Geld für Hamas kein Druckmittel mehr

Nachdem die Hamas sich weigerte, die 15 Millionen Dollar aus Katar entgegenzunehmen, hat Israel ein wichtiges Druckmittel verloren, die Ruhe am Grenzzaun zu erzwingen.

Geld für Hamas kein Druckmittel mehr

Zweimal, im November und Dezember, wurden mit israelischer Erlaubnis 15 Millionen Dollar aus Katar in den Gazastreifen gebracht, in bar wurden sie mit einem Koffer persönlich vom katarischen Botschafter für den Gazastreifen, Mohammed Al-Emadi, über den Kontrollpunkt in die von der Hamas regierten Küstenenklave gebracht. Das Geld war für die Zahlung der Gehälter der Beamten der Hamas-Regierung vorgesehen und sollte zur Beruhigung der Lage beitragen.

In Israel sahen es viele nicht gerne, dass man sich die Ruhe im Süden quasi mit Geld kaufen musste. Auch der Hamas gefiel es nicht, dass die Zahlung des Geldes mit allen möglichen Auflagen seitens Israels verbunden war. So kam es, dass die dritte Zahlung aus Katar, die in diesem Monat vonstattengehen sollte, von Israel immer wieder aufgeschoben wurde, nachdem die Gewalt am Grenzzaun in der letzten Zeit wieder zugenommen hatte. Trotz allem gab Israel am Ende grünes Licht für die Überweisung des Geldes in den Gazastreifen, doch dann war es die Hamas, die dem einen Strich durch die Rechnung machte. Sie seien nicht weiter bereit, sich durch die israelischen Bedingungen für die Zahlung des Geldes weiter demütigen zu lassen. Sie weigerten sich, das Geld anzunehmen und nahmen Israel dadurch ein nicht zu unterschätzendes Druckmittel. Die Ehre scheint der Hamas mehr als 15 Millionen Dollar wert zu sein.

So wurde am Freitag mitgeteilt, dass das katarische Geld nicht an die Hamas, sondern den Vereinten Nationen überwiesen werden soll, die das Geld für humanitäre Projekte im Gazastreifen einsetzten soll. El-Emadi, der sich in Gaza aufhält, sagte: ” Es wurde beschlossen, die katarischen Hilfszahlungen in voller Kooperation mit den Vereinten Nationen für humanitäre Projekte einzusetzen.”

Noch heute soll ein Abkommen zwischen Katar und der UNO unterzeichnet werden, um ein 20 Millionen Dollar-Projekt zur Schaffung von Arbeitsplätzen ins Leben zu rufen.

Die Hamas scheint mit dieser Lösung sehr zufrieden zu sein. Ihre Entscheidung, den Empfang der 15 Millionen Dollar aus Katar zu verweigern, war von ihrer Sicht ein taktisch guter Zug, Israel kann das Geld nicht mehr dazu benutzen, um Ruhe zu erzwingen, die Ehre der Hamas ist nun wieder hergestellt. Nach der nächsten Eskalation der Gewalt, die früher oder später sicher kommen wird, muss sich Israel nun etwas Neues ausdenken, um die Hamas in die Schranken zu weisen.

Archivbild: Arabische Frau bekommt ihr Gehalt, nachdem im November die ersten 15 Millionen Dollar in den Gazastreifen gebracht worden waren (Foto: Abed Rahim Khatib/Flash90)

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