ANALYSE: Der Versuch, Israel in einen Krieg zu verwickeln, schlägt fehl

Experten warnen und sagen, dass Israel entschiedener gegen Versuche vorgehen sollte, den Tempelberg zu übernehmen.

Unruhen am Tempelberg
Hadas Parush/Flash90

Das von der Hamas, dem palästinensischen Islamischen Jihad (PIJ), der Palästinensischen Autonomiebehörde und Jordanien geplante Szenario weitverbreiteter Unruhen in Judäa, Samaria und Jerusalem wegen angeblicher israelischer „Aggression“ gegen die Al-Aqsa-Moschee kam am Sonntag nicht zustande.

Tausende von Muslimen kamen zum Tempelberg in Jerusalem, um am ersten Tag des Eid al-Adha-Festes zu beten und Juden daran zu hindern, die heiligste Stätte im Judentum zu besuchen.

Am Eingang der heiligsten Stätte des Judentums warteten Hunderte von Juden auf das Ende der muslimischen Gebete.

Der WAQF verzögerte jedoch absichtlich die Gebete, nachdem sich palästinensische Muslime geweigert hatten, den Platz zu verlassen und blockierten gewaltsam die Eingänge zu den muslimischen Schreinen auf dem Tempelberg.

Unterdessen forderten die Hamas und der PIJ die palästinensischen Araber in Judäa und Samaria auf, auf die Straßen zu gehen und die „zionistische Besatzung“ zu bekämpfen, doch der Aufruf wurde fast überall ignoriert.

Die Juden wollten am Tisha B’Av den Platz besuchen, auf dem einst die beiden jüdischen Tempel standen – am jährlichen Gedenktag, der an die Zerstörung der von Salomon und Herodes erbauten Tempel erinnert.

Auf Anordnung von Ministerpräsident Benjamin Netanjahu entschloss sich die Polizei zunächst, Juden den Zugang zum Tempelberg zu verweigern, aus Angst, dass dies eine neue Welle weitverbreiteter Gewalt auslösen würde.

Nachdem es der israelischen Polizei jedoch gelungen war, die Gewalt zu unterdrücken und den oberen Teil des Tempelberges zu kontrollieren, durfte die wartende Menge der Juden den Berg betreten.

Jordanien warf derweil Öl ins Feuer, in der Person von Ayman Safadi, dem Außenminister des Landes, der Israel beschuldigte, „den Status Quo” auf dem Tempelberg zu verletzen und nicht näher bezeichnete „Verstöße” zu begehen.

Safadi forderte die internationale Gemeinschaft außerdem auf, angesichts der „israelischen Verstöße im besetzten Jerusalem“ nicht zu schweigen.

Gleichzeitig startete die PA eine neue Hetzsoffensive in den arabischen Medien.

Arabische Medien berichteten, dass Tausende (jüdische) „Siedler” die Al-Aqsa-Moschee „gestürmt” und das Heiligtum „verschmutzt” hätten.

Dieselben Medien stellten die jüdische Geschichte auf dem Tempelberg in Frage und beschuldigten israelische „extremistische Organisationen“, massive Angriffe auf die Moschee organisiert zu haben.

In der Zwischenzeit versuchte die Hamas, das Pulverfass in einer Art und Weise zur Explosion zu bringen, die an das Jahr 2014 erinnerte, als eine Folge gewaltsamer Ereignisse den dritten Gaza-Krieg auslöste, bei dem mehr als 2.000 palästinensische Araber und 72 Israelis ums Leben kamen.

Die Hamas übernahm nicht offiziell die Verantwortung für den schrecklichen Mord an dem jüdischen Studenten und IDF-Soldaten Dvir Sorek, so wie es danals im Jahr 2014 bei der Fahndung nach den Tätern des Mordes an drei jüdischen Jungen der Fall war.

Die israelischen Sicherheitskräfte gaben jedoch bekannt, dass mindestens einer der Mörder von Sorek, die am vergangenen Freitag festgenommen wurden, ein Hamas-Mitglied war.

