Nach seinem zweieinhalbstündigen Treffen mit US-Präsident Barack Obama erklärte Israels Regierungschef Benjamin Netanjahu gegenüber Journalisten, er sei sehr zufrieden mit dem Verlauf des Meinungsaustausches. Man habe hauptsächlich über einen neuen Sicherheitspakt inklusive langfristiger US-Militärhilfen sowie eine Friedenslösung im Nahen Osten gesprochen. Netanjahu trifft sich heute mit US-Außenminister John Kerry, um die nächsten Schritte zu besprechen.
Obama habe Netanjahu nicht gebeten, keinen weiteren Siedlungsbau zu betreiben, hieß es in Washington. Zudem sprachen die beiden Staatschefs auch nicht über Netanjahus umstrittene Ernennung von Ran Baratz zu seinem neuen Medienberater. Netanjahu kündigte an, sich nach seiner Rückkehr nach Israel um „diese Sache“ zu kümmern. Über das Treffen im Weißen Haus sagte Netanjahu: „Es war das beste Treffen, das ich je mit Obama hatte.“ Er fügte hinzu: „Das Gespräch verlief in guter Stimmung und war sehr ehrlich. Wir wissen, dass wir oft verschiedener Meinung sind. Deshalb stand eher im Vordergrund, wie wir gemeinsam in die Zukunft gehen können.“ Die beiden Politiker diskutierten über Möglichkeiten, um sicherzustellen, dass der Iran das Atomabkommen nicht verletzt.
Das Treffen im Weißen Haus galt unter Beobachtern als Initiative, um die jüngsten Spannungen im Verhältnis der beiden Staaten abzubauen. Anders als bei vorherigen Zusammenkünften waren am Montag keine äußeren Anzeichen für ein konfliktträchtiges Treffen zu erkennen.
Ein großes Thema des Gesprächs waren die langfristigen Militärhilfen der USA für Israel. Derzeit erhält Israel drei Milliarden Dollar pro Jahr. Berichten zufolge soll diese Summe aufgestockt werden, so dass Israel künftig fünf Milliarden Dollar bekäme. „Wir haben nicht über eine genaue Summe gesprochen, aber ich habe unsere Bedürfnisse und Wünsche dargelegt,“ erläuterte Netanjahu. Obama habe signalisiert, die US-Hilfen zu erhöhen.
Foto: Haim Zach (GPO)




