Maya Alper – Bericht einer Überlebenden

Maya Alper hat das Massaker auf dem Music-Festival im Süden überlebt. Hier ist ihre Geschichte.

von Israel Heute Redaktion | | Themen: Gazastreifen, Krieg in Israel, Hamas
Maya Alper
Das Gelände der Nova-Party, auf dem Hunderte von Israelis von Hamas-Terroristen getötet und entführt wurden, in der Nähe der Grenze zwischen Israel und Gaza, im Süden Israels, 12. Oktober 2023. Foto von Chaim Goldberg/Flash90

Maya Alper, 25, hat den Angriff der Hamas überlebt. Sie war wie so viele andere junge Menschen auf dem Nova Music-Festival im Süden.

Am frühen Morgen stand sie zusammen mit einer Gruppe umweltbewusster Freiwilliger im hinteren Teil der Bar, sammelte Müll auf und verteilte kostenlose Wodka-Shots an Partygäste, als plötzlich die Sirenen ertönten.

Dutzende Raketen wurden von dem Gazastreifen aus auf Israel abgeschossen. Maya ging zu ihr Auto, um die Veranstaltung zu verlassen. Als sie eine Kreuzung erreichte, sah sie eine Gruppe von Festivalbesuchern, die die Autofahrer zum Umdrehen aufforderten. Dann hörte sie einen Knall. Sie sah panische Männer und Frauen, die vor ihr auf der Straße rannten und umfielen. Es waren Schüsse zu hören. Sie rannte um ihr Leben und versteckte sich in den Büschen. Sechs Stunden verharrte sie dort, bis sie schließlich gerettet wurde.

Eine Stunde vor ihrer Rettung begann Maya Alper, sich zu filmen, um ihre Eindrücke festzuhalten. Hier ist ihr Bericht:

Ich teile normalerweise nichts in den sozialen Medien, aber nachdem ich um mein Leben gerannt bin, beschossen wurde und mich sechs Stunden lang in einem Busch versteckt hatte, wurde mir klar, dass es einige Dinge gibt, die es wert sind, geteilt zu werden.

Himmel und Hölle sind Entscheidungen, sie sind Geisteszustände, die wir wählen können. Ich befand mich mitten im Kriegsgebiet, und während dieser sechs Stunden, in denen ich mich in meinem Busch versteckte, hörte ich Tausende und Abertausende von Schüssen aus den Orten in meiner Nähe. Mir war bewusst, dass Terroristen gerade unschuldige Kinder, Männer und Frauen töteten.

Ich sah die Menschen, die bei mir waren, als wir gemeinsam um unser Leben rannten und beschossen wurden, und ich sah auch das Lächeln des Terroristen, als er ein Mädchen erschoss und sie tot umfiel.

Ich sah die Angst und die Sorge und die unglaubliche Stärke der Soldaten, die mir halfen, mich in Sicherheit zu bringen.

Sie wissen, dass sie auf einer Mission sind, um all die Familien zu retten, die von den Terroristen ermordet werden, und dass sie dafür ihr Leben riskieren. Ich werde diesen tapferen Seelen und ihren Opfern, die sie gebracht haben, um mir und allen anderen Menschen zu helfen, für immer dankbar sein.

In all dem – umgeben von der lebenden Hölle – so viel Tod und Hass, saß ich in meinem Busch, lächelte, atmete und betete auf meine Weise für mich selbst, für Frieden und für Liebe. Mir wurde klar, dass zwischen all den Bomben, Schüssen und Schreien die Vögel immer noch singen und hinter all dem Rauch der Himmel immer noch blau ist, und darauf konzentrierte ich mich.

Wann immer mir ein Gedanke an Stress, Angst, Wut oder Rache in den Sinn kam, hielt ich inne, atmete durch und bedankte mich für mindestens drei Dinge in meinem jetzigen Augenblick.
„Danke für den Busch, der mich beschützt, danke für die Vögel, die mir etwas vorsingen, und danke dafür, dass ich in der Situation, in der ich mich befinde, so gut zurechtkomme.

Jetzt, wo ich zu Hause bin, bei meiner Familie, in Sicherheit, kann ich mir nicht einmal ansatzweise vorstellen, was die entführten Kinder, Männer und Frauen in Gaza durchmachen. Und was unsere tapferen Soldaten durchmachen, einschließlich meines eigenen Bruders, der in dem Ort, der meinem Busch am nächsten liegt, kämpfte und Menschen rettete, ohne zu wissen, dass seine Schwester genau dort war und gerettet werden musste.

