Schneider Aviel

Außerhalb des Radars sieht alles anders aus

Auch Palästinenser wissen, das Leben zu genießen

Arabische Frauen genießen den Strand in Tel Aviv Foto: Miriam Alster/Flash90

Auch die palästinensische Bevölkerung ist in eine soziale Klassengesellschaft aufgeteilt, was aber in den ausländischen Medien kaum zum Ausdruck kommt. Im Ausland werden die Palästinenser grundsätzlich als Flüchtlinge aufgefasst oder als ein Volk, das grundsätzlich unter israelischer Diskriminierung leidet. Aber in palästinensischen Netzwerken und anderen arabischen Quellen wird die palästinensische Bevölkerung als sehr vielfältig dargestellt. Israel Heute stellt Ihnen hier einige Meldungen aus den palästinensischen Netzwerken vor, die auch in den israelischen Medien nicht zu sehen sind, aber viele Einblicke in die palästinensische Gesellschaft geben. Was in den Netzwerken erscheint, ist oft realer als das, was in den Medien zu sehen ist. Daher sind wir mit etlichen arabischen Quellen verlinkt, die uns ein besseres Bild geben als die Medien. Darüber berichten wir häufiger in unserem IH-Telegram-Kanal.

Die meisten werden sicher nicht viel über die palästinensische Klassengesellschaft gehört haben. Ganz unten befinden sich die Palästinenser aus dem Gazastreifen, danach folgen die Palästinenser aus den sogenannten besetzten Gebieten Judäa und Samaria und an der Spitze steht die arabische Bevölkerung Israels, die als Teil des Palästinenservolkes angesehen wird. Auch diese Kategorien können in weitere Klassen aufgeteilt werden, wie zum Beispiel in Judäa und Samaria. Dort steht Bethlehem an der Spitze, unter anderem wegen der christlichen Bevölkerung. Hebron und seine Umgebung liegen in der Klassengesellschaft ganz unten.

In den letzten Wochen ist  in den sozialen Netzwerken häufig gezeigt worden, wie der eine über den anderen innerhalb der palästinensischen Bevölkerung denkt. Während der islamischen Feiertage haben Tausende Palästinenser aus dem biblischen Kernland Judäa und Samaria Israels Küstenstrände zwischen Aschkelon im Süden bis nach Haifa im Norden genossen. Dafür erteilte Israel Genehmigungen, über die Checkposten nach Israel einzureisen, andere sind vielleicht sogar illegal durch Zaunlöcher ins Land eingedrungen. Aber auch dann drückt Israel zu den Feiertagen meistens ein Auge zu. In einem in den Netzwerken veröffentlichten Video klagt ein Palästinenser aus den Gebieten über den Preis von 50 Schekel für eine Pita mit Schawarma in Jaffo, die bei ihm zu Hause nur zehn Schekel kostet.

Aber die größte Aufmerksamkeit erregte ein Video vom Strand von Jaffo , an dem während der islamischen Feiertage  Tausende Palästinenser aus der östlichen Bergkette badeten. Am Strand von Manta Rai bei Jaffo ruft ein arabischer Bademeister über den Lautsprecher nach einer Mutter namens Sahir. Ihr kleines Mädchen Tima ist alleine und sucht ihre Mutter. Der arabische Bademeister ruft: „Sahir komm aus dem Wasser. Schäme dich! Dein Kind ist alleine.“ Der Palästinenser, der die gesamte Situation in dem Video festgehalten hat, fügt seinen eigenen Kommentar dazu:

„Unglaublich, die Einwohner der Gebiete blamieren uns. Die vergessen ihre Kinder am Strand. Was für eine Blamage, Blamage, Blamage (Fadichot auf Arabisch) !“ Dieses Video wurde viral, viele Palästinenser aus Judäa und Samaria fühlten sich dadurch verletzt, weshalb einige mit einer Klage wegen Beleidigung drohten.

 

Zur gleichen Zeit tobte auch ein anderer Film aus dem Gazastreifen in den palästinensischen Netzwerken. Ein feiner Dinner-Abend mit lauter Musik, wo Männer und Frauen zusammen um die Tische sitzen wurde als „Korruption der Moral“ kritisiert. Auch wenn die Sängerin mit einem Hidschab (Kopftuch) auftrat, so ist dies kein Vorbild für einen traditionellen Islam, erst recht nicht im Gazastreifen, wo ein fanatisches Hamasregime herrscht. Aber neben der Kritik gab es auch junge Palästinenser, die das Vorgehen an diesem Abend begrüßten: „Das ist ein Fortschritt und Offenheit gegenüber dem Westen.“

In einem anderen Fall erklärte eine palästinensische Berühmtheit namens Huda, dass im Gazastreifen auch ein anderes Leben existiert. „Es gibt nicht wenige Menschen, die sich ein nobles Leben im Gazastreifen leisten können.“ Geld regelt alles, auch die islamischen Vorschriften. Übrigens, dieser Abend wurde im beliebten Cedar Restaurant in der Kairo Straße im Gazastreifen aufgenommen, nur 100 Meter vom Strand entfernt. Gemäß Google Bewertung hat das Cedar Restaurant die gute Note von 4,5 in insgesamt 56 Kritiken erhalten.

 

In Tel Aviv haben palästinensische Paparazzi ihren Gouverneur von Hebron Jabrin Albakri erwischt, wie er in einer Eisdiele saß. Auch dies wurde in den sozialen Netzwerken sowohl positiv als auch negativ beurteilt. Zu Hause in Hebron kritisieren Palästinenser Israel für das Verhalten, aber auf der anderen Seite wissen auch sie, das Leben in Israel zu genießen. Und nicht nur der Gouverneur.

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