Orthodoxe Frauen in der High-Tech Branche

Die israelische Technologiebranche dürstet nach Fachkräften

Orthodoxe Frauen in der High-Tech Branche
Nati Shohat/Flash90

Vor etwa zwei Jahren begann das Adva-Projekt, jüdisch-orthodoxe Frauen auf Jobs in der High-Tech-Industrie vorzubereiten. Das Projekt wird von einer Non-Profit-Organisation gesponsort.

Ende 2020 schloss eine erste solche Klasse den zweijährigen Kurs ab. Von den 81 Absolventinnen hatten 13 bereits Jobzusagen bei Apple, Facebook und Co. Auch die übrigen haben wegen anhaltend hoher Nachfrage nach Technologieexperten gute Aussichten.

Es fiel mancher Teilnehmerin schwer, sich die notwendigen Kenntnisse anzueignen. Vor allem Mathematik und Informatik stellen hohe Anforderungen. Aber überdurchschnittlich hohe Einstiegsgehälter über 3000 Euro, in Israel keine Seltenheit für Programmierer, lohnen die Mühe.

Die Unternehmen profitieren ebenfalls. Ein Manager von Google sagte während der Abschlussfeier der Adva-Gruppe: „Der Wert des Programms für die Industrie ist enorm. Auch Google sucht Leute, die über den Tellerrand hinausschauen und sich Herausforderungen stellen. Und ich sehe das bei diesen Frauen.“ Ein Offizier der israelischen Armee fügte hinzu: „Schon jetzt sind 15 ultraorthodoxe junge Frauen in meiner Einheit. Sie sind an der Weiterentwicklung operativer Systeme beteiligt. Der langfristige Erfolg dieses Adva-Programms wird sich in der Zukunft zeigen. Die Integration der ultra-orthodoxen Absolventen ist nicht weniger als ein nationales strategisches Ziel.“

Die orthodoxe Gesellschaft Israels hat großes Potenzial. Nicht zuletzt die Corona-Krise hat vielen die Augen für die Notwendigkeit einer stabilen finanziellen Situation geöffnet. Die Integration der orthodoxen Gesellschaft kann der israelischen Wirtschaft stetig nachrückend kreative und motivierte Fachkräfte verschaffen.

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