ANALYSE: Gewalt auf dem Tempelberg wurde organisiert und finanziert

Derzeit wird das Komplott der palästinensischen Führung aufgedeckt, neue Gewalt auf dem Tempelberg zu entfachen und einen neuen Krieg mit Israel zu beginnen. Doch hört eigentlich irgendjemand zu?

von Yochanan Visser | | Themen: Tempelberg
Terroristen auf dem Tempelberg. Hamas-Fahnen wehen über der heiligsten Stätte des Judentums. Foto: Jamal Awad/Flash90

Die palästinensische Gewalt gegen Israel, die im März begann, konzentriert sich nun auf den Tempelberg in Jerusalem und droht außer Kontrolle zu geraten. Es ist klar geworden, dass diese neue Gewalt am heiligsten Ort des Judentums organisiert und finanziert wurde und dass ein Propagandakrieg gegen Israel geführt wird, um die Spannungen zu schüren.

Der Tempelberg in Jerusalem ist zum Zentrum der aktuellen palästinensischen Gewaltwelle geworden, die Israel heimsucht.

Während des Freitagsgebets am 15. April, als Tausende von Muslimen auf den Platz strömten, auf dem sich heute die Al-Aqsa-Moschee und der Felsendom befinden, kam es zu massiven Ausschreitungen.

Palästinensische Araber hatten Teile der Pflasterung des Platzes demoliert und die Steine zerschlagen.

Die israelischen Polizeikräfte wurden aus dem Inneren der Moschee heraus mit Steinen, Molotowcocktails und Feuerwerkskörpern angegriffen.

Juden, die unten an der Klagemauer waren, mussten in Deckung gehen, woraufhin die Polizei eingriff. Beamte der Grenzpolizei und der regulären Polizei betraten die Al-Aqsa-Moschee und lieferten sich Auseinandersetzungen mit den anwesenden Muslimen.

Etwa 150 palästinensische Araber wurden bei den Zusammenstößen verletzt, während die Polizei 470 weitere Personen festnahm.

Bis zum Mittag gelang es der Polizei, die Ruhe teilweise wiederherzustellen, und die 50.000 Muslime, die an den Nachmittagsgebeten teilnahmen, verzichteten auf Gewaltanwendung.

Siehe: Spannungen auf dem Tempelberg bedrohen Israel

Die israelische Polizei reagiert auf muslimische Gewalt auf dem Tempelberg in Jerusalem. Foto: Yonatan Sindel/Flash90

Aufstachelung

Die Hamas versuchte unterdessen, die Spannungen weiter zu schüren, indem sie die Randalierer für die „heldenhafte Konfrontation mit den zionistischen Besatzern“ lobte.

„Unsere Nation wird sich erheben und der Al-Aqsa-Moschee und ihren Pilgern zu Hilfe kommen. So wie sie alle Schlachten gegen dieses Regime gewonnen haben, werden die Besatzer auch in dieser Schlacht besiegt werden“, erklärte Hamas-Sprecher Fawzi Barhoum.

Die Hamas sieht sich selbst als Schutzherrin der Al-Aqsa-Moschee und des Haram al Sharif, des Tempelbergs.

Die Terrororganisation hatte bereits vor dem Beginn des jüdischen Pessachfestes, das am Freitagabend letzter Woche begann, eine Hetzkampagne gestartet.

Dies geschah, nachdem eine jüdische Randgruppe Juden dazu aufgerufen hatte, während des Pessachfestes in Massen auf den Tempelberg zu kommen.

Die Organisation versprach eine finanzielle Belohnung für jeden, der den Tempelberg besteigt.

Wer es schaffe, ein Schaf auf den Berg zu bringen und es dort zu opfern, könne sich auf eine Belohnung von 10.000 Schekel (3.200 Dollar) freuen, versprach die Gruppe.

Siehe: Jüdische Bewegung will Pessach-Lamm auf dem Tempelberg opfern

Der israelische Premierminister Naftali Bennett rief später in einer Erklärung zu Toleranz und Respekt für jede der drei großen Religionen in Jerusalem auf.

Außerdem garantierte er allen Pilgern, unabhängig von ihrer Religion, einen sicheren Besuch auf dem Tempelberg.

Randalierer oder Gläubige? Die Palästinenser behaupteten, sie reagierten auf ein Komplott einer kleinen jüdischen Randgruppe. Aber Israel hätte diesen Juden niemals erlaubt, ein Lamm auf dem Tempelberg zu opfern. Bild: Jamal Awad/Flash90

Ausländische Einmischung

Bennetts Erklärung war jedoch für die palästinensische Führung inakzeptabel, die sich an der darauf folgenden Hetzkampagne gegen Israel beteiligte.

In der Desinformationskampagne wurde Israel als „Aggressor“ dargestellt, und es wurde fälschlicherweise behauptet, Israel unternehme einen neuen Versuch, den Status quo auf dem Tempelberg zu ändern.

Nachdem die palästinensische Gewalt auf dem Tempelberg am Sonntag und Montag letzter Woche anhielt, wies Bennett die israelischen Sicherheitskräfte an, alles in ihrer Macht Stehende zu tun, um den Unruhen ein Ende zu setzen.

Daraufhin schalteten sich auch Dritte in den Konflikt ein und verurteilten die „israelische Gewalt“ und eine angebliche „Änderung der israelischen Politik gegenüber der Al-Aqsa-Moschee“.

