Schneider Aviel

Promis am Tisch nebenan

In Jerusalem kennt irgendwie jeder jeden und wenn nicht, dann lernt man sich einfach kennen und spricht seinen Nächsten an.

Auf dem Jerusalemer Machane Jehuda Markt kommt man schnell ins Gespräch Foto: Shutterstock

Guten Morgen, liebe Leser!

Vor wenigen Tagen saßen wir in unserem Lieblingsrestaurant in Jerusalem, nicht weit von unserer Redaktion entfernt. Wir treffen dort nicht nur unsere Freunde, sondern öfter auch verschiedene berühmte Persönlichkeiten. So saß beispielsweise das letzte Mal der amerikanische Botschafter Thomas Nides mit seiner Familie direkt neben uns. Er ist genau wie die vorigen US-Botschafter im Heiligen Land amerikanischer Jude. Seine zwei Leibwächter saßen an einem anderen Tisch, wobei einer der Leibwächter eine Kippa trug, ein frommer Jude also.

Einen Juden mit Kippa sieht man selten in diesem Lokal, denn es handelt sich offiziell nicht um ein koscheres Restaurant, daher betreten religiöse Juden dieses Etablissement eher nicht.

Wie üblich sind die Amis immer laut, und so war es auch bei Familie Nides neben uns. Als Tischnachbarn haben wir uns nett begrüßt, halb auf Englisch und halb auf Hebräisch. Sagen wir mal so, der Tisch neben uns war fröhlich und laut und andere Tische um uns herum stöhnten leise. Die jungen Kellnerinnen baten um Nachsicht, es sei doch der amerikanische Botschafter in Israel. Einige ärgerten sich, andere weniger.

Ich denke, Thomas hat sich einfach wenige Tage vor dem Besuch seines Chefs, dem US-Präsidenten Joe Biden, mit seiner Familie in einem gemütlichen Restaurant vergnügt, und das war zufällig am Tisch neben uns. Mein Punkt ist, dass alle Menschen, die man sonst auf den Bildschirmen sehen kann, in der Realität gleich sind, sie sind auch nur Menschen.

Wer in Jerusalem lebt, erlebt solche Situationen öfters. In Jerusalem hängt der Himmel tiefer, sagt man hier. Oft trifft man berühmte Menschen, die man eben noch auf dem Bildschirm gesehen hat, im Café, auf den Straßen oder im Restaurant. Erst letztens saßen wir direkt neben der Präsidentin des israelischen Obersten Gerichtshofes, Esther Hayut. Sie hatte neben unserem wöchentlichen Stammtisch am frühen Freitagmorgen im Jerusalemer Mahane Yehuda Markt Platz genommen. Auch sie war mit ihrem Leibwächter um etwa sieben Uhr morgens im Schuk und genoss in aller Frühe einen Kaffee.

Hayut (auf dem Foto in der Mitte stehend) hat sich lange Zeit mit Schaul Meridor (in der weißen Jacke) unterhalten, der praktisch jede Woche neben uns sitzt und im israelischen Finanzamt als Leitfigur fungierte, bis er aus politischen Gründen sein Amt niederlegte. Sein Vater ist Dan Meridor, er gehörte einmal zu den sogenannten Prinzen der Likud Partei, wie Ehud Olmert und Ronny Milo.

In Jerusalem kennt irgendwie jeder jeden und wenn nicht, dann lernt man sich einfach kennen und spricht seinen Nächsten an. Auch wenn Jerusalem keine leichte Stadt ist, handelt es sich doch um eine ganz besondere Stadt mit einem einzigartigen Flair, das nicht einmal Tel Aviv zu bieten hat.

Diese beiden Begegnungen sind nur zwei der letzten Wochen. Wenn Ihr das nächste Mal in Jerusalem seid, dann meldet Euch bei uns und wir werden Euch besondere Tipps geben, wo und wie Ihr Euch am besten unter die Menschen mischen könnt.

 


Das Wetter für heute in Israel

Nach einigen Wolken am frühen Morgen wird es am Tag wieder sehr warm werden. Für heute werden folgende Höchsttemperaturen erwartet: Jerusalem 32 Grad, Tel Aviv 30 Grad, Haifa 28 Grad, Tiberias am See Genezareth 38 Grad, am Toten Meer 39 Grad, Beersheva 36 Grad, Eilat am Roten Meer 41 Grad. Der Wasserpegel des See Genezareth ist  um einen weiteren halben Zentimeter gesunken und liegt jetzt bei -209.495 m unter dem Meeresspiegel. Es fehlen 0,695 Meter bis zur obersten Grenze!

Die Redaktion von Israel Heute wünscht Ihnen einen angenehmen Mittwoch. Machen Sie es gut.

 

Schalom aus Jerusalem

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