Staatspräsident Isaac Herzog traf am Donnerstag, dem 4. September, Papst Leo XIV., den Staatssekretär des Vatikans Pietro Parolin und den Außenminister des Vatikans, Erzbischof Paul Richard Gallagher.
Im Mittelpunkt der Gespräche standen die Bemühungen um die Rückführung der von der Terrororganisation Hamas seit fast 700 Tagen festgehaltenen Geiseln. Herzog machte deutlich, dass sich die 48 Gefangenen in akuter Lebensgefahr befänden, und rief zu einer Verstärkung der internationalen Anstrengungen auf. Zudem bat er seine Gastgeber, Vertreter der Geiselfamilien zu empfangen.
Darüber hinaus wurden die Zunahme des weltweiten Antisemitismus, die Lage von Minderheiten im Nahen Osten – insbesondere der christlichen Gemeinden und der drusischen Gemeinschaft in Syrien – sowie die Situation der Christen in Israel, Judäa und Samaria und im Gazastreifen erörtert. Auch die humanitäre Lage in Gaza und Fragen des interreligiösen Dialogs standen auf der Tagesordnung.

Anschließend besuchte Herzog das Archiv und die Bibliothek des Vatikans.
Zum Abschluss seines Besuches sprach der Präsident von einem wichtigen Signal, das im Empfang durch den neu gewählten Papst liege. Dies unterstreiche die besondere Bedeutung der Beziehungen zwischen dem Heiligen Stuhl, dem Staat Israel und dem jüdischen Volk.
Besonders eindringlich wurde Herzog beim Thema Geiseln. „Morgen ist der 700. Tag seit der furchtbaren Katastrophe am 7. Oktober, seit unsere Brüder und Schwestern entführt wurden – 48 von ihnen sind noch immer in Gaza, und sie müssen so schnell wie möglich zurückkehren. Dringend. Manche zur Genesung daheim, andere zu einer würdigen Bestattung in Israel“, erklärte er.
Der Präsident betonte zudem die großen israelischen Anstrengungen in der humanitären Hilfe, die die Lage vor Ort bereits spürbar verändert hätten. Auch der gemeinsame Kampf gegen Antisemitismus müsse kompromisslos geführt werden. Schließlich lud Herzog den Papst zu einem Besuch in Israel ein, wie es auch dessen Vorgänger getan hatten.

Ein weiteres wichtiges Thema waren die christlichen Gemeinden in Israel, in Judäa und Samaria, in Gaza sowie im gesamten Nahen Osten. Herzog verwies auf die lebendigen und vielfältigen Gemeinschaften im Land und unterstrich die klare Verpflichtung Israels zur Religionsfreiheit, zur freien Glaubensausübung sowie zum Schutz und zur Förderung der christlichen Gemeinschaften im Heiligen Land.




