Woche des hebräischen Buches 

Gestern hat in Israel die Woche des hebräischen Buches begonnen.

 Jedes Jahr im Juni, kurz nach dem Shawuot Feiertag, finden in vielen Städten Buchmärkte unter freiem Himmel statt. Verlage und Autoren preisen an Verkaufsständen ihre Bücher an, die bei dieser Gelegenheit meistens etwas billiger als zum Ladenpreis angeboten werden.

Die zentralen Orte der diesjährigen Buchwoche sind Tel Aviv, Jerusalem und Haifa. In Tel Aviv findet die Buchwoche auf dem Rabin-Platz statt, in Jerusalem an der alten Bahnstation und in Haifa im Auditorium des Carmel Centers, ein Stadtteil an den Hängen des Berges Carmel. Aber auch in vielen anderen Städten wird die Woche des hebräischen Buches in Form von besonderen Verkaufsaktionen der Buchgeschäfte in den Einkaufszentren begangen.

Neben der Möglichkeit, Bücher günstig zu erwerben, wird es während der Buchwoche auch zahlreiche Veranstaltungen geben. Neben Bücherlesungen, Aktivitäten für Kinder und Musikdarbietungen wird es auch Vorträge von Autoren geben, unter anderem in der Nationalbibliothek von Jerusalem und auch in mehreren Cafes in der Stadt.

Auch in der Zeit des Internets und der digitalen Medien sind Bücher in Israel weiterhin sehr beliebt und die Buchwoche ist eine ausgezeichnete Gelegenheit, mit der ganzen Familie an den Bücherständen der Verlage vorbeizugehen und dabei ein paar interessante Bücher für das nächste Jahr zu besorgen (Anmerkung des Autors: Ich erinnere mich noch ganz genau an die Jahre, als unsere Kinder noch klein waren und wir vollgepackt mit neuen Büchern nach einem Bummel durch die Stände der Bücherwoche wieder nachhause kamen).

Im Jahr 1926 wurden in Israel zum ersten Mal Bücher auf der Straße zu reduzierten Preisen zum Verkauf angeboten, damals nannte man diese Veranstaltung „Der Tag des Hebräischen Buches“. Dazu wurden auf dem Rotschild-Boulevard in Tel Aviv mehrere Buchverkaufsstände errichtet. Seitdem fanden bis zum Jahr 1958 von Zeit zu Zeit Veranstaltungen wie der erste „Tag des Hebräischen Buches“ statt.

Die heute bekannte „Woche des hebräischen Buches“ fand dann erstmals im Jahr 1959 statt. Seit 1961 findet diese Buchwoche jedes Jahr in vielen Städten des Landes statt. Sie ist Teil unseres Kalenders geworden. Übrigens werden während der Woche des hebräischen Buches auch Bücher in anderen Sprachen angeboten, sofern sie in Israel erschienen sind.

Anlässlich des Ereignisses hat die israelische Nationalbibliothek ihren jährlichen Buch-Report veröffentlicht. Demnach wurden im Jahr 2018 nicht weniger als 8571 Bücher in Israel veröffentlicht, 879 Bücher mehr als ein Jahr zuvor und 200 Bücher mehr als im Jahr 2008. 1045 der erschienenen Bücher waren Kinderbücher, davon 93 Prozent waren auf Hebräisch, 4,2 Prozent auf Arabisch und der Rest der Kinderbücher erschien auf Englisch und Jiddisch.

91 Prozent der in Israel veröffentlichen Bücher erschienen auf Hebräisch, 3,9 Prozent auf Englisch, 2,9 Prozent auf Arabisch und 1,1 Prozent erschienen sogar in russischer Sprache.

85,6 Prozent der erschienenen Bücher waren Originalwerke. Der größte Teil der übersetzten Bücher erschienen zuerst auf Englisch, 4.1 Prozent der übersetzten Bücher wurden aus dem Deutschen übersetzt, gefolgt von Französisch (4 %), Arabisch (1,1 %) und Schwedisch (1 %). Die übrigen 27,2 Prozent der übersetzten Bücher erschienen zuerst in einer von 30 weiteren Sprachen, die meisten aus dem europäischen Raum.

Die Woche des hebräischen Buches findet noch bis zum 22. Juni statt. Genug Zeit, um sich mit neuen Büchern einzudecken oder einfach mal zu schauen, was es Neues gibt. Ohne mindestens ein neues Buch werden sicher nur wenige Besucher nach Hause zurückkehren.

Bilder: Die Woche des hebräischen Buches auf dem Rabin-Patz in Tel Aviv (Foto: Flash90)

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