Am Dienstag wurde der Knesset ein Vorschlag vorgelegt, der den Siedlungsbau in Samaria (dem sogenannten Westjordanland) als Lösung für den Wohnungsnotstand im Großgebiet Tel Aviv anbietet.
In Tel Aviv und seiner Umgebung, auch Gusch Dan oder Dan block genannt, wohnt der Großteil der Israelis, obwohl es sich nur um einen kleinen Streifen Land handelt. Das hat zu astronomen Wohnungspreisen geführt und viele junge Familien müssen in den Vorstädten leben und lange Fahrtzeiten zur Arbeit hinnehmen.
Die Sprecher des Yesha Rats (Yesha – hebr. Kürzung für Judäa und Samaria), der die jüdischen Siedlungen repräsentiert, sagen, dass die Lösung einfach und offensichtlich sei.
Nur wenige Kilometer östlich von Tel Aviv liegt Samaria, das wenig entwickelte Kernland der Bibel. Israel hat in den letzten Jahrzehnten aufgrund des internationalen Drucks nicht in Samaria gebaut, da dort ein palästinensischer Staat entstehen sollte.
Letztlich sollten die Bedürfnisse der Bevölkerung den externen Druck jedoch überwiegen, argumentiert der Yescha Rat.
Auch der Israelische Bauminister Galant hat gestern diese Möglichkeit des Bauens östlich von Gusch Dan erwähnt. Es könnten dort nicht weniger als 67000 Wohnungen entstehen. Der unter dem Namen „Ost Gusch Dan“ benannte Vorschlag sieht erschwingliche Wohnungen für etwa 340.000 Israelis in Samaria, östlich von Tel Aviv vor.
Dieser Plan macht für immer mehr Israelis Sinn, da der Friedensprozess mit den Palästinensern keine Ergebnisse bringt. Viele sehen ebenfalls die Präsidentschaft Donald Trumps als goldene Gelegenheit, das biblische Gebot zu erfüllen und das Land zu besiedeln – aus ideologischen Gründen oder aus reiner Notwendigkeit.




