Amerika kann es nicht beweisen, gibt aber Israel trotzdem die Schuld am Tod der Al Jazeera-Reporterin

Unterdessen sagen israelische Experten, Jerusalem brauche eine schlüssige Strategie, um seine Positionen zu vermitteln, unabhängig davon, wie Shireen Abu Akleh getötet wurde.

von Israel Heute Redaktion | | Themen: usa, Medien
Palästinensische Journalisten nehmen im Gazastreifen an einer Mahnwache zum Gedenken an die Al-Jazeera-Journalistin Shireen Abu Akleh teil, die am 11. Mai 2022 in Jenin bei einem Feuergefecht zwischen israelischen Streitkräften und palästinensischen Terroristen getötet wurde. Foto: Abed Rahim Khatib/ Flash90

Die abschließende Untersuchung des Todes der Al-Dschasira-Reporterin Shireen Abu Akleh war vorhersehbar ergebnislos und frustrierend.

Die Palästinensische Autonomiebehörde übergab letztendlich die Kugel, die Abu Akleh tötete, zur Untersuchung durch amerikanische und israelische Beamte.

Der Sicherheitskoordinator der Vereinigten Staaten für Israel und die Palästinensische Behörde (USSC), Generalleutnant. Michael Fenzel gab kurz darauf bekannt, dass die Kugel zu stark beschädigt sei, um eindeutig identifizieren zu können, wer den tödlichen Schuß abfeuerte.

Dies stand in deutlichem Gegensatz zu den Schlussfolgerungen der Palästinenser, von Al Jazeera und anderen Mainstream-Medien wie CNN. Sie alle behaupteten, ein israelischer Soldat habe Abu Akleh erschossen, und dies mit Vorsatz.

Dass die Kugel für eine forensische Analyse nicht mehr geeignet war, nachdem sie wochenlang in den Händen der Palästinenser lag, war keine große Überraschung. Was die Israelis tatsächlich erschütterte, war die Tatsache, dass General Fenzel dennoch anklägerisch auf den jüdischen Staat zeigen wollte.

“Schüsse aus IDF-Stellungen waren wahrscheinlich für den Tod von Abu Akleh verantwortlich”, heißt es in dem Bericht von Fenzels Büro. Er räumte jedoch ein, dass es “keinen Grund zur Annahme gibt, dass dies vorsätzlich geschehen ist.”

Die Frage, die sich jeder Israeli stellte, lautete: Wenn es nicht möglich ist, zu belegen, wer die Kugel abgefeuert hat, warum dann diese Mutmaßungen, die eine israelfeindliche Haltung fördern?

Das ist sicherlich nicht das, was der jüdische Staat von seinem engsten Verbündeten erwartet hat.

 

Israel wird sich nicht abschrecken lassen

Israels neuer Premierminister Yair Lapid reagierte auf den Bericht, indem er betonte, dass die IDF nicht absichtlich Journalisten ins Visier nehmen und sich von diesem Vorfall nicht von der Bekämpfung des palästinensischen Terrorismus abhalten lassen werden:

“Tragischerweise sind in den letzten Jahren Hunderte von Journalisten in Kampfgebieten auf der ganzen Welt getötet worden. Der Staat Israel ist sich der Bedeutung der Pressefreiheit und des Schutzes von Journalisten bei der Erfüllung ihrer Aufgaben bewusst.

Die IDF werden den Kampf gegen den Terror fortsetzen, wann und wo immer es nötig ist. Ich gebe den IDF-Soldaten, die ihr Leben riskieren, um die Bürger Israels vor dem Terrorismus zu schützen, und die rund um die Uhr für die Sicherheit Israels arbeiten, meine volle und uneingeschränkte Unterstützung.”

Verteidigungsminister Benny Gantz betonte, dass unabhängig davon, wer die tödliche Kugel abgefeuert hat, die Schuld am Tod von Abu Akleh letztlich bei den palästinensischen Terroristen liegt, die von zivilen Gebieten aus operieren:

“Es ist wichtig zu betonen, dass bei diesem Einsatz, wie bei vielen anderen auch, Hunderte von Kugeln auf die IDF-Truppen abgefeuert wurden, die mit eigenem Feuer antworteten – nur in Richtung der Feuerquellen.

Unsere Truppen und ihre Kommandeure erfüllen ihre Pflicht, die Bürger des Staates Israel zu verteidigen und haben hierfür meine volle Unterstützung dementsprechend zu agieren.”

 

Der Geschichte zuvorkommen

Israelische Experten reagierten auf den unbefriedigenden amerikanischen Bericht, indem sie betonten, dass die israelische Führung mehr tun müsse, um der Geschichte zuvorzukommen.

