ANALYSE: Ein neuer palästinensisch-israelischer Krieg am Horizont

Israel und die den Gazastreifen regierende Hamas stehen kurz vor einem offenen Krieg, zu dem die Palästinensische Autonomiebehörde zu drängen scheint.

ANALYSE: Ein neuer palästinensisch-israelischer Krieg am Horizont

Am Sonntag erklärte der israelische Premierminister Benjamin Netanjahu seinem Kabinett, dass die israelischen Verteidigungskräfte (IDF) sich auf einen Krieg gegen die Hamas und andere vom Iran unterstützte Terrororganisationen im Gazastreifen vorbereiten.

Der israelischen Nachrichtensendung Hadeshot zufolge sagte Ministerpräsident Netanjahu zu seinen Ministern, dass angesichts des Versuchs der Palästinensischen Autonomiebehörde, die Hamas im Gazastreifen “zu ersticken”, man weit entfernt von einer gewissen zivilen Notlagen in der Küstenenklave sei.

“Wir bereiten uns militärisch vor – das ist keine leere Aussage”, warnte Netanjahu.

In der vergangenen Woche sandte die IDF bereits Verstärkung an die Grenze zu Gaza und begann mit Drohnen Ballons und Drachen abzuschiessen, die im Süden Israels bereits eine ökologische Katastrophe verursacht und viele Tiere getötet haben.

Darüber hinaus schränkte Israel die Fischereizone vor der Küste in Gaza von 9 auf 6 Seemeilen ein und erlaubte zugleich Katar, die immer schlimmer werdende humanitäre Krise in der Küstenenklave zu lindern.

Am Samstag berichtete die libanesische Tageszeitung Al Akhbar, dass Katar mit stillschweigender Billigung der USA und der UN begonnen habe, Mittel über Israel nach Gaza zu leiten.

Katar war bereit, für Treibstoff zu bezahlen, der es dem einzigen Kraftwerk in Gaza erlaubte, den Betrieb wieder aufzunehmen, während die UNO mit den von Katar gespendeten Mitteln die Gehälter der Beamten für drei Monate bezahlen würde.

Darüber hinaus bot Israel an, 5000 Geschäftsleuten aus Gaza Einreisegenehmigungen für geschäftliche Zwecke zu erteilen.

Das neue Hilfspaket kam jedoch nicht zustande, weil der Führer der Palästinensischen Autonomiebehörde Mahmud Abbas die Maßnahmen blockierte.

Vergangene Woche hatte Abbas Berichten zufolge ein Ultimatum an die Hamas in Gaza gerichtet, nachdem erneute ägyptische Bemühungen um ein Versöhnungsabkommen zwischen der PA und der Hamas kläglich gescheitert waren.

Der Hamas-Regierung in Gaza wurde einen Monat Zeit gegeben, die Macht an die Palästinensische Autonomiebehörde abzutreten oder einer vollständigen Einfrierung der Mittel seitens der zentralen palästinensischen Regierung in Ramallah gegenüberzustehen.

Die Palästinensische Autonomiebehörde überweist der Hamas in Gaza immer noch monatlich 96 Millionen Dollar, doch Abbas hat erklärt, dass die Palästinensische Autonomiebehörde nicht für die finanzielle Situation in Gaza verantwortlich gemacht werden sollte, solange sich die Hamas weigert, die Macht abzugeben und ihren militärisschen Arm zu entwaffnen – die Qassam-Brigaden.

Die Politik von Abbas gegenüber dem Gazastreifen hat den ägyptischen Präsidenten Abdel Fateh el-Sisi verärgert, der Ende letzter Woche ein angespanntes Telefonat mit dem angeschlagenen PA-Führer führte.

El-Sisi warnte Abbas vor zusätzlichen Maßnahmen gegen die Hamas in Gaza, weil er der Meining ist, dass es die Sinai-Halbinsel weiter destabilisieren würde, wo die ägyptische Armee den Wilayat Sinai, einen der vielen ISIS-Zweige der Welt, bekämpft.

Abbas soll dem ägyptischen Präsidenten gesagt haben, dass nicht seine Politik die Sicherheit Ägyptens gefährde, sondern “die Errichtung eines Staates der Muslimbruderschaft in Gaza”.

Die Hamas hat unterdessen ihre gewalttätige Kampagne gegen Israel intensiviert und am vergangenen Freitag eine der größten gewalttätigen Demonstrationen entlang der Grenze zu Israel seit dem Beginn des “Großen Marsches der Rückkehr” Ende März organisiert.

Bei dieser Orgie der Gewalt warfen palästinensische Araber Granaten, Molotowcocktails und improvisierte Sprengsätze an IDF-Stellungen entlang der Grenze, während die Hamas auch damie begann, IDF-Soldaten nachts anzugreifen.

Darüber hinaus versuchte die sunnitische Terrororganisation, durch Sicherheitslücken entlang der Gaza-Grenze nach Israel zu infiltrieren.

Am Montagabend provozierten etwa 7000 palästinensische Araber israelische Truppen, indem sie sie mit brennenden Reifen, Steinen und Brandbomben attackierten, während Dutzende von Booten versuchten, die israelische Seeblockade zu durchbrechen, berichtete Arutz 7.

Die israelischen Sicherheitsdienste sind jetzt sehr besorgt, dass die Gewalt sich auf Judäa und Samaria ausbreiten wird.

Nach der Ermordung des israelischen Aktivisten Ari Fuld, der vor zwei Wochen von einem palästinensischen Terroristen in den Rücken getroffen worden war, kam es in Judäa und Samaria zu einem deutlichen Anstieg der terroristischen Aktivitäten.

Palästinensische Terroristen griffen jüdische Dörfer und Städte in der Gegend mit Feuerballons an, verstärkten Messerattacken auf IDF-Soldaten und setzten auch Schussangriffe auf israelische Soldaten und Bürger fort.

Der grausame Mord an zwei israelischen Juden im Barkan Industriepark nahe der Stadt Ariel in Samaria am Sonntag war offenbar geplant.

Ashraf Walid Suleiman Na’alwa, der palästinensische Terrorist, der den Angriff verübt hatte, war wochenlang nicht zur Arbeit in der Recyclingfabrik in Barkan erschienen und hatte drei Tage vor dem Doppelmord einem Freund einen Abschiedsbrief hinterlassen.

Seine Waffe, eine angefertigte Carl-Gustav-Maschinenpistole, wurde höchstwahrscheinlich von der Hamas bereitgestellt, die in Judäa und Samaria illegale Waffengeschäfte betreibt.

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