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Seedrohnen versenken ZIM-Frachter auf dem Weg von Israel nach Rumänien

Ein von Haifa kommender Containerfrachter ist nach einem Angriff mit drei Seedrohnen vor Bulgarien gesunken. Die gesamte Besatzung wurde gerettet.

Schiffscontainer von ZIM im Hafen von Haifa. Yaakov Naumi/Flash90
Schiffscontainer von ZIM im Hafen von Haifa. Yaakov Naumi/Flash90

Der Frachter Contship Jet, der im Auftrag der israelischen Reederei ZIM von Haifa nach Rumänien unterwegs war, ist nach einem Angriff mit drei Seedrohnen vor der bulgarischen Küste gesunken. Während alle 18 Besatzungsmitglieder gerettet wurden, fordert der Vorsitzende des ZIM-Arbeiterkomitees, Oren Caspi, angesichts wachsender Sicherheitsrisiken und Boykottaufrufe, die Kontrolle über das Unternehmen in israelischer Hand zu behalten.

Frachter auf dem Weg von Haifa angegriffen

Die Contship Jet transportierte 421 Container vom Hafen Haifa zum rumänischen Hafen Constanța, als sie am Mittwoch im Schwarzen Meer von drei unbemannten Überwasserfahrzeugen getroffen wurde. Das unter liberianischer Flagge fahrende Schiff wurde schwer beschädigt und sank anschließend in der ausschließlichen Wirtschaftszone Bulgariens, außerhalb der bulgarischen Hoheitsgewässer.

Die 18 Besatzungsmitglieder – 14 Filipinos und vier Ukrainer – wurden von bulgarischen Einsatzkräften gerettet und in die Hafenstadt Warna gebracht. Die Ladung ging mit dem Schiff unter. Unter den transportierten Gütern befanden sich nach ersten Angaben Lithium-Ionen-Batterien, ätzende Flüssigkeiten, Säuren und industrielle Komponenten. Bei ersten Untersuchungen stellten bulgarische Einsatzkräfte keine sichtbaren Anzeichen einer Meeresverschmutzung fest.

Die israelische Verbindung des Vorfalls liegt vor allem in der Rolle von ZIM. Das Unternehmen bestätigte, dass es das Schiff gechartert hatte, es jedoch nicht selbst besaß. ZIM erklärte, der finanzielle Schaden werde nach einer vorläufigen Einschätzung voraussichtlich gering ausfallen. Gleichzeitig arbeite die Reederei daran, ein Ersatzschiff zu organisieren, um den Dienst für ihre Kunden aufrechtzuerhalten.

Wer hinter dem Angriff steckt, ist bislang nicht geklärt. Die bisherigen Erkenntnisse deuten nicht darauf hin, dass das Schiff gezielt wegen seiner Verbindung zu Israel angegriffen wurde. Der Vorfall ereignet sich allerdings in einer Phase, in der die Handelsschifffahrt im Schwarzen Meer zunehmend von den Folgen des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine betroffen ist.

ZIM-Arbeitervertreter: „Wir müssen ZIM israelisch halten“

Oren Caspi sieht in dem Angriff einen weiteren Grund dafür, dass die Kontrolle über die Reederei in israelischer Hand bleiben müsse. „In einer Realität von Boykotten und Sicherheitsbedrohungen, in einer Welt politischer Instabilität, müssen wir ZIM israelisch halten“, erklärte Caspi.

Zugleich betonte er, dass viele Fragen zu dem ungewöhnlichen Angriff noch offen seien und die Verantwortlichen bei ZIM weiterhin versuchten, die Einzelheiten zu klären. Seine Aussage stellt den Vorfall in einen größeren Zusammenhang: Für die Beschäftigten geht es nicht allein um den Verlust eines gecharterten Schiffes, sondern auch um die strategische Bedeutung einer israelischen Reederei in einer Zeit wachsender geopolitischer Risiken.

ZIM gehört zu den bekanntesten israelischen Unternehmen mit internationaler Bedeutung. Die Reederei verbindet Israel über regelmäßige Schifffahrtslinien mit zahlreichen Märkten und Häfen. Angriffe auf Schiffe, Boykottaufrufe und politische Spannungen werfen deshalb auch die Frage auf, wie Israel seine wirtschaftlichen Verbindungen und seine maritime Versorgung langfristig absichern kann.

Der Vorfall fällt zudem in eine Phase, in der über die künftige Eigentümerstruktur von ZIM diskutiert wird. Ein Übernahmeabkommen mit dem deutschen Reedereikonzern Hapag-Lloyd im Wert von rund 4,2 Milliarden US-Dollar wurde Anfang des Jahres vereinbart; es steht weiterhin unter dem Vorbehalt behördlicher Genehmigungen. Caspis Forderung, ZIM müsse israelisch bleiben, erhält vor diesem Hintergrund zusätzliche Bedeutung.

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Patrick Callahan

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