Arabischer Israeli berichtet über jüdische Wurzeln seines arabischen Ortes

von David Shishkoff

Leben, Sterben und… Jeep fahren (?!), Seite an Seite

Foto: Symbolfoto - Nati Shohat/Flash90

Guten Morgen liebe Leser!

Vor ein paar Tagen habe ich endlich einen Mechaniker gefunden, der meinem alternden Jeep helfen kann, er scheint der Experte für derlei Fälle in Nordisrael zu sein. Nennen wir ihn „D“. Sein Dorf liegt im Nordwesten Galiläas und schmiegt sich in grünes, mit Steinen übersätes Hügelland, das mit unzähligen Olivenbäumen bedeckt ist.

Mit der WAZE-App konnte ich durch das Labyrinth seines israelisch-arabischen Dorfes navigieren, um seine kleine Werkstatt zu finden, die unter dem kleinen Wohnhaus der Familie versteckt ist, das er, seine Eltern und Geschwister ihr Zuhause nennen.

Der Mechaniker, mein neuer Freund, überraschte mich gleich zu Beginn des Gesprächs, während wir eine kleine Tasse Kaffee mit Kardamom tranken, als er mir erzählte, dass es in seinem Dorf alte jüdische Gräber gibt und dass der Ortsname sogar in der hebräischen Bibel erwähnt wird! Das ist nicht das, was ich zu hören erwartete, da die offizielle arabisch-muslimische Erzählung dazu neigt, die jüdische Präsenz in diesem Land als ein neues koloniales „Artefakt“ der letzten hundert ungeraden Jahre zu degradieren.

Nachdem er mein Auto repariert hatte, brachte mich „D“ zu den Gräbern dieser alten jüdischen Rabbis [siehe Anmerkung unten] – die dort Seite an Seite mit arabischen Grabsteinen auf einem kleinen Friedhof stehen. Auf seine Anregung hin schaute ich mir sein Dorf in den hebräischen Schriften an. Kabul wird in der Bibel in Josua 19,27 tatsächlich als Grenzstadt zu einem Stamm erwähnt, wobei das Gebiet von Ascher „links an Kabul vorbei verläuft“.

Das Grab von Rabbiner Abraham ibn Ezra (links) neben arabischen Grabsteinen im Dorf Kabul. Ibn Ezra wurde um 1090 n. Chr. in Spanien geboren und war ein bekannter Bibelkommentator und sogar ein Mathematiker.

Wir unterhielten uns darüber, wie israelisch-arabische Bürger über Israel denken, und darüber, wie er die palästinensischen („Westjordanland“) arabischen Perspektiven auf Israel sieht.

Er sagt, dass die Palästinensische Autonomiebehörde im gesamten „Westjordanland“ nicht in der Lage wäre, Frieden und Stabilität aufrechtzuerhalten, wenn sie nicht Israel in die Gleichung mit einbeziehen, und dass sich die palästinensischen Fraktionen gegenseitig umbringen würden, wenn man ihr uneingeschränkte und vollständige Autonomie gewährte. Er sagt, dass es im „Westjordanland“ ultrareiche Landbesitzer und extrem arme Menschen auf der Straße gibt, die nichts zu essen haben. Er schätzt, dass mindestens die Hälfte der Palästinenser im „Westjordanland“ es vorziehen würde, unter vollständiger israelischer Souveränität und Staatsbürgerschaft und nicht unter der Palästinensischen Autonomiebehörde zu leben.

„D“ bezeichnete dies als eine einfache wirtschaftliche Angelegenheit. In Israel gibt es ein wirtschaftliches Sicherheitsnetz. Selbst wenn es für einen israelischen Staatsbürger schrecklich läuft, wird die Regierung ihm Sozialhilfe in Höhe von fast eintausend Dollar pro Monat gewähren. Man wird also nicht verhungern. Er sagt, dass die Palästinenser im Westjordanland es vorziehen würden, den israelischen Mindestlohn (etwa 1500 Dollar pro Monat) zu verdienen, der etwa fünfmal so hoch ist wie ihr Lohn.

„D“ sagt, dass es in Galiläa und in Israel im Allgemeinen eine gute Koexistenz gibt. Allerdings stört ihn das, was er als bestimmte Elemente der jüdischen Siedler im Westjordanland ansieht, die ohne Rechtfertigung mit Waffen auf Palästinenser schießen.

„D“ rühmt sich damit, dass über 90 % seiner Kunden für Jeepreparaturen jüdische Israelis sind und „es gibt kein Problem“. Er unternimmt Jeepreisen mit seinen Kunden – von denen er viele auch als Freunde betrachtet.

Israelis – sowohl Juden als auch Araber – lieben das Jeepfahren.

Als ich wartete, während er an meinem Jeep arbeitete, kamen zwei jüdische Kunden im Ruhestand vorbei, um Kaffee zu trinken und mit ihm zu plaudern. Dann kam der Dorfscheich vorbei. Er schüttelte mir die Hand und sah mir freundlich in die Augen.

Auch wenn „D“ mit seinem Leben in Israel zufrieden ist, ist er doch nicht blind, was die problematische israelische Regierungsbürokratie angeht. Seinem Dorf ist es in mehr als einem Jahrzehnt nicht gelungen, die Zustimmung für ein dringend notwendiges neues Viertel zu erhalten. Sogar darin müssen Juden und Araber Seite an Seite gegen die Bürokratie kämpfen, obwohl die Araber wahrscheinlich noch mehr gegen die Bürokratie ankämpfen.

Die Grundlagen für eine echte Koexistenz und Frieden sind bereits vorhanden. Man würde es jedoch nicht wissen, wenn man sich jahrzehntelange einseitige Kritik an Israel in den Vereinten Nationen und in den internationalen Nachrichtenmedien anhören würde.

 

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Das Wetter für heute in Israel

Heiter bis teilweise bedeckt. Ab Mittag kann es im Norden und in Zentrum des Landes zu vereinzelten Regenschauern kommen. Für heute werden folgende Höchsttemperaturen erwartet: Jerusalem 18 Grad, Tel Aviv 22 Grad, Haifa 20 Grad, Tiberias am See Genezareth 23 Grad, am Toten Meer 23 Grad, Beersheva 21 Grad, Eilat am Roten Meer 25 Grad. Der Wasserpegel des See Genezareth ist unverändert und liegt bei  – 209.955 m unter dem Meeresspiegel. Es fehlen 115,5 Zentimeter bis zur oberen Grenze!

Pelikane an einem Wasserreservoir in Emek Hefer, Nordisrael

Die Redaktion von Israel Heute wünscht allen Lesern einen angenehmen Dienstag. Machen Sie es gut.

 

Schalom aus Jerusalem!

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