Erste Tage in Israel

Eliane ist erst vor ein paar Tagen in Israel gelandet. Ab September wird sie in der Redaktion von Israel Heute ein Praktikum machen. Hier erzählt sie ihre ersten Eindrücke vom Land.

Eliane Müller
Eliane Müller

Schalom! Ich bin Eliane und werde ab September für einige Monate ein Praktikum bei Israel Heute absolvieren. Vorher studiere ich in einem Sommerkurs in Haifa einige Wochen Hebräisch. Ich möchte Sie gerne an meinen Erfahrungen teilhaben lassen und nach meiner ersten Woche an einer israelischen Universität gibt es schon einiges zu berichten.

Am Montag verließ ich Deutschland für die nächsten fünf Monate. Ich kam mit einem Sammeltaxi vom Flughafen nach Haifa und bezog mein Zimmer in einem Studentenwohnheim der Universität.

In meinem Wohnheim gibt es mehrere Wohnungen, die sich je sechs Studierende teilen. Jedem Studierenden steht in einem Zweierzimmer ein Bett, ein Schreibtisch, sowie ein Schrank und ein Spiegel zu. Bad und Küche werden mit allen geteilt. Außerdem gibt es überall WLAN. Der größte Teil des Lebens spielt sich allerdings außerhalb des Zimmers ab. So treffen sich viele Studierende auch abends noch, um sich bei einem Bier etwas auszutauschen und neue Leute kennenzulernen. Auf dem Gelände der Universität befinden sich auch mehrere Imbisse und Cafés, die gerne als Treffpunkt zum gemeinsamen Essen, Unterhalten und Lernen genutzt werden.

Haifa ist für das gute Zusammenleben verschiedener Religionen, wie zum Beispiel Judentum, Christentum, Islam und mehr, bekannt. Auch (oder vielleicht gerade) im Universitätsalltag wird das recht schnell deutlich. Studierende aus vielen verschiedenen Ländern, Kulturen und Religionen kommen hierher, und so leben Juden und Moslems hier ebenfalls zusammen. Es wird von der Universität zu einem gemeinsamen Shabbatbeginn eingeladen, und den muslimischen Studierenden und Mitarbeitern in einer E-Mail ein gesegnetes Eid al-Adha (Opferfest) gewünscht. „Die Universität ist sehr stolz auf ihre Vielfalt“, erklärte uns einer der Koordinatoren.

Doch man sieht nicht nur Menschen verschiedener Kulturen auf dem Campus, sondern auch viele Katzen. Die streunenden „Campuskatzen“ kann man an jeder Ecke sehen und vor allem nachts hören. Sie sind überhaupt nicht scheu und spazieren sogar auch gerne durch die Gebäude der Universität oder Flure der Wohnheime.

Während der ersten Unterrichtstage ist mir und einem anderen deutschen Teilnehmer, den ich hier kennengelernt habe, ein interessanter Unterschied zu Deutschland aufgefallen: In Israel ist das Leben etwas lockerer und Pünktlichkeit wird noch längst nicht so groß geschrieben wie in Deutschland. Doch im akademischen Leben ist das Ganze umgekehrt. Während unsere Erfahrung an deutschen Unis eher ist, dass zu spät kommen und den Unterricht eine halbe Stunde später zu beginnen keine große Ausnahme ist, und Organisation und Planung auch eher vernachlässigt werden, herrscht hier an der Uni totale Ordnung und es wird entgegen der israelischen Mentalität sehr auf Pünktlichkeit geachtet.

Am Dienstag ging mein Hebräischunterricht los und der macht seinem Namen Intensivkurs alle Ehre! Bei der Bewerbung mussten wir schon im Vorfeld einen Hebräischtest unserer Vorkenntnisse abgeben, aufgrund dessen wir dann in Gruppen mit dem gleichen Stand eingeteilt wurden.

Der Unterricht wird fast ausschließlich auf Hebräisch abgehalten und auch an der Tafel wird strikt Hebräisch geschrieben – auch schon in den niedrigeren Gruppen. Vormittags gibt es drei Unterrichtseinheiten, in denen das Schreiben und Sprechen sowie die Grammatik gelernt und in Übungen angewendet werden. Es gibt eine Menge Hausaufgaben, die am Nachmittag neben Ausflügen und Programmen bis zum nächsten Tag erledigt werden müssen. Man merkt, dass es der Universität sehr am Herzen liegt, dass wir auf jeden Fall in der Zeit ein Maximum an Wissen bekommen.

Zum Glück sorgt jedoch der wunderschöne Ausblick vom Unigelände auf das Meer und die eben schon erwähnten Ausflüge nach Haifa und andere Städte für eine gute Abwechslung zum Lernstress und hebt die Stimmung.

 

 

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