Otniel im Schatten des Terrors

Mehr als einmal wurde der Name der Siedlung Otniel erwähnt, als von Terroranschlägen und deren Opfer berichtet wurde. Die Bewohner der Siedlungen werden meistens als stark angesehen, wenn es darum geht, die Terroranschläge zu verkraften und schnell zum täglichen Leben zurückzukehren. Doch ein Post auf der Facebookseite der in Otniel lebenden jungen Eliraz Eitam zeigt ein anderes Bild. Und: Knesset-Abgeordneter Jehuda Glick fordert scharfe Massnahmen gegen den Terror.

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Mehr als einmal wurde der Name der Siedlung Otniel erwähnt, als von Terroranschlägen und deren Opfer berichtet wurde. Am vergangenen Freitag wurde der Rabbiner und Vater von zehn Kindern Michael Mark von Terroristen erschossen, als er mit seiner Familie im Auto sass. Im Januar wurde Daphna Meir vor den Augen ihrer Kinder am Eingang ihres Hauses von einem Terroristen erstochen. Seit der Gründung der 800 Einwohner zählenden Siedlung im Jahr 1983 hat Otniel sieben Tote zu beklagen, die Opfer von Terroranschlägen wurden. Dazu kommen noch vier Schüler der Religionsschule von Otniel, die bei einem Anschlag im Jahr 2002 ums Leben gekommen waren.

Die Bewohner der Siedlungen werden meistens als stark angesehen, wenn es darum geht, die Terroranschläge zu verkraften und schnell zum täglichen Leben zurückzukehren. Doch ein Post auf der Facebookseite der in Otniel lebenden jungen Eliraz Eitam zeigt ein anderes Bild. In ihrem Post, der sehr schnell in den sozialen Netzwerken verbreitet wurde, erzählt sie von ihren Empfindungen im Schatten des Terrors. Unter anderem schreibt sie:

„Nein, wir werden nicht zur Normalität zurückkehren, denn diese Normalität tötet uns immer wieder. Nein, wir werden uns nicht weiter entwickeln und aufblühen und mit der Besiedlung fortfahren. Das ist nicht unsere Lösung gegen den Terror und nicht unsere Antwort an die Terroristen. Unser Leben ist zerstört, versteht Ihr das?“

Dieser offene Brief hat bei den Bewohnern von Judäa und Samaria die für ihre Stärke im Umgang mit dem Terror und ihrer Fähigkeit, bestärkt aus Krisen herauszukommen, bekannt sind, hohe Wellen geschlagen.

Eliraz schreibt weiter: „Nein, Ihr begreift nicht, was es bedeutet, 23 Waisenkinder innerhalb von fünf Monaten zu haben. Ihr versteht nicht, was es heisst, alles aufzuhören und zu der Beerdigung des Nachbarn oder Nachbarin zu gehen. Ihr versteht nicht , was es bedeutet, sich an den Tod zu gewöhnen Und ja, wir gewöhnen uns daran.“

Dann erwähnte Eliraz den Versuch der israelischen Regierung, die Lage zu beruhigen, indem sie den Bau von 42 neuen Wohneinheiten genehmigte. „42 oder auch 43 neue Wohnungen sind keine Antwort für einen Enkel, der jetzt auch seinen zweiten Grossvater bei einem Terroranschlag verloren hat. Unser Leben kann so nicht mehr weitergehen. Wir werden Euch nicht mehr zeigen, was für Helden wir sind, denn wir sind es nicht. Wir werden nicht zurück an unsere Arbeit kehren, werden nicht weiter einkaufen gehen, denn unser Leben ist gestoppt worden. Und es wird erst weitergeführt werden, wenn wir wissen, wohin es uns führen wird. Denn momentan fährt unser Leben auf der Strasse und wartet auf das nächste Auto, dass es überholt, oder die Brandbombe, die es überfliegt. Unser Leben sitzt abends zuhause und sieht, wie ein kleiner Piepmatz mit einem Messer auf ihn zurennt. Und das ist kein Leben.“

Eliraz Eitam fordert in ihrem Brief ein normales Leben so wie jeder andere Bürger des Landes. Sie weigert sich, stark zu sein und die Schwierigketen zu überwinden. „Ich möchte sicher auf der Strasse fahren können. Ich möchte mich nicht mehr um meine Familie, Nachbarn und Freunde sorgen müssen. Ich möchte, dass alle begreifen, dass wir nicht mehr können. Ich möchte ein Erdbeben, damit jeder versteht, dass es so nicht mehr weitergehen kann. Ich möchte, dass wir das Leben bestreiken bis wir sehen, dass wir es wieder weiterleben können. Ich möchte nicht, dass wir jetzt zur Normalität zurückkehren, denn diese Normalität tötet uns, immer wieder. Und auch wenn dieser Streik sein Ziel nicht erreicht, hilft er uns, unseren Schmerz nicht weiter für uns zu behalten, ihn herauszubringen. Er hilft uns, nicht mehr ein gefälschtes Lächeln zu zeigen und zu sagen, dass wir weitermachen können, denn wir können es nicht mehr,“ beendete Eliraz ihren Brief.

Jehuda Glick redete in der Knesset

Der ebenfalls in Otniel lebende Knesset-Abgeordnete der Likud-Partei Jehuda Glick redete gestern (Mittwoch) vor dem Parlament bezüglich der letzten Terroranschläge. In seiner Rede sagte er unter anderem: „In der vergangenen Woche nahm ich an zwei Beerdigungen teil, an der von Hallel Ariel, der Tochter von sehr guten Freunden von mir, die in ihrem Zimmer im Schlaf von einem Terroristen mit 10 Messerstichen ermordet worden war. Nur einen Tag später war ich auf der Beerdigung meines Freundes Miki Mark, mit dem ich seit über 20 Jahren befreundet war. Der Ort Otniel, in dem ich lebe, musste viele Opfer durch den Terror hinnehmen. Es schmerzt uns sehr.“

Weiter sagte Glick: „Otniel schmerzt und ist gebrochen, aber Otniel und die Besiedlung von Judäa und Samariia sind stark und werden sich auch gegen den tödlichen Terror behaupten können. Aber dieser Terror wird getrieben durch die Hoffnung der Terroristen, dass man uns von hier, vom Tempelberg und aus dem ganzen Land vertreiben kann, um dann auf den Trümmern das Land Palästina zu errichten.Daher ist es unsere Pflicht, die israelischen Hoheitsrechte über Judäa und Samaria gelten zu lassen, weiter zu bauen, zu leben, uns weiter zu entwickeln, weiter auf den Strassen zu fahren, alle neuen Häuser in Hebron zu bewohnen, weitere Stadtviertel zu bauen, um die Botschaft zu übermitteln, dass wir hier sind, um zu siegen.“

Glick forderte in seiner Rede, gnadenlos gegen den Terror vorzugehen, auch gegen die Hetzer und Zubringer der Terroristen. Er forderte , die Häuser von Terroristen sofort zu zerstören, die Familien der Terroristen auszuweisen und andererseits diejenigen zu stärken, die bereit sind, mit Israel und unter israelischer Hoheit zu leben.

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