ANALYSE: Neue Enthüllungen beweisen, wie Recht Netanjahu in Bezug auf das iranische Atomprogramm hat

Israel beobachtet den Iran so genau, dass es mehr über das Atomprogramm wissen könnte als die Ayatollahs selbst.

ANALYSE: Neue Enthüllungen beweisen, wie Recht Netanjahu in Bezug auf das iranische Atomprogramm hat

Am Freitag reagierte der Iran auf die Rede, die der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu während der jährlichen Generalversammlung der Vereinten Nationen in New York gehalten hatte, in der er enthüllte, dass der Iran in seiner Hauptstadt Teheran eine weitere geheime Atomanlage hat.

Netanjahu sagte, ein geheimes Atomlager in Teheran enthalte 300 Tonnen Kernmaterial und verlangte, dass die Internationale Atomenergiebehörde (IAEO) die Beweise, die Israel in seinem Besitz habe, sofort untersuche.

Der israelische Ministerpräsident sagte auch, der Iran habe im letzten Monat 15 Kilogramm radioaktives Material in der Umgebung von Teheran verteilt, um seine Aktivitäten in der Einrichtung zu verbergen.

Als Israel diese Informationen kürzlich der IAEO mitteilte, taten die Atomwächter nichts, laut einem namentlich nicht genannten israelischen Beamten, der mit dem israelischen Fernsehsender TV Channel 10 sprach.

Der Mossad, Israels Geheimdienst, weiß genau, was in der Einrichtung gelagert wird, so der Beamte, genau so, wie er wusste, was im geheimen Atomarchiv in Teheran war, aus welchem Israel am 31. Januar dieses Jahres die iranischen Atomgeheimnisse gestohlen hatte.

Netanjahus Behauptungen seien „grundlos und lächerlich“, so Bahran Qassemi, der Sprecher des iranischen Außenministeriums.

Javad Zariff, der iranische Außenminister, nannte Netanjahus Präsentation bei der Generalversammlung der Vereinten Nationen „eine Kunst- und Handwerksausstellung“, welche verschleiern soll, dass Israel sein eigenes Atomgeheimnis hat und sein nicht deklariertes Atomarsenal ein Verweis auf das sei, was Israel seine Lebensversicherung nennt.

Israels geschätzte fünfundsechzig bis fünfundachtzig Gefechtsköpfe, laut einer Studie der Rand Corporation, sind jedoch als ultimative Verteidigungswaffe gedacht, falls das Land von Vernichtung bedroht sein sollte.

Israel hat außerdem wiederholt versprochen, dass es niemals das erste Land sein wird, das Atomwaffen in den Nahen Osten bringen würde.

Der Iran hingegen exportiert aggressiv die Islamische Revolution in andere Teile des Nahen Ostens und ist der weltweit führender Sponsor des Terrorismus.

Die Islamische Republik benutzt nicht nur Worte, um Israel mit der Zerstörung zu drohen, sondern arbeitet auch aktiv an der Vernichtung des jüdischen Staates, den sie einen Krebstumor nennt, der entfernt werden muss.

Darüber hinaus verursacht der Iran, Chaos in mehreren arabischen Ländern wie dem Jemen, Saudi-Arabien, dem Irak, Syrien und dem Libanon, der als erstes arabisches Land ein iranischer Satellitenstaat wurde.

Netanjahus Enthüllungen bei der UNGA folgten jüngsten Informationen darüber, wie der Iran weiterhin die Welt über sein Atomwaffenprogramm täuscht, das trotz des bahnbrechenden Nuklearabkommens von 2015 zwischen der Islamischen Republik und sechs Weltmächten bis heute noch besteht.

Dies wurde vom israelischen Enthüllungsjournalisten Ronen Bergman, dem Autor des 2009 erschienen Buches „Der geheime Krieg mit dem Iran“, in einem auf Hebräisch verfassten Artikel aufgedeckt, der am 7. September veröffentlicht wurde.

In dem Artikel, der auf iranischen Originaldokumenten basierte, enthüllte Bergman, dass das Material, das der Mossad während der waghalsigen Razzia in Teheran Anfang dieses Jahres beschlagnahmte, deutlich zeige, dass der Iran nie aufgehört hat, an der Entwicklung einer Atomwaffe zu arbeiten.

Offiziell hat die Islamische Republik 2003, nach dem Einmarsch der US-Armee in den Irak im März des Jahres, ihr Atomwaffenprogramm „AMAD“ eingestellt, da das Regime in Teheran dachte, dass es als nächstes an der Reihe wäre.

Bergman schrieb, dass der Mossad das Lager in Teheran länger als ein Jahr beobachtet habe und genau wusste, was dort gelagert wurde.