Die beiden palästinensischen arabischen Terroristen wurden am späten Freitagabend von der israelischen Grenzpolizei auf dem Dach eines Hauses im palästinensischen Dorf Beit Kahil in der Nähe von Hebron festgenommen, während sie schliefen.

Der Krieg wurde 2014 durch die Entführung und Ermordung von Eyal Yifrach, Gilad Shaar, Naftali Fraenkel und später durch eine israelische Luftwaffenaktion gegen Hamas-Terroristen in einem Tunnel unter der israelischen Grenze ausgelöst, bei der sieben Hamas-Mitglieder getötet wurden und einen Raketenangriff ausgelöst hatte.

Nun versuchte die Hamas das Gleiche zu tun, indem sie nach dem Mord an Sorek am Wochenende zweimal versuchte, Israel von Gaza aus zu infiltrieren.

Am Samstag wurde eine Hamas-Zelle mit vier schwer bewaffneten Terroristen rechtzeitig entdeckt, als sie den Sicherheitszaun sabotierten. Die vier Männer hatten sich auf einen Terroranschlag oder eine Entführung vorbereitet, wurden jedoch von einer Beobachterin der israelischen Armee entdeckt und anschließend von Scharfschützen der Golani-Brigade der Armee getötet.

Die israelische Armee veröffentlichte später Fotos, die zeigten, dass die vier Terroristen bis an die Zähne bewaffnet waren und Messer, automatische Gewehre, Granaten und sogar eine Panzerfaust bei sich trugen.

Der verpfuschten Infiltration folgte am Sonntag ein neuer Vorfall, als ein Hamas-Terrorist aus Beit Hanoun im Gazastreifen versuchte, Israel zu infiltrieren.

Der 26-jährige Terrorist Marwan Nasser wurde ebenfalls rechtzeitig entdeckt und erlitt das gleiche Schicksal wie die vier Hamas-Terroristen, die am Samstag versuchten, Israel zu infiltrieren.

Der Unterschied zu 2014 besteht darin, dass die Hamas diesmal behauptet, nichts mit dem Anstieg der Terroranschläge aus Gaza und der sogenannten „Westbank“ (Judäa und Samaria) zu tun zu haben.

Auf diese Weise versucht die Terrororganisation, einen weiteren Krieg mit Israel zu verhindern, und behauptet, die getöteten Terroristen seien sogenannte „einsame Wölfe“ gewesen.

Die Strategie von Hamas und PIJ wird jetzt jedoch von der Quds Brigade der Iranischen Revolutionsgarde (IRGC) bestimmt, die der Hamas 30 Millionen US-Dollar pro Monat für Rüstungs- und Terroranschläge gegen Israel zur Verfügung stellt.

Die Quds Brigade will, dass Hamas und PIJ den Druck auf Israel durch Gaza, aber auch durch Gebiete der Palästinensischen Autonomiebehörde erhöhen.

Doch im Vergleich zu 2014 hat die Hamas in Samaria und Judäa keine klare militärische Infrastruktur mehr, nachdem die israelische Armee 2014 eine größere Operation gegen den Islamischen Jihad und die Hamas durchgeführt und mehr als 170 Mitglieder der Terrorgruppen festgenommen hatte.

Seitdem hat die israelische Armee weitere Hamas- und Jihad-Mitglieder festgenommen, die täglich Terroranschläge vorbereiteten.

Experten warnen jetzt, dass Israel entschiedener gegen jeden Versuch vorgehen sollte, den Tempelberg eizunehmen, da die palästinensischen Araber dies als den Beginn der Erlangung der Kontrolle über ganz Israel ansehen.

Netanjahu hat bisher kein Interesse an einem weiteren Bodenkrieg gegen die Terrorfraktionen im Gazastreifen gezeigt, weil er befürchtet, dass dies den vom Iran gewünschten Mehrfront-Raketenkrieg auslösen wird. Aus diesem Grund beschränkte die israelische Armee ihre Reaktion auf die Infiltrationsversuche auf einen einzigen Angriff einer Hamas-Stellung im Gazastreifen.

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