7 Jahre nach dem Gaza-Konflikt: IDF-Veteran mit Post-Trauma begeht Selbstmord

Die tragische Geschichte von Reuven Magen macht erneut deutlich, dass junge israelische Soldaten, die durch den Krieg traumatisiert sind, nicht angemessen behandelt werden

von Israel Heute Redaktion | | Themen: IDF
"Du verlässt das Schlachtfeld, aber das Schlachtfeld verlässt dich nie". Foto: Michael Giladi/Flash90

Die unmittelbaren Opfer eines Krieges können verheerend sein, insbesondere für eine kleine Nation wie Israel. Noch tragischer ist jedoch oft das Schicksal derjenigen, die noch Jahre nach Kriegsende unter dem Trauma der Kampfhandlungen leiden, oft im Stillen, allein und ohne dass jemand wirklich versteht, was sie durchmachen.

So erging es auch Reuven Magen, einem jungen Mann, der den Gaza-Krieg 2014 (Operation Protective Edge) schwer verwundet überlebte, um dann die nächsten siebeneinhalb Jahre damit zu verbringen, die Hölle, die er erlebt hatte, mental noch einmal durchleben zu müssen.

Am Samstag konnte er es nicht mehr ertragen und nahm sich im Alter von 27 Jahren das Leben.

Im Jahr 2014 gehörte der damals erst 20-jährige Reuven zu einer neu gebildeten Aufklärungseinheit, die sowohl aus Panzer- als auch aus Infanterietruppen bestand. Vier Tage nach Beginn des Krieges wurden sie in den Gazastreifen geschickt.

Reuven selbst erklärte vor einigen Jahren:

„Unsere ersten zwei Tage fühlten sich an wie zwei Jahre. Wir zogen durch Häuser und erlebten so viele Dinge. Ich habe kaum geschlafen. Als wir in Sajaiya ankamen, war niemand da und der Ort sah aus wie eine Szene aus einem Film: Häuser ohne Wände, voller Rauch und Brandgeruch.“

Der Auftrag der Einheit bestand darin, im Gazastreifen nach Tunneln zu suchen und diese zu zerstören, die von Hamas-Terroristen benutzt wurden, um in den Süden Israels einzudringen.

Am 31. Juli 2014 wurde Reuvens Konvoi aus gepanzerten Fahrzeugen beim Verlassen des Gazastreifens von einer Hamas-Rakete getroffen. Fünf seiner Freunde wurden getötet, und eines von Reuvens Beinen wurde durch Schrapnell schwer beschädigt.

Nach monatelangen Operationen und Physiotherapien konnte Reuven schließlich wieder gehen, aber das Trauma des Erlebten und Erlittenen blieb und verfolgte ihn unerbittlich.

„Das Schlachtfeld verlässt dich nie“, sagte ein Freund, der während seines IDF-Dienstes ebenfalls verwundet worden war, als er von Reuvens Tod erfuhr.

Reuvens Schwester Avital sagte gegenüber dem Nachrichtenportal Walla News, dass sich der Zustand ihres Bruders mit dem Ausbruch der Corona-Krise und den wiederholten Abriegelungen verschlechtert habe, sodass er mit seinem Trauma oft isoliert war. Der jüngste Gaza-Krieg im Mai 2020 (Operation Guardian of the Walls) hatte ebenfalls Auswirkungen, da Reuven mit ansehen musste, wie junge Israelis erneut in den Kampf geschickt wurden.

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