Hija
Anders als die Madh – Verse der Anbetung – ist die Hija ein Genre der Dichtung, in dem Individuen oder ganze Stämme verunglimpft werden. Vor dem Erstarken des Islams waren Gedichte sehr beliebt und geschätzt, das blieb auch danach so. Mohammed selbst benutzte Dichter wie Hassan ibn Thabit, Ka‘b ibn Malik und Abdullah ibn Rawaha, um seine Rivalen zu defamieren.
In der vor-muslimischen arabischen Welt stellte die Dichtkunst eine machtvolle politische Waffe dar, poetische Reime könnten Mohammeds politisches Bestreben genauso effektiv wie Schwerter zunichte machen. „Schärfe dein Schwert und schneide den Schlangenkopf ab“, sagt der jüdische Prinz Eitam zu Banu Nadirs großem Poeten Ka‘b ibn al-Ashraf, der mit der Planung eines riskanten Komplotts beginnt, um mit Poesie Mohammed zu Fall zu bringen. Berühmte Dichter wie Asma bint Marwan und Abu Afek schließen sich an. Sie arbeiten rund um die Uhr an ihren tödlichen Reimen.
Die vielen Gäste aus ganz Hejaz strömen herein in die prunkvollen Diwans, in denen es gekochtes Lamm mit Mandeln und Rosinen und Dessert aus den berühmten...
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