IDF-Generalmajor (a.D.) Gershon Hacohen, der mehr als 40 Jahre im Militär gedient hat und derzeit Mitglied des Israelischen Verteidigungs- und Sicherheitsforums ist, erklärte gegenüber JNS, dass der Tod von Abu Akleh bedauerlich sei, der Vorfall an sich aber nicht einzigartig sei – jedes Jahr würden weltweit viele Journalisten bei der Berichterstattung über Kriege getötet. Dass dieses besondere Ereignis so viel Aufmerksamkeit erregt habe, sei ein Beweis für eine irrationale Fixierung auf Israel.

“Es spielt keine Rolle, ob Abu Akleh Palästinenserin, Amerikanerin oder eine andere Nationalität hatte. Sie war eine Journalistin, die sich auf ein Schlachtfeld begab, und das ist mit Risiken verbunden. Hunderte von Reportern kommen auf die gleiche Weise ums Leben, und es ist offensichtlich, dass Israel sie nicht vorsätzlich getötet hat. Was ist der Unterschied zwischen ihrem Fall und anderen Konfliktorten?”, warf er ein.

Er betonte außerdem, dass die IDF alles daran setzen, um zivile Opfer zu vermeiden – “mehr als jedes andere Militär der Welt“ und führte an

„Israel ist berechtigt, Operationen durchzuführen, um seine Bürger zu schützen, und das ist die eigentliche Frage – nicht, wessen Kugel Abu Akleh getötet hat.“

 

Propaganda nach sowjetischem Vorbild

Die Al Jazeera-Reporterin wurde während eines von mehreren Einsätzen der israelischen Streitkräfte getötet, die nach zahlreichen tödlichen Terroranschlägen gegen Israelis durchgeführt wurden. Einige der Attentäter stammten aus Dschenin.

Dan Diker, Direktor des Political Warfare Project am Jerusalem Center for Public Affairs und ehemaliger Generalsekretär des Jüdischen Weltkongresses, stimmt zu, dass der Teufel in diesem Fall nicht im Detail steckt. Die Notwendigkeit, die Fakten aufzudecken, sei von Anfang an auf die lange Bank geschoben worden, beklagte er.

“Der Abu-Akleh-Vorfall ist ein Beispiel für sowjetische Propaganda par excellence”, so Diker. “Er ist das Nebenprodukt der ideologischen politischen Kriegsführung, die PA-Chef Mahmud Abbas und sein Vorgänger Yasser Arafat seit den 1960er Jahren von ihren sowjetischen Zahlmeistern gelernt haben. Es war ein Frontalangriff auf die Juden und das jüdische Kollektiv, bevor man sich überhaupt umdrehen konnte”, fügte er hinzu.

“Abu Akleh hat jahrzehntelang von Israel aus im Wesentlichen als politischer Kämpfer für die PA gearbeitet, während sie unter dem Deckmantel des ‘Journalisten’ agierte”, fuhr er fort. “Sie werden feststellen, dass die palästinensische politische Kriegsmaschinerie nach dem Vorfall umgehend auf Hochtouren lief und Israel beschuldigte, sie ‘ermordet’ zu haben. Und das, bevor überhaupt die Umstände bekannt waren. Es ist dieselbe PA, die Israel beschuldigte, die Palästinenser mit dem Coronavirus infiziert und die Brunnen im Westjordanland vergiftet zu haben.”

In der russischen Literatur, so Diker, gebe es einen Begriff für diese Vorgehensweise: “gibridnaja voyna“, was übersetzt “hybride Kriegsführung” bedeutet, d. h. die Nutzung aller verfügbaren Mittel, um dem Feind zu schaden, ob politisch, wirtschaftlich, kulturell usw. Diese “360-Grad”-Angriffsstrategie wurde von dem israelischen Wissenschaftler Dr. Ofer Fridman als “omnidirektionale Kriegsführung” bezeichnet.

“Man kann die Effektivität beurteilen, wenn man bedenkt, dass ein Großteil der westlichen Medien das palästinensische Narrativ übernommen hat”, so Diker. “CNN zum Beispiel veröffentlichte einen ‘investigativen’ Bericht, der zu dem Schluss kam, dass Israel Abu Akleh ‘ins Visier genommen’ hat. Israel täte gut daran, diese jahrzehntealte palästinensische Kampagne aufzuarbeiten, denn wenn es das nicht tut, steht seine Legitimität in vielen Kreisen auf der Kippe.”

 

Mit Berichterstattung von JNS.

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