Knesset-Abgeordnete rangeln sich vor dem Krankenhauszimmer eines Hamas-Terroristen

„Ich bin hierhergekommen, um sicherzugehen, dass dieser Terrorist nicht wie ein Star behandelt wird“

von Ryan Jones |
Die Knessetabgeordneten Ayman Odeh (links) von der Gemeinsamen Arabischen Liste und Itamar Ben Gvir (rechts) von der rechten Partei Otzma Yehudit (Jüdische Stärke) haben nichts füreinander übrig. Foto: Flash90

Der rechtsextreme Knesset-Abgeordnete Itamar Ben Gvir hat am Dienstag verlangt, einen hungerstreikenden Hamas-Terroristen, der in einem israelischen Krankenhaus in Behandlung ist, besuchen zu dürfen. Er wurde dabei jedoch vom Knesset-Abgeordneten Ayman Odeh, dem Vorsitzenden der Gemeinsamen Arabischen Liste, physisch daran gehindert.

Unmittelbar vor der körperlichen Auseinandersetzung lieferten sich Ben Gvir und Odeh einen wütenden Wortwechsel vor dem Krankenhauszimmer von Miqdad Qawasmeh. Qawasmeh, ein bekanntes Hamas-Mitglied aus Hebron, befindet sich seit fast drei Monaten im Hungerstreik, um auf seine lange Verwaltungshaft aufmerksam zu machen.

Die Ruhe vor dem Sturm. Ben Gvir (links) und Odeh (mit gefalteten Händen), drücken sich mit Worten aus. Schon bald kam es zum Schlagabtausch.

Die israelischen Behörden verwenden die Verwaltungshaft, um Sicherheitsgefangene auf unbestimmte Zeit ohne Gerichtsverfahren festzuhalten, wenn die Einzelheiten ihrer Verbrechen aus dem einen oder anderen Grund geheim gehalten werden, beispielsweise aufgrund einer laufenden Untersuchung oder einer Anti-Terror-Operation.

Qawasmeh geriet Anfang dieses Monats in die Schlagzeilen, weil zwei israelisch-arabische Krankenpfleger des Kaplan Medical Center, in dem er behandelt wird, Selfies von sich veröffentlichten, auf denen sie den Gefangenen umarmen und ihm die Hand schütteln. Die beiden wurden wegen dieses Vorfalls nicht entlassen, mussten sich aber entschuldigen.

Vermutlich war Odeh am Dienstag im Krankenhaus, um bei den arabischen Wählern zu punkten. Ben Gvir scheint ebenfalls gekommen zu sein, um seine Gunst bei den rechten Wählern zu erhöhen. Er besteht darauf, dass der Hamas-Gefangene keine Sonderbehandlung erfahren dürfe.

„Ich bin hierhergekommen, nachdem ich gesehen habe, dass etliche Knessetmitglieder der Gemeinsamen Arabischen Liste und Ra’am aufgetaucht sind, um einen Hamas-Anhänger zu ermutigen“, sagte Ben Gvir der religiösen Nachrichtenagentur Kippa, bevor er das Krankenhaus betrat. „Ich bin hierhergekommen, um mich über den Zustand des Gefangenen zu informieren und um sicherzugehen, dass man sich vor ihm in Acht nimmt und ihn nicht wie eine Berühmtheit behandelt“.

Ben Gvir fügte zynisch hinzu, er habe gerade das „Wunder“ eines Mannes miterleben müssen, der seit 90 Tagen keinen Bissen zu sich genommen habe und immer noch lebe.

Odeh und sein Gefolge waren bereits im Zimmer, als Ben Gvir eintraf. Ein ranghoher Krankenhausmitarbeiter erklärte, der Raum sei bereits überfüllt. Ben Gvir bestand jedoch darauf, dass er als Mitglied der Knesset ebenso das Recht habe, nach dem Gefangenen zu sehen wie Odeh.

Die beiden lieferten sich ein kurzes Wortgefecht, bevor Odeh die Tür physisch blockierte und Ben Gvir schubste.

Ben Gvir sagte später, dass er beabsichtige, eine offizielle Polizeibeschwerde gegen seinen arabischen Kollegen einzureichen.

Gewaltsame Konfrontation.

„Ayman Odeh hat eine schwere Straftat begangen“, sagte Ben Gvir gegenüber Ma’ariv. „Wir alle haben die dramatischen Bilder von Odeh gesehen, wie er mich angegriffen hat. Dies zeigt deutlich die Haltung der Gesetzgeber von der Gemeinsamen Arabischen Liste und Ra’am. Sie benehmen sich, als würde ihnen der Ort gehören.“

Ben Gvir schaffte es offenbar einige Zeit später in den Raum und erklärte: „Ich bat den Krankenhausdirektor, sich über den Zustand des Gefangenen zu erkundigen, und schließlich betrat ich trotz des Verhaltens von Odeh das Zimmer und hatte den Eindruck, dass der Staat Israel zu einem Paradies für Terroristen geworden ist.“

Odeh seinerseits twitterte, er habe einen „Terroristen“ (Ben Gvir) daran gehindert, den Raum zu betreten und Qawasmeh zu „verletzen“.

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