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„Nur der Messias kann Netanjahu ablösen“, sagt der Schwager des Ministerpräsidenten

Sara Netanjahus Bruder, Dr. Chaggai Ben-Artzi, stilisiert Bibi zur biblischen Gestalt und ruft ihn auf, eine historische Chance zu ergreifen.

Netanjahu
Gesalbter Gottes? Ministerpräsident Benjamin Netanjahu. Foto: Chaim Goldberg/Flash90

Dr. Chaggai Ben-Artzi, renommierter Bibelwissenschaftler und Schwager von Ministerpräsident Benjamin Netanjahu, hat in einem neuen Interview einen eindringlichen, theologisch aufgeladenen Appell veröffentlicht: Nur „der Messias, Sohn Davids“, sei geeignet, Bibi nachzufolgen – und die politische Kampagne zur Absetzung Netanjahus verberge sich hinter humanitären Parolen.

 

„Eine historische Chance“ – und das Geiseldrama als Ablenkung

Im Interview mit Arutz 7, einem religiös-nationalen Nachrichtenportal in Israel, bezeichnete Ben-Artzi den Krieg in Gaza als prophetische und strategische Weggabelung für Israel und warf Kritikern vor, das Thema der Geiseln zu instrumentalisieren, um die Regierung zu schwächen.

Ben-Artzi begann mit Lob für den Vorschlag von US-Präsident Donald Trump, eine Auswanderung der Zivilbevölkerung aus dem Gazastreifen zu ermöglichen, nachdem große Teile der Region zerstört worden seien. „Zum ersten Mal hat ein amerikanischer Präsident eine Lösung für das Flüchtlingsproblem vorgeschlagen, das uns seit 70 Jahren verfolgt. Das ist eine historische Chance“, sagte er. Er fügte hinzu, dass zuvor nur der ermordete Rabbiner Meir Kahane gewagt habe, eine solche Lösung öffentlich zu fordern.

Er übte scharfe Kritik an den Bemühungen, die nationale Agenda auf das Geiseldrama zu konzentrieren: „Zwanzig Geiseln sind kein strategisches Thema“, sagte er. „Es ist nicht populär, das zu sagen, aber es muss gesagt werden. Ich habe die moralische Autorität, das auszusprechen.“

Zwar hoffe und bete er für ihre sichere Rückkehr, doch betonte Ben-Artzi: „Wir haben bereits fast 2.000 Tote. Wenn wir tragischerweise bei 2.020 ankommen, ändert das nichts an Israels strategischem Auftrag: totaler Sieg über die Hamas, Eroberung des gesamten Gazastreifens und Umsetzung des Auswanderungsplans.“

Er räumte ein, dass diese Haltung Risiken berge, doch sagte unverblümt: „Wir müssen es sagen. Es ist kein strategisches Thema.“

 

„Das ist eine politische Kampagne zur Absetzung Bibis“

Ben-Artzi warf der auf die Geiseln fokussierten Protestbewegung vor, ein politisches Instrument zu sein: „Die ganze Geiselkampagne ist eine politische Kampagne mit dem Ziel, Bibi und die Regierung zu stürzen“, sagte er. „Sie wissen: Wenn Netanjahu einem Deal nachgibt, treten [Finanzminister Bezalel] Smotrich und [Polizeiminister Itamar] Ben-Gvir zurück, und es kommt zu Neuwahlen. Das ist eine politische Kampagne. Sie hat nichts mit Moral, Spiritualität oder Religion zu tun.“

Mit scharfen Worten wandte er sich gegen linke Kritiker, darunter die Protestführerin Prof. Shikma Bressler: „Sie rufen: ‚Die Rechte hat vergessen, was es heißt, Jude zu sein.‘ Das macht mich wütend – als Bibellehrer seit fünfzig Jahren. Ich habe vergessen, wie man Jude ist? Wann habt ihr zuletzt in eine Tora, den Talmud, den Rambam oder den Schulchan Aruch geschaut?“

 

„Nur der Messias kann Netanjahu ersetzen“

Auf die Frage, ob er in der politischen Rechten jemanden sehe, der Netanjahu nachfolgen könne, antwortete Ben-Artzi unmissverständlich: „Absolut nicht. Die anderen Likud-Führer spielen in einer ganz anderen Liga als der Ministerpräsident. Der Unterschied ist eindeutig. Der Einzige, der Benjamin Netanjahu ersetzen kann, ist der Messias-König.“

Angesichts erwartbarer Vorwürfe religiösen Extremismus entgegnete er: „Ich weiß, man wird sagen, ich sei messianisch. Aber die Bibel ist messianisch. Das Judentum ist messianisch. Nur wer die Bibel nicht studiert, kann ‚messianisch‘ als Beleidigung gebrauchen.“

Er erinnerte an David Ben-Gurion: „Er sagte voller Stolz, dass dieser Staat messianisch sei und das jüdische Volk eine messianische Botschaft habe. Er hatte keine Angst, das zu sagen – weil er die Bibel studiert hatte.“

 

Ein persönlicher Appell an Bibi

Zum Abschluss des Interviews wandte sich Ben-Artzi mit einer direkten Botschaft an seinen Schwager: „Bibi, die göttliche Vorsehung hat dir eine historische Chance gegeben – vielleicht die erste in der Geschichte Israels –, nicht nur einen Feind zu besiegen, sondern das Flüchtlingsproblem zu lösen. Ich bete, ich flehe dich an: Verpasse diese Gelegenheit nicht.“

Gleichzeitig äußerte er Enttäuschung über frühere Zugeständnisse Netanjahus: „Trotz allem, was er darüber geschrieben hat, dass man dem Terror nicht nachgeben dürfe, hat er selbst Abkommen geschlossen.“

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Patrick Callahan

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