Die ungewöhnlich scharfe Äußerung des türkischen Außenministers Hakan Fidan, Israel sei zu einer „Last geworden, die die Menschheit nicht länger tragen kann“, wird in Jerusalem nicht mehr als bloß ein weiterer verbaler Schlagabtausch zwischen Israel und der Türkei gewertet. In Israel sieht man darin vielmehr einen Teil einer umfassenderen Eskalation der Beziehungen – ausgerechnet zu einem für Israel besonders sensiblen Zeitpunkt: wenige Tage vor dem NATO-Gipfel in Ankara, zu dem US-Präsident Donald Trump als Gast von Präsident Recep Tayyip Erdoğan erwartet wird.
Im außen- und sicherheitspolitischen Establishment Israels ist man sich bewusst, dass die entscheidende Frage inzwischen nicht mehr lautet, was Erdoğan oder sein Außenminister sagen, sondern welche Zugeständnisse Trump der Türkei im Rahmen seiner Bemühungen machen wird, Ankara wieder enger an Washington heranzuführen.
Die israelischen Befürchtungen konzentrieren sich auf zwei Möglichkeiten: eine Rückkehr der Türkei in das Programm für die Tarnkappenkampfflugzeuge F-35, aus dem sie 2019 ausgeschlossen wurde, oder zumindest eine amerikanische Genehmigung für den Verkauf von...
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