BDS boykottiert Israel, aber eben nicht immer

Die BDS-Bewegung lockert im Kampf gegen Corona seinen Boykott gegen Israel

BDS boykottiert Israel, aber eben nicht immer
Illustration - Kobi Richter/TPS

BDS-Gründer erlaubt, den Boykott gegen Israel zu lockern, sollte der jüdische Staat als erster ein Gegenmittel gegen das Coronavirus entwickeln.

Omar Barghoudi, Gründer der Boykott-Israel-Bewegung (BDS) in Israel, „erlaubte“ am Sonntag seinen Anhängern in einem arabischsprachigem Livestream auf Facebook, israelische Medikamente nutzen zu dürfen, wenn es sich dabei um die einzigen Gegenmittel handele. Würden israelische Forscherinnen und Forscher einen Impfstoff gegen den Coronavirus entwickeln, wäre es den Unterstützern seiner BDS-Kampagne erlaubt, diesen Impfstoff einzunehmen. Er begründete dies damit, dass es am wichtigsten sei, Leben zu retten. Zu einer Normalisierung in den palästinensisch-israelischen Beziehungen würde dies seiner Meinung nach jedoch nicht führen.

In seinem Livestream hetzte Barghouti dann weiter gegen Israel und sagte, dass palästinensischen Arbeitern in Israel die nötigen Schutzmaßnahmen zu verwehrt würden.

Die BDS-Bewegung boykottiert nicht nur israelische Produkte, sondern auch die israelischen Universitäten. Wäre es Barghouti tatsächlich wichtig, Leben zu retten, würde er nicht den akademischen Boykott in einem Land wie Israel unterstützen, denn gerade dort ist die Forschung im Bereich der Medizin und Technik besonders fortschrittlich. Aber wenn es um die eigene Gesundheit geht, darf der Israel-Boykott wohl eine Pause einlegen.