Deutsche Presse bewundert israelischen Impf-Weltrekord

Nicht zaudern, sondern zupacken.

von Israel Heute Redaktion |
Foto: Olivier Fitoussi/Flash90

 

„Wie schafft das Land das?“ fragt die Tagesschau, und die Bild wundert sich: „Lässt Israel als erstes Land die Corona-Krise hinter sich?“ Sicherlich spielen etliche Faktoren dabei eine Rolle, dass Israel einen regelrechten Weltrekord beim Impfen für sich verzeichnen kann: Bereits eine halbe Million Israelis haben eine Woche nach Start der Impfaktion eine Impfdosis erhalten, bis Ende März sollen 60 Prozent der Bevölkerung geimpft sein. Es handelt sich um ein relativ kleines Land mit ca. neun Millionen Einwohnern, von denen die meisten nicht zur Risikogruppe gehören. Das erleichtere die Verteilung des Impfstoffes, heißt es in den deutschen Medien.

Die israelischen Medien dagegen sprechen gleich das Offensichtliche an: Premier Benjamin Netanjahu habe den Chef des Pfizer-Unternehmens persönlich angerufen und dann für die Impfdosen prompt doppelt so viel gezahlt wie europäische Länder.

Interessanterweise wurde der Impfstoff von Pfizer in der deutschen Stadt Mainz entwickelt, einem deutschen Pharmaunternehmen, mit Hilfe von deutschen Universitäten und einem 150 Millionen Euro Zuschuss der deutschen Bundesregierung.

Zum Vergleich: Laut dem deutschen Bundesgesundheitsminister Spahn stehen 83 Millionen Deutschen Ende des Jahres nur 1,3 Mio. Impfdosen zur Verfügung. Neun Millionen Israelis dagegen erhalten bis Ende Januar rund 5 Mio. Impfdosen von Pfizer-BioNTech.

Wo in Deutschland noch gezaudert wird, fackelt die israelische Regierung also nicht lange und schiebt auch schon mal ein paar Banknoten mehr über den Tisch. 30 Dollar pro Impfdosis soll Pfizer einem Bericht des israelischen Nachrichtensenders Channel 12 zufolge gezahlt worden sein. Das sind zehn Dollar mehr als die Kosten für einen Impfstoff in den USA und das Doppelte des Preises, der in der EU gezahlt wird.

Die israelische Bevölkerung scheint mit der Entscheidung Netanjahus, viel mehr als andere zu zahlen, einverstanden zu sein, denn eine Woche Lockdown kostet die Wirtschaft niedrigen Schätzungen zufolge 3 Milliarden Schekel (rund 755 Mio. Euro). Und einen vierten Lockdown will keiner hier im Land.

 

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