Auf einer Wahlkampfveranstaltung sagte US-Präsident Donald Trump, die Israelis hätten mit der Anerkennung Jerusalems als Hauptstadt „eine große Sache gewonnen“, weshalb nun die Palästinenser am Zug seien, etwas zu bekommen.
Auf einer Wahlkampfveranstaltung in Charleston, West Virginia, redete Trump viel über seine Israel-Politik. Er erinnerte daran, dass er Jerusalem als Israels Hauptstadt anerkannt hat, als erster Präsident überhaupt, obwohl es fast alle seit Gründung des Staates Israel versprochen hatten. Er erzählte auch von der Botschaft, welche im Mai von Tel Aviv nach Jerusalem verlegt wurde. Und dies alles entgegen der Ratschläge und Bitten einer Vielzahl ausländischer Staatsoberhäupter, welche ihn Tag und Nacht deswegen kontaktiert hätten.
Die beachtliche Unterstützung Trumps gegenüber Israel und der Regierung Netanjahus ist jedoch nicht unbegrenzt, und dies machte er an diesem Mittwoch deutlich. Die Verhandlungen zwischen den Israelis und den Palästinensern seien immer wieder an der Frage über den Status Jerusalems gescheitert. Um diese Blockade zu durchbrechen, sorgte er dafür, dass diese Frage bei zukünftigen Verhandlungen keine Rolle mehr spielt.
“Wenn es jemals Frieden mit den Palästinensern geben sollte, ist es gut ,dass wir das Thema Jerusalem vom Tisch haben”, sagte er.
Als Gegenleistung zu diesem Schritt verlangt er von Israel allerdings, bei den nächsten Verhandlungsrunden zu größeren Konzessionen gegenüber den Palästinensern bereit zu sein. So können die Palästinenser sehr bald von der Anerkennung Jerusalems profitieren. „Aber sie werden bald etwas sehr Gutes bekommen, denn als nächstes sind sie am Zug“. Man werde sehen was passiert, aber er sei sehr gespannt darauf.
In einem Interview im israelischen Armeeradio reagierte der israelische Landwirtschaftsminister Uri Ariel (Jüdisches Haus) auf die Erklärung des amerikanischen Präsidenten und sagte: “Trump sagte ‘wenn es jemals Frieden geben sollte’ , wir sollten dieses ‘jemals’ untersuchen.”
Andererseits sagte er, dass Israel die Bemerkungen Trumps vorsichtig prüfen sollte. “Dies ist kein schlimmer Vormittag, aber es gibt einen Grund zur Sorge in Bezug auf Trump”, sagte der Minister weiter.
Archivbild: Hat die Freundschaft ihren Preis? US-Präsident Trump und Ministerpräsident Netanjahu während des Besuches des amerikanischen Präsidenten in Israel im Mai 2017 (Foto: Yonatan Sindel/Flash90)




