Kind findet seltene Silbermünze

Ein elfjähriges Mädchen hat in der Davidstadt eine Silbermünze entdeckt, die möglicherweise im Tempel geprägt worden ist.

von Israel Heute Redaktion | | Themen: Archäologie
Foto: Yonatan Sindel/Flash90

Liel Krutokop aus Petah Tikva hatte mit ihren Eltern und ihrer Schwester am Projekt „Archäologische Erfahrung“ teilgenommen, das von der Davidstadt in Zusammenarbeit mit der Nationalparkbehörde im Emek-Tzurim-Siebprojekt in Jerusalem durchgeführt wird und bei dem Aushub nach Altertümern durchsiebt wird. Es beteiligen sich viele Freiwillige, unter anderem auch ganze Familien, die helfen wollen, dass antike Kostbarkeiten vom Tempelberg nicht verloren gehen.

Die Wissenschaftler gehen davon aus, dass der Fund aus dem Silberschatz des Zweiten Tempels stammt und wahrscheinlich von einem Priester geprägt wurde, der sich kurz vor der Zerstörung des Tempels dem Aufstand gegen die Römer anschloss. Grabungsleiter Ari Levy: „Die Straße, die den Siloam-Teich im Süden der Stadt David mit dem Tempelberg im Norden verband, war während der Zeit des Zweiten Tempels die Hauptstraße Jerusalems, auf der tausende Pilger zum Tempel hinaufzogen. Ohne Zweifel wurde hier reger Handel betrieben. Davon zeugen die vielen Gewichte und Bronzemünzen, die wir hier gefunden haben. Aber eine Rebellenmünze aus reinem Silber zu finden, ist besonders spannend.“

Die elfjährige Liel mit der von ihr entdeckten Münze 

Die Silbermünze, die während der Zeit des Zweiten Tempels in Jerusalem für den Handel verwendet wurde, wiegt etwa 14 Gramm. Die Vorderseite zeigt einen Becher und die Inschrift „Israelitischer Schekel“, neben dem Becher die Buchstaben ש „ב – Abkürzung für „Zweites Jahr“ – das zweite Jahr des Großen Aufstands der Juden gegen die Römer (67-68 n. Chr.). Auf der Rückseite hat die Münze eine Inschrift, die von Gelehrten als Sitz des Hohepriesters identifiziert wurde. Daneben steht in Althebräisch „Heiliges Jerusalem“.

Robert Kool leitet die Numismatische Abteilung der israelischen Altertumsbehörde. Er zeigte sich begeistert: „Dies ist ein höchst seltener Fund. Von den vielen tausend Münzen, die bisher gefunden wurden, sind nur etwa 30 Stück aus Silber und aus der Zeit des Großen Aufstandes.“ Seiner Meinung nach stammt das Silber für diesen Schekel aus den umfangreichen Silbervorräten des Tempels: „Wo sonst hätte man in jenen Tagen Silber in nennenswerter Menge und von so hoher Qualität finden können? Wenn das so ist, ist diese Münze eines der ganz wenigen Stücke aus dem Tempel selbst, die wir heute besitzen.“

Dass es im Tempel Silber in Hülle und Fülle gab, belegt unter anderem der Titusbogen in Rom. Dessen Inschrift enthüllt, dass das Kolosseum mit Beutegut des Jerusalemer Tempels finanziert wurde, denn es heißt: „Kaiser Vespasian befahl den Bau des neuen Amphitheaters aus seinem Anteil an der Beute.“

Man kann sagen, das Projekt „Archäologische Erfahrung“ trägt seinen Namen gewiss zu Recht.

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