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Israel Heute Morgen

Und wieder sitze ich in meinem Büro, das Wochenende ist schon wieder vorbei. Ein paar Worte über kürzere Tage, einen Kronzeugen aus Modiin, der Netanjahu sehr belasten könnte, Demonstrationen in Petach Tikva, noch nicht gekaufte Schulbücher und natürlich das Wetter für heute in Israel.

Guten Morgen liebe Leser!

Und wieder sitze ich in meinem Büro, das Wochenende ist schon wieder vorbei. Irgendwie vergehen die Wochenenden immer schneller. Gerade hatte ich Ihnen noch „Shabbat Shalom“ gewünscht, da kann ich Ihnen jetzt schon wieder eine gute neue Woche wünschen. Auch die Tage sind schon deutlich kürzer geworden, um viertel vor Acht war es gestern Abend dunkel. Doch noch ist der Sommer nicht beendet, auch wenn es in den Zeitungen schon Artikel darüber gab, welche Schultaschen die besten seien und den Zeitungen Werbeprospekte mit dem Titel „Zurück in die Schule“ beigefügt waren. Das mochte unser jüngster Sohn gar nicht gerne. Warum schon jetzt an des Ende der Sommerferien erinnert werden, wenn es bis dahin doch noch über drei Wochen sind. Auch soll es in den nächsten Tagen wieder so richtig heiß werden. Bei uns in Modiin werden 34 Grad erwartet.

Und hier ist das Wetter für heute in Israel:

Heiter einem deutlichen Anstieg der Temperaturen, überdurchschnittlich warm, an der Küste wird es schwül. Folgende Höchsttemperaturen werden erwartet: Jerusalem 33 Grad, Tel Aviv 31 Grad, Haifa 31 Grad, Tiberias am See Genezareth 40 Grad, am Toten Meer 40 Grad, Eilat am Roten Meer 42 Grad. Der Wasserpegel des See Genezareth ist am Wochenende um einen weiteren Zentimeter gesunken und liegt jetzt bei -213.66 m unter dem Meeresspiegel.

In den Nachrichten beschäftigte man sich am Wochenende wieder mit den verschiedenen Affären von Netanjahu, Sie erinnern sich, Akte 1000, 2000, 3000 usw. Jetzt geht es um die Akten 1000 und 2000, nachdem am Freitag ein sehr Vertrauter Netanjahus namens Ari Harow zum Kronzeugen gemacht worden war. Er war Leiter des Amtssitzes Netanjahus und stand diesem sehr nah. Vor etwa zwei Jahren trat er vom Amt zurück, nachdem er des Vertrauensbruchs, der Bestechung, des Betruges und der Geldwäsche verdächtigt und von der Polizei verhört worden war. Zu Beginn des Jahres empfahl die Polizei, ein Verfahren gegen ihn einzuleiten. Jetzt ist Harow also Kronzeuge geworden, seine Informationen, besonders was die Akte 1000 betreffe, die Affäre um die Geschenke reicher Freunde und Anhänger Netanjahus, seien wichtiger als eine Haftstrafe für ihn, meint man in der Polizei. So wird Ari Harow, der übrigens in Modiin wohnt, für seine Informationen, die Netanjahu sehr belasten könnten und sogar zu einer Anklage führen könnten, nur soziale Arbeitsstunden ableisten müssen und eine Geldstrafe von 700.000 Shekeln zahlen (ca. 170.000 Euro). Auch bezüglich der Akte 2000 soll er Informationen haben, allerdings geht es bei der Sache um die Gespräche Netanjahus mit dem Herausgeber der Zeitung Jediot Achronot nicht um wirtschaftliche Vergehen, sondern um das Erlangen einer positiveren Berichterstattung über Netanjahu. Netanjahu selbst hat sich auch am Wochenende wie gewohnt zuversichtlich gezeigt. Ich bin neugierig, wie es jetzt mit diesen ganzen Akten weitergehen wird.

Seit Monaten gehen jeden Samstag Abend, nach Ausgang des Shabbats, mehrere hundert Menschen in Petach Tikva auf die Straße und demonstrieren vor dem Haus des juristischen Beraters der Regierung gegen die Korruption. Gestern gesellte sich dort eine weitere Demonstration für Benjamin Netanjahu hinzu. Den Anwohnern in Petach Tikva macht das keinen Spaß mehr.

Demonstrationen für und gegen Netanjahu (Fotos: Tomer Neuberg/Flash90)

Immer wieder hören wir hier bei uns Meldungen über Korruption und Bestechung, mehrere ehemalige Bürgermeister wurden un den vergangenen Jahren schon verurteilt. Gerade ist der ehemalige Ministerpräsident und Bürgermeister von Jerusalem Ehud Olmert aus der Haft entlassen worden, auch der Bürgermeister von Bat Yam war in Haft und noch einige mehr. Die Bürgermeisterin von Netania wurde verdächtigt und war in Untersuchungshaft. Warum passiert es immer wieder? Ist es denn so schwer, sich nicht von derartigen „Angeboten“ verführen zu lassen? Muss man die Macht, die eine hohe Position mit sich bringt, für das eigene Wohl ausnutzen? Ich kann es nicht begreifen.

Jetzt fällt mir ein, dass ich mich noch gar nicht um die Schulbücher unseres Sohnes für das neue Schuljahr gekümmert habe. Er ist unser letztes Kind, das noch in die Schule geht. Wir wollen ja noch gar nicht von der Schule reden, daher habe ich bis jetzt auch noch verdrängt. Doch je später ich damit beginne, desto länger werden die Warteschlangen in den Geschäften sein. Dabei war ja eigentlich geplant, dass auch „unsere“ Schule endlich bei dem Projekt des Verleihen von Schulbüchern mitmachen wird. Doch daraus scheint nichts geworden zu sein, zu wenig Eltern haben dafür unterschrieben. Schade. Um unseren Sohn nicht schon jetzt mit dem neuen Schuljahr zu konfrontieren ,werde ich vielleicht noch etwas mit dem Kauf der Schulbücher warten, ich habe nämlich auch noch keine Lust dazu.

So wie im letzten Jahr möchte ich nicht beim Kauf der Schulbücher warten

Jetzt wünsche ich Ihnen einen angenehmen und friedlichen Sonntag, machen Sie es gut.

Shalom aus Jerusalem!

Dov

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Patrick Callahan

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