(JNS) Als Israels Ministerpräsident Ariel Scharon 2005 die Israelis aus dem Gazastreifen abzog, versprach er, dies würde Frieden bringen und der Gewalt ein Ende setzen. Er erklärte, dass, falls nur eine einzige Rakete aus Gaza abgeschossen würde, Israel das Recht habe zurückzukehren.
Es brauchte nicht eine Rakete. Es brauchte mehr als 30.000 Raketen, Granaten und Geschosse im Laufe von zwei Jahrzehnten, vier Kriegen und dem größten Pogrom gegen Juden seit der Schoah, bevor die Israelis gezwungen waren, der Wahrheit ins Auge zu sehen: Der Abzug aus Gaza war kein Schritt zum Frieden. Er war eine Einladung zu Krieg und Terror.
Bei allen Anschuldigungen der Welt: Israel lechzt nicht nach Eroberung. Juden kämpfen nur, wenn sie keine Wahl haben oder wenn es ums Töten oder Getötet werden geht.
Unser Glaube und unsere Werte treiben uns an, Kompromisse und Koexistenz zu bevorzugen. Aber wenn das Überleben auf dem Spiel steht, kämpfen wir – nicht für ein Imperium, sondern für die Verteidigung unseres Volkes. Wenn Israel die Kontrolle über den Gazastreifen zurückerlangt, ist das...





Ergänzend dazu noch ein paar gekürzte Ausführungen von vor über fünfzig Jahren:
Hans Jendges – Israel / Eine politische Landeskunde / Landeszentrale für politische Bildungsarbeit Berlin mit Freien Universität Berlin (1970 / ergänzte Neuauflage 1973)
2.4. Die besetzten Gebiete
Gaza-Streifen
Im Gaza-Streifen (365 qkm) gibt es etwas über 300 000 Einwohner, von denen knapp zwei Drittel Flüchtlinge des Krieges von 1948 sind. Die Israelis empfanden Gaza, das von 1948 bis 1967 der Verwaltung eines ägyptischen Militärregimes unterstand, unter strategischem Gesichtspunkt stets als >Pfahl im eigenen Fleische<. Der weitaus größte Teil der auf dem schmalen Küstenstreifen zusammengedrängten Bevölkerung lebt seit über 20 Jahren in den sozialen Verelendung überfüllter Flüchtlingslager, notdürftig unterstützt von den Lebensmittelrationen der Hilfsorganisation der UN (UNRWA). Israel hat der Verwaltung dieses wirtschaftlich-sozialen Notstandgebietes (mangelnde Beschäftigungsmöglichkeiten, niedrige Arbeitslöhne und drückende Armut) eine schwierige Aufgabe angetreten.(aus Seiten 28 und 29)
Teil 1
Teil 2
2.4.3. Wirtschaftliche Verfelchtung mit Israel
Seit dem Ende des Sechstagekrieges plant die Regierung ihre Wirtschaftspolitik unter der Annahme, daß die eroberten Gebiete möglicherweise auf Jahre hinaus unter israelischer Hoheit unterstehen werden. Das wirtschaftliche Hauptproblem liegt in dem Wirtschafts- und Sozialgefälle.
Die Einkommensunterschiede bringen dies krass zum Ausdruck: während die Israelis über ein durschnittliches jährliches Pro-Kopf-Einkommen von über US-$ 1100,- verfügen, liegt das durchschnittliche Jahreseinkommen der 600 000 Araber im jordanischen Westufergebiet pro Kopf bei etwa US-$ 220,-. Das entsprechende Pro-Kopf-Einkommen der in Gaza lebenden über 300 000 Menschen ist noch weit niedriger und wird mit knapp US-$ 100,- angegeben. Das Sozialprodukt dieser Gebiete zusammen wird auf etwa 6 Prozent des israelischen Sozialprodukts veranschlagt. …
– Die israelischen Behörden suchen durch die Entsendung von Instrukteuren die Produktivität der arabischen Landwirtschaft zu fördern.
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– Die israelische Regierung und israelische Kaufleute haben die wirtschaftliche Aktivität im jordanischen Westufergebiet und in Gaza durch Straßenbaupogramme und die Eröffnung von Banken, Hotels und neuen Fabriken erheblich angeregt.
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