Bundespräsident Steinmeier in Israel

Kurz vor dem Ende der Amtszeit des israelischen Präsidenten Reuven Rivlin traf Bundespräsident Steinmeier zu einem Besuch in Israel ein.

von Israel Heute Redaktion |
Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier trifft sich mit dem israelischen Premierminister Naftali Bennett im Büro des Premierministers in Jerusalem Foto: Olivier Fitoussi/Flash90

Im Rahmen eines dreitägigen Israel-Besuches traf sich der deutsche Bundespräsident Steinmeier am Donnerstag mit dem israelischen Premierminister Naftali Bennett.

Ministerpräsident Bennett begrüßte den Bundespräsidenten und hieß ihn in Israel willkommen. Die beiden Staatsmänner hatten zunächst ein privates Treffen und trafen sich dann in einem größeren Rahmen.

Bundespräsident Steinmeier beglückwünschte Premierminister Bennett zur Bildung der neuen Regierung und zeigte sich erfreut über deren Zustandekommen. Premierminister Bennett sagte: „Wir haben eine Regierung gebildet, die verschiedene Stimmen hat, und wir sind entschlossen, den Staat Israel voranzubringen.“

Bennett und sein Gast sprachen auch über die iranische nukleare Bedrohung. Premierminister Bennett sagte, Israels Ziel sei es, den Iran, der offen erklärt habe, auf die Zerstörung Israels hinzuarbeiten, daran zu hindern, eine nukleare Militärfähigkeit zu erlangen.

Bundespräsident Steinmeier lud Premierminister Bennett zu einem Besuch in Deutschland ein.

Kranzniederlegung in Yad Vashem

Früher am Tag legte der deutsche Bundespräsident zusammen mit dem israelischen Staatspräsidenten Reuven Rivlin in der Erinnerungshalle der Gedenkstätte an den Holocaust Yad Vashem Kränze nieder und besuchten anschließend eine Fotoausstellung im Museum.

Am Abend gab Präsident Rivlin, der in ein paar Tagen seine Amtszeit beenden wird, ein Staatsdinner zu Ehren des deutschen Bundespräsidenten.

Rivlin wandte sich an seinen Gast und sagte:

„Gemeinsam sind wir eine Verpflichtung gegenüber der gesamten Menschheit eingegangen, die Erinnerung an die Vergangenheit in das Versprechen der Zukunft zu verwandeln, im Kampf gegen Rassismus, Antisemitismus und Extremismus zusammenzustehen, alle Formen der Holocaust-Leugnung und -Verfälschung zu bekämpfen und unsere Kinder und die Kinder unserer Kinder zu erziehen.“

„Wir müssen alle uns zur Verfügung stehenden Mittel nutzen, um diesem Hass zu begegnen. Ich danke Ihnen, dass Sie mein Partner auf dieser Reise sind. Eine Reise, die Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft in sich birgt.“

Der Bundespräsident überraschte Präsident Rivlin, als er ihm die Original-Doktorurkunde überreichte, die 1926 von der Universität Frankfurt an seinen Vater, Prof. Yoel Yosef Rivlin, verliehen wurde.

Gute Freunde – Bundespräsident Steinmeier und der in Kürze aus seinem Amt scheidende israelische Präsident Rivlin

Steinmeier sagte zu seinem Gastgeber: „Das ist Ihre letzte Woche im Amt. Ich bin sicher, dass Sie sich darauf freuen, ein bisschen mehr Mitspracherecht zu haben, wen Sie zum Essen einladen. Wir wissen beide, dass nicht jedes Staatsbankett gleich ist, und das, das Sie hier heute Abend ausrichten, ist etwas ganz Besonderes. Als Präsident von Deutschland und als Freund kann ich Ihnen sagen, dass dies ein besonderer Abend für die gesamte deutsche Delegation ist. In Ihren letzten Tagen im Amt haben Sie uns eingeladen, die enge Freundschaft zwischen unseren Ländern zu würdigen. Die Welt um uns herum verändert sich in einem immer schnelleren Tempo, und dies ist eine Zeit des Wandels für unsere beiden Länder. Israel hat eine neue Regierung und einen neuen Präsidenten, und in Deutschland stehen im September Wahlen an.“

„Sehr geehrter Herr Präsident, wenn ich heute Abend zu Ihnen spreche, dann möchte ich vor allem eines klarstellen. Egal, wie schnell sich die Welt verändert, wir werden unser Bestes tun, um die besondere Freundschaft zwischen Israel und Deutschland zu erhalten. Deutschland wird weiterhin an der Seite Israels stehen, und Israel wird weiterhin ein wunderbarer Freund für Deutschland sein. Ruvi, du hast eine besondere und sehr enge Freundschaft zwischen uns geschaffen. Bei meinem ersten Besuch hier im Jahr 2017 freundeten wir uns wegen unserer Tätigkeit als Fußballexperten an. Aber als Freunde standen wir auch letztes Jahr bei den Veranstaltungen zum 75. Jahrestag der Befreiung von Auschwitz gemeinsam vor den Toren der Hölle. Jahrestag der Befreiung von Auschwitz. Ich sprach in Yad Vashem, als erster deutscher Präsident, und nur einen Tag später sprachen Sie vor dem Bundestag. In den vier Jahren, in denen wir beide Präsidenten waren, haben Sie großes Vertrauen in mich und mein Land gesetzt. Es war mir eine Freude, Sie kennenzulernen. Ich danke Ihnen von ganzem Herzen, dass Sie uns zum letzten Staatsbankett Ihrer Präsidentschaft eingeladen haben. Worte können meine Wertschätzung für diese wunderbare Geste nicht ausdrücken“, fügte er hinzu.

„Ruvi, Sie sind ein wunderbarer Staatsmann und ein Freund. Ihre Präsidentschaft wird in wenigen Tagen enden, aber unsere Freundschaft wird immer bestehen bleiben. Ich freue mich auf viele weitere Gespräche mit Ihnen in der Zukunft“, schloss er.

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