Hamas droht mit Eskalation

Die Hamas verlangt wieder „Schutzgeld“, ansonsten werde die Situation weiter eskalieren.

Hamas Parade in Gaza
Hassan Jedi/Flash90

Die Terrororganisationen im Gazastreifen drohen mit einer Eskalation der ohnehin schon angespannten Lage, sollte Israel bis zum Wochenende nicht damit beginnen, die bei den Gesprächen zur Waffenruhe beschlossenen Schritte durchzuführen. Unter anderem wird verlangt, die monatliche Zahlung des katarischen Hilfegeldes an die bedürftigen Bewohner Gazas zu ermöglichen. Auch wird eine Verbesserung der Stromversorgung für den Gazastreifen verlangt. Sollte dies nicht geschehen, werde man ab dem Wochenende die Situation eskalieren lassen, sagten die Terrororganisationen gegenüber der libanesischen Zeitung „al-Akhbar“.

Der israelische Rundfunk berichtete, dass der katarische Gesandte Mohammed al-Emadi am Donnerstag im Gazastreifen erwartet werde, zusammen mit dem katarischen Geld für die Bedürftigen und für Treibstoff für das Stromkraftwerk in Gaza. Zuvor sei für Mittwoch ein Treffen mit israelischen Regierungsvertretern geplant.

Bis jetzt hatte Israel zwei Überweisungen von je 15 Millionen US-Dollar aus Katar in den Gazastreifen genehmigt. Insgesamt waren sechs Zahlungen geplant. Die dritte Zahlung wurde von Israel verschoben, nachdem ein israelischer Soldat von einem Terroristen am Grenzzaun beschossen worden war.

Israel hatte zu Beginn des Jahres die dritte Zahlung aus Katar genehmigt, die Hamas weigerte sich jedoch, das Geld anzunehmen, da man nicht mehr bereit sei, sich wegen der Bedingungen zum Empfang des Geldes von Israel demütigen zu lassen, wie die Terrororganisation damals erklärte.

Daraufhin erklärte der Gesandte aus Katar, dass man mit dem Geld nicht mehr die Gehälter von Hamas-Angestellten finanzieren werde, sondern die noch ausstehenden 60 Millionen US-Dollar für Hilfsprojekte über die Vereinten Nationen spenden werde.

Die Hamas soll Berichten zufolge die Vermittler aus Ägypten, Katar und den Vereinten Nationen aufgefordert haben, Druck auf Israel auszuüben, die vereinbarten Maßnahmen wegen der „explosiven Lage im Gazastreifen“ dringend auszuführen. Ansonsten könne es zu einer Wiederaufnahme von „selbstständigen Aktionen“ und Infiltrationsversuchen am Grenzzaun kommen.

Die Ereignisse der letzten Tage haben bereits gezeigt, dass die allgemeine Stimmung wieder in Richtung Eskalation zu gehen scheint. Neben insgesamt vier Raketen aus dem Gazastreifen gab es auch am vergangenen Wochenende wieder Versuche von Terroristen, den Grenzzaun zu durchbrechen und nach Israel zu infiltrieren.

In Israel gab es kritische Stimmen gegenüber der angeblich zu sanften Vorgehensweise der Regierung gegenüber der angespannten Situation im Gazastreifen. Ministerpräsident Benjamin Netanjahu wies die Kritik zurück, die Entscheidungen bezüglich der Lage würden von den bevorstehenden Wahlen beeinflusst sein. „Wenn nötig, werden wir eine Operation im Gazastreifen beginnen, unabhängig davon, ob es Wahlen gibt oder nicht“, sagte er am Sonntag und lobte die israelische Armee für die erfolgreiche Vereitelung des Infiltrationsversuchs der Terroristen am Wochenende.

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