David Flusser und die modernen Jeschua-Gläubigen David Flusser
Religion

David Flusser und die modernen Jeschua-Gläubigen

David Flusser (1917-2000) war Professor für Religionswissenschaften an der Hebräischen Universität Jerusalem.

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Seine Schriften über das frühe Christentum wurden in vielen Ländern veröffentlicht. Das Augenmerk richtete er auf die Ära des Zweiten Tempels und konzentrierte sich dann auf die theologische Entwicklung der urtümlichen Bewegung jüdischer Gläubiger an Jeschua (Jesus). In Jerusalem und Beerscheva sind Straßen nach David Flusser benannt.

Ich besuchte sein Seminar „Lateinische Kirchenväter“. Nur drei Studenten hatten sich für diesen Kurs eingeschrieben, oft waren nur er und ich anwesend. Wir lasen Augustinus und Hieronymus, wobei er immer wieder in einen hitzigen Redestil verfiel, wenn wir heikle Themen streiften. So wie sein Tutor an der Hebräischen Universität, Prof. Joseph Klausner, gebrauchte Flusser nur selten den biblischen Namen Jeschua, der im Hebräischen eine tiefe Bedeutung hat, nämlich göttliche Errettung. Stattdessen sprach und schrieb er verkürzt „Jeschu“, welches eine abwertende hebräische Bedeutung birgt: „Mögen sein Name und sein Andenken ausgelöscht sein.“

Flusser lag immer viel daran, als neutraler akademischer Wissenschaftler angesehen zu werden, was nicht leicht war, weil er ständig mit orthodoxen jüdischen Gelehrten zu…