Die Terroranschläge der vom Iran unterstützten jemenitischen Houthi-Rebellen auf israelische Schiffe im Roten Meer dauern nun schon seit drei Wochen weitgehend ungehindert an. Die Angriffe sind in der vergangenen Woche eskaliert, als drei Schiffe am selben Tag attackiert wurden: das Containerschiff Unity Explorer, das Danny Ungars im Vereinigten Königreich ansässigem Unternehmen Dao Shipping gehört, die Sophie 2, die einem japanischen Unternehmen gehört und keine Verbindung zu Israel hat, und die Nummer 9, die einem deutschen Unternehmen gehört und von einem chinesischen Unternehmen geleast wurde und ebenfalls keine Verbindung zu Israel hat.
Es wird vermutet, dass die Houthis die Nummer 9 für ein israelisches Schiff hielten, weil das israelische Unternehmen ZIM es bis vor drei Jahren gepachtet hatte.
Israel hat zwar eine internationale Einsatztruppe für das Rote Meer gefordert, was auch von Großbritannien und den USA unterstützt wurde, aber bisher hat sich nichts in dieser Richtung getan. Stattdessen gab es sogar Gerüchte, dass die USA Zurückhaltung beim Umgang mit den Houthis gefordert hatten, um „eine Ausweitung des Konflikts zu vermeiden“.
Siehe auch: Jemenitische Houthis schwören, jedes Schiff mit Kurs auf Israel anzugreifen
Die Reedereien können es sich nicht leisten, auf ein internationales Einsatzkommando zu warten und leiten inzwischen viele ihrer Schiffe um die Südspitze Afrikas herum. Dieser Fahrplan verlängert nicht nur den Weg um 13.000 Kilometer und ca. 10-14 Tage, sondern treibt auch die Kosten für die Fracht an Bord in die Höhe.
Das israelische Wirtschaftsmagazin Globes berichtet, dass ZIM das Containerschiff Europe, das bis zu 5600 Container befördern kann, umgeleitet hat, nachdem es Boston an der Ostküste der USA in Richtung Malaysia verlassen hatte. Anstatt über das Mittelmeer zu fahren und den Suezkanal zu passieren, kehrte das Schiff vor der algerischen Küste um und wird stattdessen Afrika umfahren.
Eine andere ZIM-Route, die ZMP, die Häfen in China mit der Türkei verbindet, hat bereits angekündigt, dass ihre 12 Schiffe nicht durch das Rote Meer fahren werden. Dies wird zu Verzögerungen in der Lieferkette führen, da die Schiffe vermutlich ebenfalls Afrika umrunden werden. Weitere israelische Frachtunternehmen haben ebenfalls angekündigt, die längere Route über Afrika zu nutzen.
Gleichzeitig werden die Schifffahrtsunternehmen durch die Umfahrung Afrikas nicht allzu stark belastet. Sie sparen die Transitgebühren für den Suez-Kanal, die zwischen 400.000 und 700.000 Dollar betragen. Diese Gelder gehen nun Ägypten durch die Lappen. Das Nachbarland Israels befindet sich in einer ständigen finanziellen Notlage und kann schwer auf das Einkommen aus dem Suez-Kanal verzichten. Vor allem wenn nicht nur israelische Schiffe angegriffen werden, wie es die Houthis bereits angedroht hatten.
Die Preise für die Versicherung von Waren nach Israel sind ebenfalls gestiegen. ZIM hat die Versicherung für jeden Container um 20 bis 100 Dollar erhöht, und die deutsche Reederei Hapag-Lloyd hat die Versicherungsgebühren für jeden Container von Mittelmeerhäfen nach Israel um 80 Dollar angehoben.
Diese wirtschaftlichen Probleme sind offensichtlich Teil des iranischen Plans, Israel von allen Seiten unter Druck zu setzen. Während Israel mit dem Krieg in Gaza alle Hände voll zu tun hat, kann es sich augenscheinlich nicht auf seine Verbündeten in den USA und Europa verlassen, die nur zögerlich eingreifen.




