Im Gazastreifen kann man derzeit brandneue Duftkreationen kaufen, die wahrscheinlich nirgendwo anders zu erwerben sind. Neue und elegante Parfüms für Männer und Frauen mit weltberühmten Namen, die entweder im südlichen Khan Yunis von Hand hergestellt worden sind oder durch einen der noch intakten unterirdischen Tunnel aus dem ägyptischen Rafah nach Gaza geschmuggelt wurden.
Alle tragen die Namen bekannter gesellschaftlicher Netzwerke wie Facebook, WhatsApp, Twitter, Viber und Tango. Den bekannten Slogan „Connecting People“ (Menschen verbinden) tauschte man in Bezug auf die Parfüms mit dem Motto „Connect by Parfume“ (durch Parfüm verbunden). Der Hersteller war leicht zu finden, denn auf dem Foto ist die Telefonnummer in Gaza abgedruckt. Am Telefon hat er uns mitgeteilt, dass die Parfüms jeweils 2 Dollar das Stück kosten und er genügend auf Lager hat.
Israel Heute wurde übers Telefon mitgeteilt, dass diese neuen Duftmarken mittlerweile zum Hit geworden sind. „Facebook ist nicht nur online, sondern duftet nun auch“, sagte uns ein Palästinenser aus Gaza City, mit dem wir öfter am Telefon reden. „Besonders junge Frauen und Männer reißen sich um die neuen Düfte, die sogar Marken wie Calvin Klein an die Seite drängen. Am populärsten sind Facebook und WhatsApp, danach folgen Twitter und Instagram.“
Bei einer Serie wurde der letzte Buchstabe R bei „Twitter“ entweder vergessen und oder absichtlich weggelassen – es heißt nun „Twitte“. Ob es sich um einen Druckfehler handelt, ein Parfüm für Frauen oder vielleicht aus Rechtsgründen ein Buchstabe weggelassen wurde, ist nicht klar. Klar ist, dass es in Gaza Düfte gibt, die es sonst in der Welt wohl nicht zu kaufen gibt.




