreiz haben wird, den Syrern zu helfen, die S-300 voll auszunutzen, um israelische Flugzeuge gezielt anzugreifen und zu Fall zu bringen. Schließlich möchte Moskau nicht, dass die Welt denkt, dass ihr modernstes Flugabwehrsystem Israels in Amerika gebaute Flugzeuge nicht aufhalten kann.

Ministerpräsident Benjamin Netanjahu ist am Dienstag nach New York gereist, wo er vor der Generalversammlung der Vereinten Nationen sprechen und auch ein dringendes Gespräch unter vier Augen mit US-Präsident Donald Trump führen wird.

Ohne jede Frage werden die Spannungen mit Russland sowie die unakzeptable Gefahr durch iranische Kräfte in Syrien im Mittelpunkt des Gespräches stehen.

Alle sind neugierig darauf, wie Trump reagieren wird, aber der US-amerikanische Sicherheitsberater John Bolton hat bereits Russlands Versprechen, Syrien die S-300 zu geben, als einen „großen Fehler“ bezeichnet.

Bild: Netanjahu und der russische Präsident Wladimir Putin haben sich typischerweise sehr gut verstanden. Aber die gegenwärtige Krise droht die israelisch-russische Zusammenarbeit in Syrien zu gefährden (Foto: Israelische Botschaft in Moskau)

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Patrick Callahan

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