So rief der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan den Chef der Palästinensischen Autonomiebehörde, Mahmud Abbas, an und verurteilte Israels „Einmischung und Provokationen“ am Haram al-Sharif.

Der türkische Diktator versprach Abbas außerdem, dass die Türkei immer an der Seite der Palästinenser stehen werde.

Erdogans Worte zeigten, dass seine jüngsten Annäherungsversuche an Israel zwecklos waren und keinerlei Wert hatten.

Auch der jordanische König Abdullah II. schaltete sich in den Konflikt ein und wies seine Regierung an, regionale und internationale Unterstützung für mehr Druck auf Israel zu gewinnen.

Das jordanische Außenministerium gab daraufhin eine Erklärung ab, in der es hieß, dass „Israels Versuch, den Status quo auf dem Haram Sharif zu ändern, eine gefährliche Eskalation darstellt“.

Das Ministerium gab Israel die Schuld an der Gewalt und erklärte, die israelische Regierung trage die volle Verantwortung für diese Eskalation.

„Die israelische Polizei hat kein Recht, Besuche von Nicht-Muslimen auf dem Haram al-Sharif zu organisieren. Nur der Waqf, der islamische Hüter des Haram al-Sharif, kann dies tun“, erklärte das jordanische Außenministerium. Der jordanische Außenminister hielt daraufhin im jordanischen Parlament eine scharfe Anti-Israel-Rede, und der israelische Botschafter in Jordanien wurde vorgeladen, um ihn zurechtzuweisen.

Mahmud Abbas, forderte unterdessen die US-Regierung auf, einzugreifen und ihr Schweigen angesichts der Aggression, die die ganze Region in Brand zu setzen droht, zu brechen.

„Die internationale Gemeinschaft muss sofort eingreifen, um das palästinensische Volk zu schützen“, forderte Abbas.

Die Unruhen in Jerusalem führten auch zu einer Dringlichkeitssitzung des Sicherheitsrates der Vereinten Nationen, doch das UN-Gremium verzichtete auf eine Verurteilung Israels, nachdem es Videobilder von Steinwürfen und anderen palästinensischen Gewalttaten gesehen hatte, die den 15 Mitgliedern des Rates von der israelischen Delegation bei der UNO übermittelt worden waren.

Die Hamas und die Palästinensische Autonomiebehörde sind bestrebt, die Aufmerksamkeit der Weltöffentlichkeit zurückzugewinnen, indem sie das Pulverfass Tempelberg in Brand setzen. Aber zumindest dieses Mal scheint der UN-Sicherheitsrat verstanden zu haben, wer wirklich die Schuld an der Eskalation trägt. Bild: Yonatan Sindel/Flash90

Keine spontane Eskalation

Inzwischen steht fest, dass die Gewalttaten, die am vergangenen Freitag am Vorabend des Pessachfestes begannen, organisiert waren.

Nihad Zreiyer, ein Mitglied von Abbas‘ regierender Fatah-Partei, organisierte den Ausbruch der Gewalt.

Er brachte Hunderte von jungen palästinensischen Arabern zur Al-Aqsa-Moschee und befahl ihnen, sich auf eine Konfrontation mit der israelischen Polizei vorzubereiten.

Die Gruppe von Jugendlichen kam aus dem arabischen Teil Jerusalems und umfasste auch Hamas-Mitglieder.

Mit Megafonen rief die Gruppe andere Muslime dazu auf, bei der sich abzeichnenden Konfrontation mit den israelischen Sicherheitskräften die Al-Aqsa Moschee zu „schützen“.

Die Gruppe, die sich selbst als „Al-Aqsa-Bande“ bezeichnete, lobte über die Megafone unter anderem „den Widerstand der Hamas und des Palästinensischen Islamischen Dschihad“ und rief die beiden Terrorgruppen auf, einen weiteren Krieg mit Israel zu beginnen.

Die Bande wurde von der Palästinensischen Autonomiebehörde und der Türkei finanziert, um sich auf den Kampf um den Tempelberg vorzubereiten.

Die Hamas versucht nun, die Spannungen weiter anzuheizen, indem sie Raketen auf den Süden Israels abschießt und Boden-Luft-Raketen gegen israelische Kampfflugzeuge einsetzt, die im Gazastreifen Vergeltungsschläge durchgeführt haben.

Es bleibt jedoch abzuwarten, ob die derzeitige Eskalation zu einem neuen Krieg zwischen den palästinensischen Terrorgruppen im Gazastreifen und den israelischen Verteidigungsstreitkräften führen wird.

Die Hamas hat sich bisher davor gehütet, Raketensalven abzuschießen oder Gewalt entlang der Grenze zu Israel im Gazastreifen zu organisieren.

Die Gruppe leidet noch immer unter den Folgen des 11-tägigen Krieges im Mai 2021 und ist mit dem Wiederaufbau ihrer militärischen Infrastruktur sowie dem Wiederaufbau der zivilen Gebiete im Gazastreifen beschäftigt.

Der israelische Verteidigungsminister Benny Gantz hielt unterdessen eine Dringlichkeitssitzung mit Gemeindevorstehern in der Peripherie des Gazastreifens ab, um die Situation zu erörtern. Dazu mobilisierte Gantz IDF-Reservisten und schloss den Grenzübergang Erez nach Gaza.

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