Europa bereitet sich wieder auf Krieg vor. Russland bedroht die europäische Sicherheitsordnung, Regierungen investieren Milliarden in Aufrüstung, Raketenabwehr und Zivilschutz, und plötzlich wird wieder darüber gesprochen, wie Städte, Infrastruktur und Bevölkerung im Ernstfall geschützt werden können. Doch während Europa darüber nachdenken müsste, wie es im nächsten Krieg überlebt, durchsucht man in den Niederlanden das Reisegepäck nach Produkten aus israelischen Siedlungen in Judäa und Samaria. Das wirkt wie ein Sinnbild für verschobene Prioritäten. Vielleicht sollte Europa weniger Energie darauf verwenden, Israel zu sanktionieren, und mehr darauf, die eigene Verteidigungsfähigkeit, Wirtschaftskraft und demografische Zukunft zu sichern. Denn die Zahlen zeigen eine Entwicklung, die nicht recht zu Europas politischem Selbstbild passt: Israel ist wirtschaftlich stärker, technologisch bedeutender und demografisch jünger geworden, während Europas große Staaten altern und gleichzeitig vor einer neuen militärischen Bedrohung stehen. Europa behandelt Israel noch immer manchmal wie den kleinen Schüler, den es erziehen muss. Doch vielleicht sollte es sich fragen, ob der Schüler inzwischen Fähigkeiten besitzt, die der Lehrer selbst dringend braucht.
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