„Ich bin nicht dein Spielzeug, du dummer Junge“ heißt es im Refrain der israelischen Sängerin Netta Barzilai. Mit ihrem Lied „Toy“ überzeugte die 25-Jährige ganz Europa und fuhr damit zum vierten Mal für Israel den Sieg beim Eurovision Song Contest ein. Sie trägt schrille Outfits und schert sich nicht darum, dass ihre füllige Figur nicht dem vorherrschenden Idealbild entspricht. „Danke, dass ihr das Anderssein gewählt habt! Danke, dass ihr die Vielfalt gefeiert habt!“ Es sind alles kristallklare Statements, die in ihrem poppigen Siegerlied stecken.
Mit 529 Punkten hatte die studierte Jazz-Sängerin fast hundert Punkte Vorsprung zur Zweitplatzierten aus Zypern (436). Und von vornherein war klar, dass das europäische Publikum in Netta und Toy verliebt ist, mehr als die Länder und die Fach-Jury sie mit Punkten überhäufen konnten. So höre ich auch von Freunden in Europa, dass Israel von den einfachen Menschen auf der Straße mehr geschätzt wird, als von ihren Regierungen. Die Favoritin und ihre lautstarke Aussage zum Thema #MeToo wurde unter ESC-Fans gefeiert, auf YouTube wurde ihr Video über 23 Millionen Mal...
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