Was ich damit sagen will, ist, dass ich keine Antworten darauf habe, wie man den Weltfrieden herbeiführen kann, aber ich war in der Lage, mir selbst Frieden und Himmel im Herzen dieser lebenden Hölle zu bringen.

***Solange wir atmen, gewinnen wir***

wortwörtlich.

Viele Freunde und Familienangehörige haben mich gefragt, wie sie mich am besten unterstützen können, und hier ist eine Antwort.

Hört auf, ständig Nachrichten zu schauen, seid präsent mit euch selbst, eurer Familie und euren Lieben.

Wenn ihr nichts Kluges zu sagen habt, dann tut es bitte nicht, vor allem nicht in den sozialen Medien.

Unsere Worte haben so viel Macht, bitte nutzt sie weise.

Jedes Mal, wenn du einen Gedanken hast, der aus Angst, Wut, Hass oder Rache entstanden ist – halte inne, atme ihn aus und ersetze ihn durch drei Dinge, für die du dankbar bist.

Wenn du für etwas in deinem jetzigen Moment nicht dankbar sein kannst, kann es etwas aus deiner Vergangenheit oder Zukunft sein.

Gib einfach Dankbarkeit.

Wähle und handle weiterhin aus Liebe und nicht aus Angst.

Das ist der Unterschied zwischen einem Leben im Himmel oder in der Hölle.

***Solange wir atmen, gewinnen wir***

So wichtig es auch ist, die Schrecken, die dort geschehen sind, anzuerkennen, lasst uns als Land und als Gemeinschaft unseren Fokus und unsere Energie darauf richten, wie wir uns alle zusammenschließen. Jeder einzelne Mensch in Israel hilft gerade jetzt auf seine eigene magische Art und Weise, indem er der Welt seine Gaben gibt, es gibt kein „mein“ mehr – wir alle geben demjenigen, der es gerade braucht, und das ist etwas, das uns niemand wegnehmen kann.

Die stärkste Waffe der Welt ist unser kollektives Bewusstsein, lasst es uns gemeinsam für einen guten Zweck einsetzen.

Am Ende waren die Menschen, die mich aus dem Kriegsgebiet herausgeholt haben, israelische Araber, die mich von meinem Busch bis in die Arme meines Vaters und in Sicherheit gebracht haben.

Dieser Krieg ist nicht ein Krieg der Juden gegen die Muslime oder die Araber, sie sind unsere Freunde, die israelischen Araber.

ES IST JEDES LEBENDE WESEN GEGEN DIE HAMAS.

Und es spielt keine Rolle, wie sehr die Medien versuchen werden, die Realität zu verdrehen und noch mehr Angst zu schüren, wir kennen unsere Wahrheit und wir werden sie weiterhin glauben.

Ich sage nicht, dass ich Recht oder Unrecht habe – ich teile nur meine Erfahrung und das, was für mich funktioniert hat.

Ich sende Liebe und Kraft an die Familien, die ihre Angehörigen verloren haben.

Ich sende Gebete an die Entführten im Gazastreifen.

Für unsere tapferen Soldaten.

Und für jedes Lebewesen auf dieser Erde.

Bitte atmet weiter, wählt weiter die Liebe in jeder Sekunde eines jeden Tages.

Für meine Brüder und Schwestern, die bei dem Massaker dabei waren, oder für alle, die unter Stress leiden, möchte ich eine Atemmethode mit euch teilen, die die Nerven beruhigt und die ich in meinem Busch und danach oft angewendet habe. Sie heißt Savitri (nicht für Kinder!) – atme durch die Nase ein und aus.

Atme langsam ein, bis du bis 8 gezählt hast.

Halte den Atem an, bis du bis 4 gezählt hast.

Ausatmen, bis du bis 8 zählst.

Halte die Luft an, bis du bis 4 gezählt hast.

8-4-8-4

Je länger du die Übung machst, desto tiefer wird die Entspannung. 21 Minuten sind sehr heilsam.

Und noch etwas, das in der letzten Woche geholfen hat und vielleicht etwas seltsam klingt, aber unsere Emotionen und Traumata sind in uns gespeichert. Tanzt, tanzt, schüttelt eure Körper und eure Hintern, lasst nicht zu, dass das Trauma in eurem Körper stecken bleibt!

Auf dem Bild – das bin ich, wie ich aus meinem Busch lächle.

Ein Video, das ich 1 Stunde vor meiner Rettung aufgenommen habe.

 

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