Ministerpräsident Benjamin Netanjahu besuchte am Freitag die 36. Division der israelischen Streitkräfte an der Nordgrenze. Begleitet wurde er von Verteidigungsminister Israel Katz und dem stellvertretenden Generalstabschef Generalmajor Tamir Yadai. Vor Ort wurden sie vom Kommandeur des Nordkommandos, Generalmajor Rafi Milo, und Divisionskommandeur Brigadegeneral Yiftach Norkin über die laufenden Einsätze im Libanon informiert.
Löwen mit Kampfgeist
Netanjahu sprach direkt mit den Brigadekommandeuren, die sich zum Zeitpunkt des Besuchs im Einsatz befanden – und zog eine deutliche Zwischenbilanz: „Unsere Truppen haben den Litani überschritten, sie haben dominante Stellungen eingenommen. Wir operieren in Beirut, in der Bekaa-Ebene, entlang der gesamten Breite der Front – und wir versetzen der Hisbollah einen vernichtenden Schlag.“
Er unterstrich, dass dies keine politische Rhetorik sei, sondern auf den Berichten der Kämpfer vor Ort basiere: „Die Brigadekommandeure sagen mir, ebenso wie die Soldaten, dass die Hisbollah bei jedem Kontakt, in jeder Begegnung, entweder ausgeschaltet wird oder flieht.“ Das Bild, das Netanjahu zeichnete, ist das einer Armee in Vorwärtsbewegung – moralisch stark, operativ erfolgreich.
Den Soldaten selbst richtete er persönliche Worte aus: „Ich höre euch – und ich höre auch die Soldaten, von denen einige hier hinter mir stehen. Es gibt einen immensen Kampfgeist.“ Er schloss mit einem emotionalen Appell: „Ich grüße euch. Ihr seid Löwen. Ihr habt Kommandeure, die Löwen sind. Macht weiter, mit großem Erfolg, bis zum letzten Ende.“

IDF auf dem Vormarsch
Die Worte des Ministerpräsidenten spiegeln die tatsächliche Lage an der Front wider. Die IDF hatten kurz zuvor mit Operationen im Bereich des Beaufort-Kamms und des Wadi al-Saluki begonnen – mit dem erklärten Ziel, direkte Bedrohungen für Ortschaften in Nordisrael zu beseitigen. Parallel laufen massive Luftangriffe: Über 100 Hisbollah-Ziele in Südlibanon und der Bekaa-Ebene wurden in den Tagen zuvor angegriffen. Erstmals seit fast einem Monat traf die israelische Luftwaffe zudem wieder einen Hisbollah-Funktionär im Beiruter Stadtteil Dahiye.
Trotz einer seit April geltenden Waffenruhe haben sich die Kämpfe de facto wieder ausgeweitet. Parallel zu Netanjahus Truppenbesuch trafen sich Militärvertreter beider Seiten in Washington zu US-vermittelten Stabilisierungsgesprächen – ohne bislang erkennbares Ergebnis.




