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Israel Heute Morgen

Als ich heute früh aus dem Bus stieg, zog ich sofort meinen Pullover aus. Es ist heute noch wärmer, als ich dachte, obwohl der Himmel bewölkt ist. Der Kampf gegen die Entlassungen beim Pharma-Konzern Teva wird sich weiter verschärfen, Netanjahu schmeißt die Polizei-Empfehlungen in den Papierkorb. Das und mehr lesen wir heute auf den Titelseiten der Zeitungen. Wird ein Gebet auf einer Insel im See Genezareth den langersehnten Regen bringen? Es bleibt weiterhin viel zu warm.

Guten Morgen liebe Leser!

Als ich heute früh aus dem Bus stieg, zog ich sofort meinen Pullover aus. Es ist heute noch wärmer, als ich dachte, obwohl der Himmel bewölkt ist. Im ganzen Land werden die Temperaturen heute die 20 Grad Marke überschreiten. Die Rekordhalter sind Beersheva und natürlich Eilat, wo heute ganze 26 Grad erwartet werden. In Jerusalem werden, wie auch in Tel Aviv, 23 Grad erwartet. Auch in den kommenden Tagen soll sich das Wetter kaum ändern, es bleibt viel zu warm. Morgen beginnt der Winter.

Und hier ist das Wetter für heute in Israel:

Meist bewölkt mit überdurchschnittlich hohen Temperaturen. Folgende Höchsttemperaturen werden erwartet: Jerusalem 23 Grad, Tel Aviv 23 Grad, Haifa 22 Grad, Tiberias am See Genezareth 24 Grad, am Toten Meer 24 Grad, Eilat am Roten Meer 26 Grad. Der Wasserpegel des See Genezareth ist unverändert und liegt bei -214.39 m unter dem Meeresspiegel.

Kommen wir nun zu den Schlagzeilen der Tageszeitungen. Nachdem jede der Zeitungen gestern ein anderes Hauptthema gewählt hatte, scheinen sie sich heute einig zu sein. Alle haben die gestrige Rede von Ministerpräsident Netanjahu bezüglich der verschiedenen Anschuldigungen, die als Akte 1000, 2000 usw. bekannt sind, und der bald zu erwartenden Empfehlung der Polizei zum Thema des Tages gewählt, sogar die Überschriften sind fast gleich. Die Tielseiten von Maariv und Jediot Achronot sehen fast identisch aus.

Die Titelseiten von heute. Von links nach rechts: Maariv, Jediot Achronot, Israel Hayom

”Es wird Empfehlungen gegen mich geben, na und? Die meisten werden im Mülleimer landen”, wird Netanjahu von der Zeitung Maariv zitiert. Gestern Abend sprach er vor Likud-Mitgliedern und äußerte sich zu den Ermittlungen gegen ihn. Dabei erwöhnte er auch die Demonstranten gegen die Korruption. “ Sie überfahren den Rechtsstaat“, sagte Netanjahu. Die Polizei reagierte auf die Rede sehr verärgert: „Er spricht aus Verzweiflung“, sagten hohe Polizei-Beamte. Doe zweite wichtige Schlagzeile befasst sich erneut mit der Situation des Pharma-Konzerns Teva. ”Die Unternehmensleitung von Teva: Die Werke in Jerusalem haben keine Existenzberechtigung”. Die gestrigen Gespräche der Regierung mit der Leitung von Teva waren gestern Abend gescheitert. Der Kampf der von der Entlassung bedrohten Angestellten wird sich weiter verschärfen. Unten rechts dann noch eine erwähnenswerte Meldung: ”Die Gesetz-Revolution von Shaked: Ein Gesetz kann nur mit der Mehrheit von neun Richtern für ungültig erklärt werden”Hier wird ein Gesetzesvorschlag von Justizministerin Ayelet Shaked vorgestellt, wonach mindestens neun Richter des Obersten Gerichts und mit einer zweidrittel Mehrheit ein von der Knesset verabschiedetes Gesetz ablehnen können. Die Kulanu-Partei erklärte bereits, dass sie dem diesem Gesetzesvorschlag nicht zustimmen wird. Wieder gibt es den Versuch, die Kompetenzen der des Obersten Gerichts einzuschränken.

