Islamistisch motivierter Terror wird auch dem Westen immer gefährlicher. Amerika und Europa scheinen jedoch keine Antwort auf diese Bedrohung zu haben. Israel Heute-Korrespondent Tommy Müller sprach darüber mit Dr. Michael Widlanski, Autor des Buches „Battle for Our Minds: Western Elites and the Terror Threat“ (Kampf um unseren Geist: Westliche Eliten und die Bedrohung durch Terror). Michael Widlanski ist israelischer Experte für arabische Sprache und Wesensart.
Israel Heute: Wie geht es unserer Region?
Widlanski: Der Nahe Osten ist in Aufruhr. Wir sehen, dass die alten Formeln nicht mehr funktionieren. Arabischer Nationalismus, Pan-Arabismus, Nasser, die Baath-Partei, Islamismus – nichts von dem hat funktioniert. Und jetzt ist der Nahe Osten die am schlechtesten entwickelte Region der Welt, noch hinter Afrika. Man hatte gedacht, dass der israelisch-arabische Konflikt der Kern des Problems sei. Aber es kommt irgendwo anders her.
Israel Heute: Was ist das Hauptproblem?
Widlanski: Das Hauptproblem ist, dass die Moslems und Araber an die Mythen des islamischen Imperiums denken und sich fragen: Was ist passiert? Wo stehen wir? Warum sind wir hinter Afrika, anstatt vor Europa, Amerika und Asien? Dann suchen sie jemanden, dem sie die Schuld geben können. Die meisten arabischen Länder sind seit über 50 Jahren unabhängig, aber was haben sie vorzuweisen? Angenommen, der IS würde sich durchsetzen. Sie würden zwar viele Köpfe abschneiden, sich dann aber sehr schnell als Versager erweisen.




