Israel

Israel

Ikavod

Wenn die israelischen Führer etwas schlauer wären, würden sie verstehen, was es bedeutet, einem Volk seine nationale Ehre zu nehmen.

Um die gegenwärtige Situation von Israel richtig zu verstehen, muss man nur die große Freude sehen, mit der die Palästinenser die israelischen Polizisten beobachteten, während diese die letzten Sicherheitsmaßnahmen an den Zugängen zum Tempelberg entfernten.

Der Jubel hat freilich nichts mit der Wiedererlangung des freien Zutritts zum Berg zu tun, da dies niemals verweigert wurde. Die Palästinenser sind ekstatisch über das, was sie zu Recht als die Demütigung ihres geschworenen Feindes wahrgenommen haben.

Das ist keine kleine Sache. Ehre spielt eine wichtige Rolle in der arabischen Kultur, und um Ehre zu gewinnen, keimt neue Hoffnung für die Möglichkeit, Israel an allen Fronten zu besiegen. Mit anderen Worten, Israels vollständige Kapitulation gegenüber den Forderungen der islamischen Oberbefehlshaber des Tempelbergs (bekannt als Waqf) hat die Massen der Muslime dazu inspiriert, die Gewalt gegen Israel zu eskalieren.

Israels Missachtung des Begriffs der nationalen Ehre garantiert also Unruhen und keinen Frieden.

Unsere moderne, aufgeklärte Gesellschaft in Israel hat schon seit einiger Zeit in uns den Eindruck erweckt, dass Ehre, Wut und Rache primitive Züge sind. Das ist der Grund, warum man keine Juden sieht, die nach dem Vergießen israelischen Blutes auf dem Tempelberg einen „Tag der Wut“ ausrufen.

Von den Juden wird erwartet, dass sie sich zurückhalten und die Ruhe bewahren, auch wenn die Muslime den heiligsten Ort des Judentums in der Welt entweihen. Gleichzeitig wird erwartet, dass wir für die muslimische Wut Verständnis haben, auch wenn diese Wut jedem Standard entsprechend völlig ungerechtfertigt ist.

Traurigerweise erfolgte die Beseitigung der Sicherheitsmaßnahmen am Tempelberg auf den Rat unserer „professionellen“ Armee und Sicherheitsdienste hin, die die Emotionen vermutlich ignorieren und ihre Entscheidungen in rein rationaler Weise treffen, als ob dies in dieser Region überhaupt möglich wäre. Andererseits sind, so die Annahme, Politiker emotionell getrieben, weshalb ihnen nicht vertraut werden kann. Nichtsdestoweniger trägt Netanjahu, indem er diesen Rat akzeptiert, direkte Verantwortung, und Israelis werden ihm dieses Verhalten bei der nächsten Wahl nicht vergessen.

Das Militär ging sogar so weit, den terroristischen Mord an einer religiösen Familie von Neve Tzuf (Halamish) zu rechtfertigen, so konnte man zumindest aus den Worten von Sprecher Brig.-Gen. Ronen Manelis entnehmen, der infolge des Neve Tzuf-Massakers sagte: „Es muss verstanden werden, dass das Freitagsgebet auf dem Tempelberg zum ersten Mal seit 1969 nicht stattfand und in der arabischen Welt dies als etwas, das nicht ignoriert werden kann, wahrgenommen wird.“

Angesichts des Kontextes versteht die Armee die arabische Wut, einschließlich der Notwendigkeit, Juden zu schlachten. Aber egal wie hart Israel versucht, ein von Emotionen geleitetes menschliches Verhalten durch ein Gefühl der Ehre zu dämpfen, wird es niemals verschwinden, und das zu Recht.

In der vergangenen Woche kommentierte Rabbi Haim Navon: „Die nationale Ehre ist aus zwei Gründen eine wichtige Sache, es ist eine lebenswichtige Abschreckungskraft. Menschen, die nicht aufstehen, für das, was ihnen wichtig ist, sind ein Volk, das von seinen Nachbarn verachtet wird… und wichtiger ist, dass die nationale Ehre zum Sinn für Identität und Zugehörigkeit beiträgt, denn es stärkt das nationale Rückgrat.“

Wenn wir unseren Führungspersonen wirklich wichtig wären, hätten sie berücksichtigt, was passieren würde, wenn Israel die Ehre genommen wird.

Aus der Geschichte der Erbeutung der Bundeslade durch die Philister (1 Samuel 4) erfahren wir von der Dynamik von Ikavod (Unehre auf Hebräisch). Die Parallelen sind auffallend: Wenn Israel die Ehre verachtet, wird sie ihnen entzogen, und die Folgen sind schrecklich. “Herrlichkeit [Ehre] ist von Israel gegangen, weil die Lade Gottes gefangen genommen wurde.“

Das Verschwinden der Ehre, so sagt die Bibel, brachte nicht Frieden, sondern genau das Gegenteil: „Israel ist vor den Philistern geflohen, und das Volk erlitt auch eine große Niederlage.“

FOTO: Israelische Aktivisten, die Netanjahu-Masken tragen, beerdigen symbolisch die Ehre Israels (das Gechriebene auf dem Sarg bedeutet „Nationale Ehre“) und öffnen so die Türen zu unseren Feinden. Yonatan Sindel / Flash90

About the author

Patrick Callahan

This is an example of author bio/description. Beard fashion axe trust fund, post-ironic listicle scenester. Uniquely mesh maintainable users rather than plug-and-play testing procedures.

Mitglieder

Israel Heute Mitgliedschaft


Digital Monatlich Digital Jährlich Print + Digital (Deutschland) Print + Digital (International)
Preis
6.90
/ Monat

(€82,80 Jährlich)
51,00
/ Jahr
63,00
/ Jahr
73,00
/ Jahr
Voller Zugang zu allen Mitglieder-Inhalten
Gedrucktes Magazin (6 Ausgaben pro Jahr)
Magazin als E-Paper
Exklusive Zoom-Veranstaltungen
Werbefreies Lesen
Kostenloser Probemonat
Ersparnis gegenüber dem Monatsabo - 38,41% / €31,80 23,91% / €31,80 11,84% / €31,80
Effektiver Jahrespreis €82,80 €51,00 €63,00 €73,00

Schreibe einen Kommentar

Anmelden