Die Bilder aus Ceuta erschüttern Europa. Zehntausende arabische Migranten durchbrechen die Grenzanlagen der spanischen Exklave in Nordafrika, Frankreich verschärft seine Kontrollen zur spanischen Grenze und in mehreren EU-Staaten werden Forderungen nach einer härteren Migrationspolitik laut. Doch die Krise wirft weit mehr Fragen auf als nur die nach gescheiterter Grenzsicherung. Und mitten in diesem Chaos geschieht etwas Bemerkenswertes: Statt über das Scheitern der eigenen Politik zu sprechen, machen Politiker und Kommentatoren ausgerechnet Israel verantwortlich. Wer keine überzeugenden Antworten mehr hat, sucht oft einen Schuldigen. Und Israel eignet sich dafür offenbar noch immer hervorragend. Offenbart sich in Ceuta nicht auch ein bemerkenswerter Widerspruch? Ausgerechnet Europa, das Israels Grenzzäune, Sicherheitsmaßnahmen und seine Politik in Judäa und Samaria oder gegenüber dem Gazastreifen seit Jahren scharf kritisiert, entdeckt plötzlich den Wert kontrollierter Grenzen. Warum kann man nicht einfach zugeben, dass es sich um einen sicherheitspolitischen Bankrott handelt? Der Ansturm auf Ceuta zeigt, wie schnell sich politische und moralische Maßstäbe verändern können, wenn die eigene Souveränität und das eigene Staatsgebiet unter Druck geraten. Hier ein paar Gedanken.
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