Nach einem mutmaßlichen Hai-Angriff vor der Küste von Hadera bleibt ein Taucher vermisst. Die israelischen Behörden haben am Montag mehrere Strände zwischen Hadera und Netanja gesperrt und großangelegte Suchmaßnahmen eingeleitet.
Der Vorfall ereignete sich gegen Montagnachmittag nahe des Orot-Rabin-Kraftwerks, einem Bereich, der ohnehin für das Schwimmen gesperrt ist. Ein Sprecher des Rettungsdienstes Magen David Adom erklärte: „Die bislang als verletzt gemeldete Person wurde noch nicht gefunden.“ Auch die israelische Polizei bestätigte, dass ein Taucher als vermisst gilt.
Laut Medienberichten handelt es sich bei dem Vermissten um einen etwa 40-jährigen Mann aus Petach Tikwa. Er soll nach einem Arbeitstag im Norden Israels einen Zwischenstopp zum Angeln gemacht haben. Seine persönlichen Gegenstände und sein Fahrzeug wurden am Strand gefunden.
A diver was reportedly bitten by a shark off the coast of a beach in Hadera today. Police are searching for the victim, but no injured people have been found so far.pic.twitter.com/lC6coOyZ1z
— Israel National News – Arutz Sheva (@ArutzSheva_En) April 21, 2025
Augenzeugen berichteten von dramatischen Szenen. Ein Badegast sagte gegenüber israelischen Medien: „Ich sah Blut im Wasser und hörte Schreie.“ Ein anderer Zeuge will den Taucher rufen gehört haben: „Sie beißen mich“, bevor er unter der Wasseroberfläche verschwand.
Rettungskräfte, darunter Polizei, Marine und Feuerwehr, sind mit Booten, Tauchern und Hubschraubern im Einsatz. Die Strände von Hadera, Mikhmoret, Beit Yanai und Neurim bleiben bis auf Weiteres geschlossen.
Hai-Angriffe sind in Israel extrem selten. Der letzte dokumentierte Vorfall ereignete sich 2013, als ein Hai in einem Fischkäfig gefangen war und jemanden biss, der versuchte, ihn zu befreien. Davor gab es nur einen einzigen bekannten Angriff – während der britischen Mandatszeit – bei dem ein britischer Polizist vor der Küste von Tel Aviv verletzt wurde.
Experten vermuten, dass die ungewöhnliche Präsenz von Haien in Küstennähe mit dem warmen Abwasser aus dem Kraftwerk sowie mit Fischsterben in nahegelegenen Flüssen zusammenhängen könnte. Diese Faktoren könnten Raubfische wie Sandbank- oder Kupferhaie anziehen.
Die israelische Natur- und Parkbehörde betonte, dass Haie unter Schutz stehen und warnte eindringlich davor, sich ihnen zu nähern oder sie zu berühren. In den letzten Wochen wurden in dem Gebiet wiederholt Haie gesichtet, einige Badegäste filmten sie oder versuchten, sie anzufassen – ein Verhalten, das jetzt zunehmend kritisch gesehen wird.
Die Suche nach dem vermissten Taucher wurde auch am Dienstagmorgen fortgesetzt. Wann die Strände wieder geöffnet werden, ist derzeit unklar. Die Behörden fordern die Bevölkerung auf, alle Warnungen ernst zu nehmen und die gesperrten Küstenabschnitte zu meiden.