Die Titelseite von Jediot Achronot unterscheidet sich so gut wie gar nicht von der Seite bei Maariv. Auch hier geht es zum größten Teil um die gestrige Rede von Benjamin Netanjahu. ”Dann wird es eben Empfehlungen geben, na und”. Netanjahu beschuldigte in seiner Rede die Polizeibeamten der geplanten Jagd gegen ihn. Die meisten Empfehlungen würden im Papierkorb landen. Ich bin gespannt, wie es sich entwickeln wird. Unten auf der Seite dann auch, wie bei Maariv, die Meldung bezüglich des Gespräches der Regierung mit der Geschäftsleitung von Teva. ”Direktor von Teva: Ihr habt uns nicht vorzuschreiben, wo wir kündigen werden”, wird der dänische Direktor des israelischen Konzerns zitiert. Die Zeitung fragt: “Ist das der Dank für die Millionen des Staates? Kare Schultz weigerte sich gestern , die Zahl der geplanten Kündigungen zu verringern. Das kann noch heiter werden. Das Wirtschaftsministerium hat unterdessen die geplante Zahlung eines Zuschusses an Teva auf Eis gelegt.

Die Zeitung Israel Hayom beginnt ihre Titelseite mit dem Bericht über den Gesetzesvorschlag zur Schwächung des Obersten Gerichts. ”Das Gesetz zur Schwächung des Obersten Gerichts löst einen Sturm aus. Kulanu: Das kommt nicht durch”. Wie schon erwöhnt, hat die Kulanu-Partei von Finanzminister Kachlon angekündigt, diesen Gesetzesvorschlag nicht zu unterstützen. So wird angenommen, dass der Vorschlag im momentanen Wortlaut keine Chance hat, angenommen zu werden. Dann die Hauptschlagzeile, es geht auch hier um Netanjahu und seine Rede von gestern Abend. ”Der Ministerpräsident: Und wenn es Empfehlungen geben wird, na und?”. Dieser Satz scheint allen Zeitungen besonders gut gefallen zu haben. Genauso wie seine Bemerkung, dass die meisten Empfehlungen im Papierkorb landen würden. “Es beginnt mit riesigen Schlagzeilen und endet im Nichts”, wurde ein weiterer Satz der Rede Netanjahus zitiert. Darunter dann, wie bei den anderen Zeitungen auch, eine Meldung über den Konzern Teva. ”Die Angestellten von Teva: “Wir werden die Schließung der Fabrik in der Hauptstadt nicht zulassen”. Eine Schließung würde ein tödlicher Schlag für Jerusalem sein, sagten die Angestellten. Die Proteste und Demonstrationen auf den Straßen sollen jetzt weiter ausgebreitet werden. Demos und Straßenblockierungen sind wir in Jerusalem ja schon gewöhnt. Das ganze Land steht hinter den Angestellten von Teva. Dann gibt es unten rechts noch eine Meldung über die katastrophale Lage des See Genezareth, des Kineret, wie wir ihn nennen. “Der Kineret betet“. Der Landkreis Emek HaJarden plant, auf einer im Genezareth See entstandenen Insel zusammen mit dem Oberrabbiner Israels, Rabbiner David Lau, ein Massengebet für den Regen zu veranstalten, wie schon vor 15 Jahren. Wenn die Regierung keine Pläne mehr hat, suche man eben andere Lösungen, den langersehnten Regen zu bekommen, sagte ein nicht religiöser Landwirt. Eine Woche nach dem Gebet im Jahr 2002 begann es dann heftig zu regnen. So hofft man, dass das geplante Gebet auch diesmal wieder erhört werden wird.

Das war unser heutiger Blick auf die Titelseiten der Zeitungen. Mal sehen, was uns der heutige Tag noch bringen wird.

Gestern Abend zündeten wir die achte und letzte Kerze von Chanuka an (Foto: Dov Eilon)

Heute ist der letzte Ferientag, morgen beginnt nach mehr als einer Woche wieder die Schule. Die Lehrer haben sich mittlerweile mit der Regierung einigen können, so dass es endlich keine Streiks mehr geben wird. Das ist gut so, denn das erste Halbjahr ist schon fast vorbei, gerade die Schüler der Oberstufe können sich keinen Unterrichtsausfall mehr erlauben, so angenehm es auch sein mag. Morgen beginnt also wieder der Alltag und damit wohl auch die Verkehrsstaus.

Ich wünsche Ihnen einen angenehmen und friedlichen Mittwoch, machen Sie es gut.

Shalom aus Jerusalem!

Dov

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Patrick Callahan

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