Guten Morgen Israel – Frohe Feiertage

“Und du sollst an deinem Fest fröhlich sein” (5 Mose 16:14)

Guten Morgen Israel – Frohe Feiertage
David Cohen/FLASH90

Boker Tov liebe Leser!

Vor den Feiertagen verspüre ich immer eine Freude in mir, allein wegen der Tatsache, dass die Feiertage sich nähern. Das ist immer eine aufregende Zeit für mich. Ich liebe die Atmosphäre in den Straßen, im Büro und zu Hause, dieses Gefühl der Feierlichkeit und guter Laune. Alle haben diese „vor den Feiertagen“- Laune. Ein Feiertag symbolisiert das Familiäre, wenn sich die ganze Familie trifft und zusammen sitzt.

Jedes Mal ist jemand anders der Gastgeber, jeder hilft und bringt etwas mit, damit der Festtag nicht zur Belastung wird. Das Zusammensein der Familie macht mich immer wieder sehr glücklich. Denn an normalen Tagen oder am Schabbat sehen wir die ganze Familie nicht so soft. Die Feiertage sind also eine gute Gelegenheit, diese Lücken zu füllen. Die Festtagsstimmung streckt sich über viele Tage, die Tage davor, die Tage der Vorbereitung, des Einkaufens und der ganzen Arbeit für die Festtage.

Fragen wie: Zu wem gehen wir dieses Jahr? Oder, wen werden wir dieses Mal empfangen? sind Teil der Diskussionen in fast jedem Haus. Das Menü ist ein besonders wichtiges Thema und spielt bei der Feier des Festtages eine große Rolle. Auch wenn wir schon daran gewöhnt sind und die Feiertage ein Teil unseres Lebens sind, fühlt es sich vor jedem Fest so, als wäre es das erste Mal. Und genau das ist es, was ich so liebe, diese Aufregung, die jedes Mal wieder auftaucht.

Die Feiertage bringen die Familie zusammen

Die wichtigsten Feiertage im Judentum sind die feste des MonatsTishrei, Rosch Haschana, Jom Kippur und Sukkot. (Gewöhnlich im September, Oktober). Und dann Pessach im Monat Nissan (gewöhnlich im April).

In diesem Jahr war alles anders und ungewohnt. Es scheint und fühlt sich an, dass die uns so vertraute und bekannte Welt, an die wir uns unser ganzes Leben lang gewöhnt haben, sich in jedem Augenblick vor unseren Augen verändert. Und diese neue Welt, in der wir seit über einem halben Jahr leben, ist kalt und entfremdet. Es fehlt das Zusammengehörigkeitsgefühl. Im Gegenteil, diese neue Welt ermutigt die Einsamkeit, denn jeder andere Mensch stellt eine Bedrohung und Gefahr dar, sich mit dem Virus anzustecken. Deshalb ist es besser, wenn wir uns voneinander fernhalten. Und das ist so unnatürlich und so traurig und so ermüdend.

Ich habe das Gefühl, dass wir nach und nach einsamer werden, weniger familiär. Die Feiertage, die so sehr unser Zusammensein symbolisieren, verschwinden. Sie wurden durch die Pandemie ersetzt, die die Welt heimgesucht hat, und uns voneinander trennt. Sie erlaubt es uns nicht, uns zusammenzutun und fröhlich zu sein. Besonders die älteren Menschen werden völlig allein gelassen. Und das bricht mir das Herz.

Da ist meine Mutter, die in einem Haus mit 13 anderen Geschwistern aufgewachsen ist. Und dann wurde die Familie immer größer, es wurden Kinder und Enkelkinder geboren. An Feiertagen versammelte sich die ganze Familie, um gemeinsam zu feiern. Und jetzt ist sie allein. Das fordern die Anweisungen im Kampf gegen die Pandemie.

In diesem Jahr ist alles anders. Einkäufe für das Fest auf dem Machane Jehuda Markt in Jerusalem

Der Lockdown und die Angst erlauben es ihr nicht, mit ihren Kindern und Enkelkindern, ihren Brüdern und Schwestern zusammen zu sein. Nachdem sie ganz allein Pessach gefeiert hatte, versprach ich mir, dass ich das nicht noch einmal zulassen würde. Aber jetzt stehen wir kurz vor einem weiteren Lockdown und die Vorschriften sind noch strenger als im April. Diesmal soll der Lockdown 3 Wochen dauern.

Meine Mutter sagte ausdrücklich „solange kann ich nicht bei Euch bleiben!“ Menschen in diesem Alter brauchen ihre eigene Ecke. Woanders haben sie es schwer. Und deshalb sieht es so aus, dass sie auch die Festtage des Monats Tishrei allein verbringen muss. Es gibt noch so viele andere wie sie.

Diese wunderbaren Feiertage, die wir seit Anbeginn der Zeit kennen, von der Zeit der Entstehung der Kinder Israels bis sie in der Wüste wandernd zum Volk wurden. Diese Feiertage werden diesmal traurig sein.

Deshalb haben wir in diesem Jahr eine ungewöhnliche Entscheidung getroffen, wie viele andere Familien. Wir haben beschlossen, dass wir den Feiertag einen Tag vor Beginn des Lockdowns gemeinsam feiern würden. Nicht genau am Tag des Feiertages, aber gemeinsam als Familie. Heute verstehe ich mehr denn je, wie wichtig die Familie für mich ist. Wie notwendig sie für den Menschen ist, für unsere Existenz, für unsere Kontinuität. Und damit wir wirklich fröhlich sein können, wie es uns am Feiertag vorgeschrieben ist, brauchen air als Familie dieses Zusammensein. Und dann können wir auch die Anweisung der Schrift erfüllen:

“Und du sollst an deinem Fest fröhlich sein, du und dein Sohn und deine Tochter und dein Knecht und deine Magd und der Levit und der Fremdling und die Waise und die Witwe, die in deinen Toren sind.” (5 Mose16-14).

Und Du bist fröhlich am Festtag, überhaupt nicht allein.

Und warst einfach glücklich!

Shana Tova! Frohes neues Jahr!

 

Im Namen aller Mitarbeiter von Israel Heute wünsche ich Ihnen, liebe Leser, ein gutes neues Jahr.

 

Schalom aus Bar Giora!

 


Das Wetter für heute in Israel

Teilweise bewölkt bis heiter und wieder etwas wärmer. Heiß und trocken im Landesinneren, an der Küste schwül. Für heute werden folgende Höchsttemperaturen erwartet: Jerusalem 35 Grad, Tel Aviv 31 Grad, Haifa 31 Grad, Tiberias am See Genezareth 37 Grad, am Toten Meer 39 Grad, Beersheva 37 Grad, Eilat am Roten Meer 39 Grad. Der Wasserpegel des See Genezareth ist um einen weiteren halben Zentimeter gesunken und liegt jetzt bei – 209.64 m unter dem Meeresspiegel angegeben. Es fehlen 84  Zentimeter bis zur oberen Grenze!

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