Als ein Team von Dutzenden Mossad-Agenten in die Einrichtung eindrang, wusste man, welcher der 32 gigantischen Tresore die relevantesten Informationen über das AMAD-Projekt und seinen geheimen Nachfolger, das „Projekt Sfand“, enthielt.

Das Sfand Projekt, welches vom iranischen Nuklearforscher Fakhri Zada geleitet wurde, wurde im Herbst 2003 begonnen.

Zada erhielt einen Brief von Abassi-Duwani, einem weiteren iranischen Nuklearexperten, der Zada riet, die Teile des Atomprojekts mit friedlichem Charakter zu veröffentlichen, um die internationale Gemeinschaft zu täuschen.

Abassi-Dawani schrieb, dass die Neutronenforschung geheim gehalten werden sollte, weil sie zeigen würde, dass der Iran die Forschung für die Entwicklung einer Atomwaffe fortsetzte.

Der Mossad beschlagnahmte auch einen Brief des damaligen iranischen Verteidigungsministers Simhani, der erklärte, dass Sfand folgendes beinhalten würde: Das Projekt Serab 1, eine Einrichtung für einen unterirdischen Test mit einer Atombombe, und Serab 2 und 3, Einrichtungen für die Produktion und Integration eines nuklearen Sprengkopfes für die ballistische Shihab 3 Rakete.

Die Leiter des Sfand-Projekts, das eine direkte Folge eines Beschlusses des obersten iranischen Führers Ayatollah Al Khamenei war, beschlossen auch, der IAEO den Zugang zu militärischen Einrichtungen zu verweigern, in denen Iran an seinem Atomwaffenprogramm arbeitet.

Aus diesem Grund verweigerte der Iran den Inspektoren der IAEO zunächst den Zugang zum Militärstützpunkt in der Nähe von Parchin, wo die Islamische Republik verdächtigt wurde, mit Sprengkapseln für Atomsprengköpfe in Spezialröhren Tests durchgeführt zu haben.

Als die IAEO schließlich Zugang zu Parchin erhielt, hatten die Iraner praktisch alle Beweise für ihre nuklearen Aktivitäten dort entfernt.

Bergman veröffentlichte jetzt sogenannte Selfies iranischer Atomwissenschaftler, die neben zwei verschiedenen Arten von Testkammern für die Detonatoren in Parchin standen.

„Vermutlich hat sich keiner der Fotografen vorgestellt, dass seine Bilder jemals nach Israel gelangen würden“, schrieb Bergman und fügte hinzu, dass die Fotos, die er gesehen habe, zweifelsfrei bewiesen, dass der Iran über die militärischen Dimensionen seines Atomprogramms gelogen habe.

Das Mossad-Material belegte auch, dass der Iran über die Ausrüstung für die Neutronenforschung gelogen hatte, die angeblich nicht in seinem Besitz war und ebenso über eine hoch entwickelte Kamera, die den Moment der Kettenreaktion erfassen konnte, die zur Detonation einer Atombombe führte.

Die vom Mossad gestohlenen 55.000 Seiten und 182 Disketten enthielten weitere Beweise dafür, dass der Iran tatsächlich eine Atomwaffe in unterirdischen Bunkern entwickelt und dies mit Ausrüstung, von welcher die Islamische Republik immer behauptet hatte, dass sie sich nicht in ihrem Besitz befände.

„Die Quintessenz des Materials ist klar und scharf und unbestreitbar: Es ist ein Mega-Betrug, an dem hochrangige iranische Beamte und hunderte von Menschen jahrelang teilnahmen“, schrieb Bergman.

„Zwei Jahrzehnte lang hat der Iran bestritten, dass es ein militärisches Atomprojekt habe. Aber die Inhalte der nach Israel gebrachten Tresore erzählen eine andere, völlig entgegengesetzte und unleugbare Geschichte: Seit Jahren führt der Iran ein verdecktes Nuklearprojekt zur Herstellung von fünf Atombomben“, behauptete er.

Sowohl Bergman, der Kontakte innerhalb des Mossads und anderen israelischen Geheimdiensten hat, als auch die israelische Regierung sind davon überzeugt, dass das Sfand-Projekt nach der Umsetzung des Atomabkommens zwischen dem Iran und sechs Weltmächten im Jahr 2016 fortgesetzt wurde.

Irans Mega-Betrug begann 1987, als Khamenei, während eines geheimen Treffens der Atomenergieorganisation Irans, die die Entwicklung einer Atomwaffe wegen „externer Bedrohungen“ anordnete.

„Das Wenige, was wir tun können, um dieser Gefahr zu widerstehen, besteht darin, unseren Feinden bewusst zu machen, dass wir uns selbst verteidigen können. Dementsprechend wird jeder Schritt, den wir hier unternehmen, der Verteidigung unserer Nation und ihrer Revolution dienen. Zu diesem Zweck müsst ihr hart und schnell arbeiten“, sagte Khamenei damals.

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