Mufti Amin as-Husseinis persönliches Tagebuch enthüllt

Ein brandneues Buch von Israel Heute-Korrespondent Dr. Edy Cohen enthüllt neue Details über den palästinensischen Mufti und seine Kollaboration mit den Nazis im Zweiten Weltkrieg.

von Israel Heute Redaktion |
Palästinenserführer Haj Amin al-Husseini trifft sich 1941 mit Adolf Hitler in Berlin. Foto: Public Domain

Das Buch von Dr. Cohen wird derzeit in Israel unter dem Titel „The Mufti and the Jews – The Involvement of Haj Amin al-Husseini in the Holocaust and his War on the Jews of the Arab Countries 1935-1946“ veröffentlicht. Die Studie enthüllt im Detail, welche Agenda der Mufti, der von 1941 bis 1945 in Deutschland lebte, verfolgte.

Obwohl sich seit der Niederlage Nazi-Deutschlands bis heute viele Studien mit der Persönlichkeit des Mufti al- Husseini befasst haben, hat keine dieser Studien arabischsprachige Quellen verwendet, welche die bisher unbekannten Aktivitäten des Mufti gegen die Juden einschließlich seiner Aussagen über seine Absichten umfassen. Der überwiegende Teil solcher Forschungen müsste sich eigentlich auf arabischsprachiges Material stützen, das aus Dokumenten im persönlichen Archiv des Mufti stammt. Diese befanden sich in verschiedenen deutschen Dienststellen und wurden von den Alliierten bei ihrem Einmarsch im Mai 1945 beschlagnahmt. Das Buch von Edy Cohen basiert auf diesem neuen und bislang unbekannten Material und gibt wichtige neue Einblicke in das damalige Zeitgeschehen.

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde mit amerikanischer Hilfe eine Kopie des persönlichen Archivs des Mufti an das israelische Staatsarchiv übergeben. Ziel war es, belastende Details über den Mufti und seine Verwicklung in den Krieg zu finden, aber der Mufti entkam dem Prozess und lebte bis zu seinem Tod 1974 im Libanon.

Das Material, auf dem das Buch basiert, ist in der Sammlung 1948 der Abteilung für zurückgelassene Urkunden des Staatsarchivs und in der Unterabteilung für solche Urkunden – Mufti-Archiv Haj Amin al-Husseini – katalogisiert. Das Archiv enthält Dutzende von Akten des Mufti, die meisten davon mit Dokumenten in arabischer Sprache, darunter Reden, Briefe und Propagandamaterialien, die zum ersten Mal untersucht werden. Das Archiv enthält auch das persönliche Tagebuch des Mufti, das er in den Jahren 1941 bis 1945 eigenhändig geschrieben hat.

Das Buch ist in drei Teile gegliedert und befasst sich mit den Aktivitäten des Mufti in Palästina, im Irak und in Deutschland. Über seine Aktivitäten in diesen Ländern ist bisher nur sehr wenig bekannt. Die Dokumente aus den genannten Ländern offenbaren bisher unbekannte Aspekte seines geheimen Krieges gegen die Juden, eines Krieges, der in erster Linie durch Rassismus und Judenhass motiviert war.

Das Buch beleuchtet unter anderem sehr ausführlich Husseinis Zusammenarbeit mit den Nazis. Während seines Aufenthalts in Deutschland leitete der Mufti das arabische Büro in Berlin und war ein enger Mitarbeiter der Naziführung, darunter Gestapo-Chef Heinrich Himmler. Der Mufti war der Leiter der arabischsprachigen Propaganda. Er verteilte Flugblätter, rekrutierte Geheimagenten, die in Großbritannien dienten, und beteiligte sich an der Verfolgung der jüdischen Gemeinde Berlins.

Das letzte Kapitel des Buches handelt von seiner Flucht aus Deutschland bei Kriegsende und seiner Ankunft in Frankreich. Er stand etwa ein Jahr lang unter Hausarrest, bis er 1946 mit einem gefälschten Pass von Frankreich nach Ägypten entkam. Dieses Archivmaterial stammt aus einem der Archive in Frankreich und wurde erst in den letzten Jahren der Öffentlichkeit zugänglich gemacht.

 

Der Mufti, der der Führer der arabischen Welt sein wollte

Mehr als fünfundsiebzig Jahre sind seit dem Ende des Zweiten Weltkrieges vergangen, doch niemand hat das Archiv des Mufti von Jerusalem, Haj Amin al-Husseini, in arabischer Sprache bislang zufriedenstellend erforscht. Seine Reden, die Proklamationen, die er schrieb, sogar seine Memoiren sind in keine Sprache übersetzt worden. Die Dokumentation, die durch das Buch „Der Mufti und die Juden“ zugänglich gemacht wird, beschreibt für uns die Tiefe seiner Zusammenarbeit mit den Nazis in allem, was mit ihrer Propaganda zu tun hatte, die gegen arabische Länder gerichtet war.

Über diese Nazi-Propaganda ist bisher wenig geschrieben worden. Das Buch präsentiert erstmalig einen detaillierten Bericht über die Bemühungen des Muftis unter den arabischen Nationen, Deutschland in einem positiven Licht darzustellen, und zwar durch eine Vielzahl von Medien: Radio, Presse, Karikaturen, Flugblätter, etc. Das Buch stellt auch die persönlichen politischen Bestrebungen des Muftis dar, die sich in erster Linie auf die Vertreibung der Juden aus Palästina und der Briten aus Palästina und aus allen arabischen Ländern, die Auflösung der jüdischen nationalen Heimstätte und die Errichtung eines arabischen Reiches, dessen unbestrittener Herrscher er sein würde, konzentrierten. Dieses Reich sollte sich von Jordanien aus erstrecken und Palästina, den Libanon, Syrien und den Irak einschließen.

 

Veröffentlicht auf Hebräisch vom Ariel Research Center for Defense and Communications, 192 Seiten. Erhältlich unter https://www.facebook.com/muftibook