MitgliederTunesien: Von angezündeten Kirchen und Attentatsversuchen

Christliche Minderheiten inmitten des politischen Chaos

von Edy Cohen |
Foto: EPA-EFE/MOHAMED MESSARA

Wenn Sie jemanden fragen, welches heute das demokratischste Land in der arabischen Welt sei, würden die meisten auf Tunesien zeigen. Hätte man diese Frage vor ein paar Jahren gestellt, hätte man wahrscheinlich die Antwort Libanon bekommen. Das sind zwei Staaten, die normalerweise regelmäßige Wahlen und ein funktionierendes Parlament haben. Doch die libanesische Politik wurde von der Hisbollah und dem Iran in eine Sackgasse getrieben. Und auch Tunesien taumelt heute wie andere Länder auf den Abgrund von Bürgerkrieg und Anarchie zu.

Tunesien war das erste arabische Land, das „Nein“ zur Unterdrückung sagte, das erste, in dem der Arabische Frühling ausbrach – bis heute ohne Schießereien und Massaker. Es war das Land, dessen Bewohner im Vergleich zu anderen arabischen Ländern sagen konnten, dass es demokratisch und tolerant ist. Was jedoch in diesen Tagen in Tunesien geschieht, ist ein Niedertrampeln der Demokratie und eine Verletzung von Minderheiten.

Erst vor zwei Wochen haben wir über die antisemitischen Äußerungen des tunesischen Präsidenten Kais Saied berichtet.

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