Themen: Thora

Wie kann Er es wagen!

Ist es eigentlich ein Skandal, dass der Schöpfer ein Universum erschaffen hat, in dem Positionen und Ressourcen zu einem bestimmten Zeitpunkt ungleich verteilt sein können? Zum Beispiel an Aaron? Oder an Israel?

Wie kann Er es wagen!
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“Das ist nicht fair! Er hat mehr bekommen als ich.”

Haben Sie schon einmal beobachtet, wie Kinder eifersüchtig darum streiten, wer das größte oder beste Stück Kuchen bekommt? Für Erwachsene scheint das lächerlich, aber wenn wir einmal ehrlich sind, haben wir doch unseren eigenen Sinn für Gerechtigkeit, mit dem wir manchmal ringen.

In unserem wöchentlichen Thoraabschnitt waren einige der Leviten, angeführt von Korah, verärgert darüber, dass ihre Cousins Mose und Aaron die obersten Führungspositionen erhalten hatten. Vielleicht mochte Korah die niedere Aufgabe nicht, bei der es Asche und Dung zu schaufeln galt, die nach dem Opfern der Tiere im Vorhof der Stiftshütte übrig geblieben waren? Oder vielleicht war er eifersüchtig auf die “Filet Mignon”-Stücke des Opferfleisches, die Aaron essen sollte? Vielleicht war es auch ein viel tiefer liegender Grund?

“Sie versammelten sich gegen Mose und Aaron und sagten zu ihnen: ‘Ihr nehmt zu viel auf euch, denn die ganze Gemeinde ist heilig, ein jeder von ihnen, und der HERR ist mitten unter ihnen. Warum erhebt ihr euch denn über die Versammlung des HERRN?’ “ (4.Mose 16:3)

Mose antwortete, dass die Beschwerde von Korah tiefer ging als nur die Unzufriedenheit mit Mose und Aaron als Anführer. Korah beschuldigte auch Gott. Mose sagte: „Doch denkt daran: Wenn ihr Aaron sein Amt als Priester streitig macht, lehnt ihr euch gegen den HERRN auf! Ja, gegen ihn habt ihr euch zusammengerottet! “ (4.Mose 16:11; Hervorhebung hinzugefügt)

Als Mose zwei weitere “unzufriedene Kunden” rief – Dathan und Abiram aus dem Stamm Ruben – wurde dies bestätigt. Anstatt inhaltliche Fragen zur pluralistischen Demokratie zu stellen, warfen sie Mose plötzlich vor, sie in die Wüste geschleppt zu haben und die angeblichen Verheißungen Gottes (noch) nicht eingelöst zu haben, als ob alles Moses Werk gewesen wäre.

“Du hast uns aus Ägypten herausgeholt, wo wir mehr als genug Milch und Honig hatten, und jetzt verenden wir hier in der Wüste. Bist du noch nicht zufrieden? Musst du dich auch noch als Herrscher aufspielen? Wo ist denn das verheißene Land, in dem es angeblich Milch und Honig im Überfluss gibt? Wo sind die Felder und Weinberge, die wir bekommen sollten? Du willst die Leute wohl für dumm verkaufen!” (4.Mose 16:13-14)

In unserem eigenen Leben neigen wir oft dazu, auf die zu schauen, die mehr Glück haben als wir, statt auf die weniger Glücklichen zu achten und dankbar für das zu sein, was wir haben. Ärgert es uns nicht, dass jemand, den wir kennen, ein höheres Gehalt oder ein teureres Haus hat? Sind wir aus den richtigen Gründen motiviert, “vorwärts” zu kommen? Ist es, um unsere Familie zu versorgen und einen Beitrag für andere zu leisten? Oder ist es, weil wir uns darüber ärgern, dass jemand anderes mehr Ehre und Erfolg hat als wir?

Als ob das alles nicht schon schlimm genug wäre, warnt Mose vor der tieferen Wurzel des Grolls gegen Gott. Ein Groll, weil wir uns an einem uns unbequemen Punkt im Leben befinden, in etwa wie in einer „Wüste“.

 

Nationale/ethnische Eifersucht und Anti-Zionismus

Diese “liebenswerten” Facetten der menschlichen Natur können sich auch auf nationaler Ebene äußern. Viele Kriege werden doch deshalb geführt, weil man das Land und die Ressourcen einer anderen Nation begehrt.

Könnte das etwas damit zu tun haben, dass Menschen sich über Israel aufregen? Manchen erscheint es unfair, dass Israel die moderne militärische Macht hat, sich zu verteidigen. Einigen, die für demokratische Ideale der gleichen Gleichheit eintreten, erscheint es unfair, dass es diese kleine Nation im Nahen Osten gibt, deren jüdische Mehrheit Israel als ein jüdisches Land sieht.

Aber vielleicht gibt es etwas Tieferes.

In Psalm 2,1-6 heißt es, dass die Nationen voller Groll gegen Gott und seinen Gesalbten wüten, der von Jerusalem aus die Erde regieren wird.

Vielleicht schauen die Nationen auf Israel und auf Jerusalem, wie Korah auf Mose und Aaron schaute – eifersüchtig und nachtragend.

Vielleicht leidet Israel heute in unserer Schlacht um die öffentliche Meinung unter einem doppelten “Kinnhaken” aus gewöhnlicher nationalistischer/ethnischer Eifersucht gegen das Land, plus einer Dosis des Grolls des gefallenen Menschen gegen Gott, als ob sie unbewusst wissen, dass Er beabsichtigt, von Zion aus zu regieren?

Ich empfehle Ihnen dringend, diesen Thoraabschnitt selbst zu lesen. Er enthält die Geschichte der merkwürdigen weiß-rosa Mandelblüte, die auf wundersame Weise am Ende von Aarons Spazierstock aufblüht, um zu beweisen, dass Gott ihn als Priester erwählt hat. Und es spielt sich mit buchstäblich weltbewegender Dramatik ab.

 


 

Das Wetter für heute in Israel

Heiter bis teilweise bedeckt. Warm. Für heute werden folgende Höchsttemperaturen erwartet: Jerusalem 30 Grad, Tel Aviv 29 Grad, Haifa 27 Grad, Tiberias am See Genezareth 35 Grad, am Toten Meer 38 Grad, Beersheva 34 Grad, Eilat am Roten Meer 42 Grad. Der Wasserpegel des See Genezareth ist weiter gesunken und liegt jetzt bei – 209,425 m unter dem Meeresspiegel. Es fehlen 62,5 Zentimeter bis zur oberen Grenze.

Die Redaktion von Israel Heute wünscht allen Lesern einen angenehmen Donnerstag. Machen Sie es gut.

 

Schalom aus Jerusalem!

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